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Stralsund „Der Kaiser rief und alle, alle kamen“
Vorpommern Stralsund „Der Kaiser rief und alle, alle kamen“
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00:00 27.08.2014
Klaus Trepping und Richard Schäfer vom Förderverein des Museums mit dem Regimentsbuch der 42er, die am Sund stationiert waren. Quelle: Uwe Driest
Stralsund

„Warum eigentlich Krieg?“ Die Frage von Jean-Pierre Cartier aus seinem Buch über den Ersten Weltkrieg steht am Beginn der neuen Sonderausstellung im Marinemuseum. Die Antwort hatte Karl Liebknecht am Abend des 4. September 1909 im Rahmen einer Veranstaltung der Stralsunder SPD vor über 400 Teilnehmern zu beantworten versucht, als er die Rüstungspolitik des Kaisers anprangerte.

Fünf Jahre später, im August 1914, zog Albert Soltwedel von Schwerin aus in Richtung des neutralen Belgiens in den Ersten Weltkrieg. Er überlebte im Unterschied zu zweien seiner Söhne. Nur der dritte Junge sollte einen Krieg später lebend aus Stalingrad zurückkehren. Dessen Kind wiederum, Manfred Soltwedel, wurde Fregattenkapitän der Volksmarine der DDR und verbringt heute seinen Ruhestand in Stralsund. Zur Eröffnung der Ausstellung „Der Kaiser rief und alle, alle kamen! Der Erste Weltkrieg und die Garnisonsstadt Stralsund“ auf dem Dänholm brachte er Enkelin Nika mit; die Ururenkelin des vor hundert Jahren ausgerückten Albert.

Im Zentrum der Ausstellung stehen die Kaiserliche Marine sowie das 42er Regiment, das einst in der Kaserne am Frankendamm stationiert war. Auf dem Dänholm entstand ein Lager für Kriegsgefangene und „erst kürzlich fanden wir bei Renovierungsarbeiten den Deckel einer an einen britischen Offizier gesandten Holzkiste“, erinnert sich Klaus Trepping, Vorsitzender des Fördervereins Marinemuseum und wie Soltwedel Fregattenkapitän außer Dienst in Volks- und Bundesmarine. Der Dienstgrad entspricht im Heer dem Rang eines Oberstleutnants.

Aufschlussreich für historisch Interessierte könnten die Tagebücher des Stralsunders Max Barthel sein, der seine Kriegserlebnisse in neun eng in Sütterlin beschriebenen Tagebüchern festhielt, „die dessen Urenkelin für uns übersetzte“, sagt Trepping, der die alte Schrift selber nur unzulänglich lesen kann.

Die letzte Vitrine der Ausstellung enthält Annoncen der 1055 Gefallenen aus der Hansestadt. Zu einer davon, die am 27. Juni 1916 im Stralsunder Tageblatt erschien, fand sich gar der letzte Brief, den der Gefallene vier Wochen vor seinem Tod aus Russland abgesandt hatte. Darin schrieb Ernst Mumm noch über blühende Blumen an der russischen Front. Geöffnet ist das Marinemuseum auf dem Dänholm noch bis 31. Oktober, täglich von 10 bis 17 Uhr.



Uwe Driest

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