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Deutlich weniger Auftritte am Theater

Stralsund/Greifswald Deutlich weniger Auftritte am Theater

Nach der Fusion zum Staatstheater Nordost soll das Angebot um 15 Prozent sinken

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Das Ballett-Ensemble tritt künftig nicht nur in Stralsund, Greifswald und Putbus auf, sondern auch in Neustrelitz und Neubrandenburg. FOTO: VINCENT LEIFER

Stralsund/Greifswald. Der lange erwartete Musterspielplan fürs geplante Staatstheater Nordost bringt Ernüchterung. Ab 2018 soll es 15 Prozent weniger Vorstellungen an den Theatern in Greifswald, Stralsund, Putbus, Neustrelitz und Neubrandenburg geben. Das teilt Greifswalds Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Bündnis 90/Die Grünen) als Gesellschaftervertreter mit.

Das Minus ist damit eines der ersten konkreten Verhandlungsergebnisse zur Reform. Das Land fordert vom Theater Vorpommern sowie den Theatern in Neubrandenburg und Neustrelitz, zu einem gemeinsamen Staatstheater zu fusionieren. Dadurch sollen 60 Stellen eingespart werden. An dem zu gründenden Theater würden damit 420 Mitarbeiter verbleiben. Auf dieser Grundlage wurde der Musterspielplan entwickelt, dem Vertreter der Landesregierung, der Kommunen und des Theaters bereits zugestimmt haben.

Über die genaue Anzahl der Aufführungen in den einzelnen Städten haben die Partner Stillschweigen vereinbart. Fest steht: „In Stralsund und Greifswald wird etwas mehr Auftritte geben als in Neubrandenburg und Neustrelitz“, sagt Fassbinder. Bereits heute öffnen die Schauspielhäuser in den Hansestädten ihre Pforten häufiger.

Enttäuscht über das deutlich reduzierte Angebot zeigen sich die Vertreter mehrerer Bürgerschaftsfraktionen. „Ein Minus von 15 Prozent ist negativ“, sagt Axel Hochschild, Chef der CDU-Bürgerschaftsfraktion in Greifswald. „Wir haben aus den gegebenen Rahmenbedingungen das Beste herausgeholt“, ist hingegen Theaterintendant und Geschäftsführer Dirk Löschner überzeugt.

Am Staatstheater Nordost soll es künftig die Sparten Schauspiel, Ballett (beides Greifswald), Musiktheater (Stralsund), Schauspiel mit musikalischem Schwerpunkt (Neustrelitz) und ein fusioniertes Philharmonisches Orchester geben. Die Sparte Musiktheater der Theater- und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz fällt weg. „Da ein Ensemble eingespart wird, kann die Stellenanzahl der anderen Ensembles bestehen bleiben, vergrößert sich zum Teil sogar“, erklärt Löschner. „Das ist extrem wichtig. Nur so kann das künstlerische Niveau gehalten werden“, so der Intendant. Und weiter: „Jedem, der sich mit dem Thema beschäftigt hat, muss klar gewesen sein, dass es nicht die gleiche Anzahl an Vorstellungen geben wird.“

Die Neubrandenburger Philharmonie und das Philharmonische Orchester Vorpommern mit derzeit 124 Mitgliedern werden zusammengelegt und sollen mittelfristig auf 105 Musiker abgeschmolzen werden. „Das fusionierte Orchester kann trotzdem alle bisherigen Aufgaben wahrnehmen“, sagt Löschner, zweiter Probenstandort wird Stralsund sein. Was für Löschner schon in den Details klar ist, bezeichnet OB Fassbinder noch als strittig. „Es könnte zwei Orchester mit jeweils fester Besetzung geben oder ein Orchester, das bei Bedarf teilbar ist“, sagt Fassbinder.

Egal ob ein großes oder zwei kleinere Orchester – Regel am Staatstheater Nordost wird es sein, dass Musiker, Sänger und Balletttänzer zwischen Neubrandenburg, Neustrelitz, Putbus, Stralsund und Greifswald hin- und herreisen müssen, sowohl zu den Auftritten, als auch für die Proben. Lediglich beim Schauspiel bleiben die jetzigen Bedingungen erhalten.

Haustarif: Neues Angebot wird in einer Woche verhandelt

Der Haustarifvertrag am Theater Vorpommern läuft zum Jahresende aus. Die 175 künstlerischen Mitarbeiter verzichten seit mehr als 20 Jahren auf einen Teil ihres Gehaltes. Zuletzt ist die Lücke zum Flächentarifvertrag auf 17 Prozent gewachsen. Die Gewerkschaften fordern ein Ende der Billiglöhne am Theater. Seit mehr als einem Jahr verhandelt Theaterintendant Dirk Löschner mit den Gewerkschaften über eine Fortsetzung. „Bislang gibt es keine Lösung. Das erste Angebot, das die Gesellschafter vorgelegt haben, haben die Gewerkschaften abgelehnt“, sagt Löschner. Mittlerweile hat sich Löschner über ein verbessertes Angebot mit Land und Kommunen abgestimmt. Am 23. November soll darüber verhandelt werden. Im ursprünglichen Theateretat 2017 ist kein einziger Euro für eine Gehaltssteigerung vorgesehen.

Sollte bis zum Jahresende keine Einigung über einen neuen Haustarifvertrag gefunden werden, muss ab dem 1. Januar 2017 der Flächentarifvertrag gezahlt werden. „Dann geht das Theater in die Insolvenz“, macht Greifswalds OB Stefan Fassbinder (Grüne) die prekäre Lage deutlich.

Noch schlechter steht es um die Mitarbeiter im nichtkünstlerischen Bereich. Sie müssen Individualverträge aushandeln.

Katharina Degrassi

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