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Der darf das: Einstein streckt in Binz die Zunge raus

Binz Der darf das: Einstein streckt in Binz die Zunge raus

Der Nobelpreisträger macht beim Sandskulpturen-Festival mit. Das steht unter dem Motto „Zeitreise durch die deutsche Geschichte“.

Binz. In Binz wird derzeit die deutsche Geschichte nicht in den Sand gesetzt, sondern vielmehr aus Sand geformt. Auf der Festwiese haben die Vorbereitungen für das Sandskulpturen-Festival begonnen. „Wir haben einen engen Zeitplan. Schließlich wollen wir es am 5. April eröffnen“, sagt dessen künstlerischer Leiter Martin de Zoete. Das diesjährige Festival steht unter dem Motto „Zeitreise durch die deutsche Geschichte”. Es ist auf etwa 5600 Quadratmetern eine Zeitreise von den Neandertalern bis ins Heute — bis zu Bernd das Brot beispielsweise.

Vor zwei Tagen haben Künstler begonnen, die deutsche Geschichte aus Sand zu formen. „Die 50 Leute sind eine internationalen Truppe. Sie kommen aus Amerika, England, Europa, Russland und auch Australien“, sagt de Zoete, der wie Festival-Veranstalter Thomas van den Dungen, aus den Niederlanden kommt. Der 41-Jährige hat als Kind zur Probe am Strand mit Kleckerburgen angefangen und verdient seit mittlerweile seit 15 Jahren sein Geld als Skulpteur. Als solcher bearbeitet er nicht nur Sand. „Letztens war ich erst in Finnland bei einem Eisfestival“, sagt de Zoete. Er ist ein Weltenbummler, wie die anderen Künstler, die das Binzer Festival vorbereiten. „Wir sind mit unserer Kunst ständig auf der Erdkugel unterwegs.“

Nun der Stopp in Binz. Und de Zoete aus den Niederlanden muss sich Gedanken über die deutsche Geschichte machen. Er startet bei den Neandertalern und schwingt den Bogen weiter zu Karl dem Großen, zu Gutenberg und Luther samt Bibel. Er lässt den Rattenfänger von Hameln wieder auferstehen, außerdem den Dichterfürsten Goethe und deutsche Komponisten. Ebenso Albert Einstein und Klaus Störtebeker.

Auch deutsche Erfindungen holt er aus dem Mottenschrank der Geschichte: die Litfasssäule, den Zeppelin, die Verkehrssünderkartei in Flensburg. Auch deutsche Feierkultur wird in Sand modelliert:

Karneval und Oktoberfest. Und schließlich die Mauer. Deutsche Kultur sind für de Zoete auch Bernd das Brot und die Mainzelmännchen. Zusammen sind es 49 verschiedene Themen, denen sich die Künstler in der kleinen Pagodenstadt neben dem Binzer Kunstrasenplatz angenommen haben. 12 000 Tonnen Sand verarbeiten sie. Ihr Werkstoff ist ein heimischen Produkt. „Der stammt aus einer Rügener Grube“, versichert de Zoete. Es ist junger Sand, der eckige Körner hat. Er wird gewässert und in großen Formen gepresst. Dabei verhaken sich die Körner und halten zusammen.

Seit 2010 lädt Thomas van den Dungen jährlich zum Sandskulpturen-Festival. In den ersten beiden Jahren war er in Neddesitz, seit 2012 haben die Riesen aus Sand ihren Platz in Binz gefunden. Bislang wurden die Besucher in die Welt des Klaus Störtebeker, der Wunder, der Märchen entführt. Im vergangenen Jahr wurden die Bücher mit ihren Protagonisten in den Mittelpunkt gerückt. Die 47 Romanhelden konnten nach dem Rekordergebnis von 2012 (225 000 Besucher) nur knapp 200 000 Gäste anlocken.

 



Chris-Marco Herold

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