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Dezentes Make-Up für Mohrdorfer Beichtstuhl

Groß Mohrdorf Dezentes Make-Up für Mohrdorfer Beichtstuhl

Behutsame Restaurierung der Schnitzereien von Jakob Freese

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Die Restauratoren Doris Zeidler, Lea Zumholz und Tino Simon während der Arbeit an dem Beichtstuhl in der Kirche von Groß Mohrdorf.

Quelle: Foto: Susanne Retzlaff

Groß Mohrdorf. Über mehrere Monate hat Diplom-Restaurator Tino Simon mit Studenten der Hochschule für Bildende Künste Dresden an dem Beichtstuhl mit den Schnitzereien Jakob Freeses in der Kirche Groß Mohrdorf gearbeitet. Zuletzt brachten Doris Zeidler und Lea Zumholz das Blattgold auf den Profilen in Ordnung.

Im neuen Glanz sollte der alte Beichtstuhl allerdings nicht erstrahlen, darauf legte Tino Simon besonderen Wert. Statt mit einer spektakulären Schönheits-OP zu blenden, trug er mit seinen beiden Assistentinnen ein dezentes Make-Up auf, das dem Zahn der Zeit die Schärfe genommen und dem gealterten Rokoko-Objekt seine Würde zurückgegeben hat.

Bereits 2009 waren einige Aufsatzfiguren des Gesimses zur Konservierung nach Dresden geschickt worden. Im vergangenen Jahr bekam der Beichtstuhl seinen angestammten Platz unter der Patronatsloge zurück, für den er 1763 maßgeschreinert worden war.

Schon damals sei man sehr ökonomisch vorgegangen, erklärt Simon. So finden sich Farbe und Vergoldung nur an den Seiten, die das Kirchenvolk beim Gottesdienst zu Gesicht bekam. Der Pastor musste sich mit der Aussicht auf eine nüchterne, weiß gestrichene Wand begnügen. Zu den technischen Finessen gehören die versenkbaren Fenster und Halterungen für Raffrollos, die Sichtschutz boten, wenn der Pastor manchmal gleich mehreren Schäfchen in gemeinsamer Sitzung von Angesicht zu Angesicht die Beichte abnahm.

Inzwischen sind auch die fehlenden Fensterscheiben aus so genanntem Goethe-Glas – echte Handarbeit mit Unregelmäßigkeiten, Bläschen und einem leichten Grünton – eingesetzt worden. Holzbildhauer Stephan Thürmer ergänzte Schnitzereien ohne zu spekulieren. „Fehlende Gliedmaßen der Skulpturen wurden nicht ersetzt, weil man nicht weiß, wie sie einmal ausgesehen haben“, erläutert der Restaurator.

Der segnende Christus hat allerdings zwischen den konservierten Vasen seinen Platz hoch oben auf dem Gesims wieder eingenommen.

Der komplette Beichtstuhl wurde bereits am Tag des offenen Denkmals mit einem Festgottesdienst eingeweiht.

Susanne Retzlaff

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