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„Den’n Düwel siene Schwester“

Stralsund „Den’n Düwel siene Schwester“

Die „Plattdütsch Späldäl to Stralsund“ feiert heute Abend im Gustav-Adolf-Saal Premiere

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Späldäl-Premiere heute im Stralsunder Gustav-Adolf-Saal der Kulturkirche St. Jakobi: In „Den’n Düwel siene Schwester“ stehen Katrin Icke (Hulda), Uli Bumann (Inspektor) und Ina Hartfil (Henriette), v. l., auf der Bühne.

Quelle: Foto: Marlies Walther

Stralsund. Premierenzeit bei der „Plattdütsch Späldäl to Stralsund“: Heute wird im Gustav-Adolf-Saal der Kulturkirche St. Jakobi das heitere Stück „Den’n Düwel siene Schwester“ von Karl Peplow (71) aufgeführt.

OZ-Bild

Die „Plattdütsch Späldäl to Stralsund“ feiert heute Abend im Gustav-Adolf-Saal Premiere

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Damit hat die niederdeutsche Bühne in den 1980-er Jahren große Erfolge gefeiert. „Zwischen 1985 und 1988 haben wir es auf 45 Vorstellungen gebracht“, sagt Bühnenleiter Karl Peplow und blättert in der Chronik. Und zwei von damals werden auch diesmal wieder dabei sein. Peplow selbst, der aber inzwischen vom Inspektor zum Gutsbesitzer aufgestiegen ist. Und Herbert Seidel, der stramm auf die 80

Jahre zugeht. Er zeigt sich in seiner Paraderolle, gibt den Gendarmen. Dritter im Bunde aus der Zeit der 80er-Jahre ist Ralf Lehm, der wieder Regie führt.

Alle anderen Rollen sind neu besetzt. Und das Kuriose: Ina Hartfil aus Kramerhof und Katrin Icke aus Stralsund, die als die beiden streitsüchtigen Schwestern auf der Bühne stehen, sind auch im wahren Leben Schwestern. Allerdings spielt die Jüngere in diesem Fall die Ältere. Ina Hartfil schlüpft in die Hauptrolle der resoluten Henriette. Weiterhin sind Uli Bumann und Malte Hermann zu erleben.

Und darum geht es in dem Stück: Die Schwestern erben Ende des 19. Jahrhunderts von ihrem Onkel eine kleine Insel mit einem Rittergut. Zuerst wollen sie nur Geld herausschlagen. Doch dann erfahren sie, dass sie die Insel behalten und darauf sogar wohnen müssen. Das tun sie, müssen sich aber gegen Neider und Anfeindungen verteidigen. Dabei wiederum greifen sie zu Mitteln, die nicht immer friedfertig sind und zücken auch mal die Schrotflinte.

Karl Peplow ist überzeugt, dass die Zuschauer daran heute genau so ihr Vergnügen wie vor 30 Jahren haben werden. Denn die Story basiert – auch wenn alles „frei erfunden ist“, auf wahren Begebenheiten. Die hat sich Karl Peplow aber nur „als Anregung genommen“, wie er betont. Tatsächlich soll es in früheren Zeiten auf der Insel Öhe vor Schaprode eine Frau gegeben haben, die sich gegen die Männerwelt durchsetzen musste und nicht davor zurückschreckte auch mal umherzuballern.

Episoden darüber gebe es reichlich in Büchern und Zeitungen. „Aber keiner weiß, was genau stattgefunden hat und was nur erfunden ist“, sagt der Stralsunder, der intensiv in Archiven recherchiert hat.

Hans Fallada hat die Geschichte in seinem Roman „Wir hatten mal ein Kind“ verarbeitet. Fedor Sommer hat eine Novelle geschrieben. Im Rügenbuch von Wolfgang Rudolph tauchen die Geschehnisse, die mit über zwei Jahrzehnten Rechtsstreitigkeiten verbunden waren, auf. Auch der Lokalhistoriker Erich Gülzow hat einen Zeitungsartikel über den „weiblichen Michael Kohlhaas“ verfasst.

Peplow selbst hat die Story so gefesselt, dass er sie zum Bühnenstück machte. Nun sieht er der Premiere, die ausverkauft ist, voller Vorfreude entgegen. Vor drei Jahren hat Peplow zusammen mit seiner Frau die Insel Öhe, die sich nach wie vor in Privatbesitz befindet, sogar besucht. Der Familienbesitz wird heute durch den Gastronomen Mathias Schilling, der sich mit dem Hiddenseer Kutterfisch einen Namen machte, bewahrt und bewirtschaftet.

In Stralsund wird es in diesem Jahr vier Vorstellungen geben. Im neuen Jahr will die Späldäl dann mit dem Stück über Land ziehen und hofft auf Auftrittsorte. „Die sind leider rar geworden“, sagt Peplow und bedauert, dass es keine Kulturhäuser auf den Dörfern mehr gibt. Das Stück ist gezwungener Maßen mit geringem Aufwand an Dekoration und Ausstattung inszeniert worden, denn die Laienbühne hat durch eine schwierige Lagerung in einer Scheune einen Großteil der Kulissen verloren. Zum anderen sei es dadurch aber auch möglich, auch an kleineren Spielstätten aufzutreten.

„Den’n Düwel siene Schwester“: Premiere Freitag, 20 Uhr, Gustav-Adolf Saal. Weitere Aufführungen: Samstag, 16 Uhr; 10. und 11. November, www.plattduetsch-spaeldael. de.

Marlies Walther

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