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Drei tolle Tage mit dem Landkino

Obermützkow/Klausdorf/Langendorf Drei tolle Tage mit dem Landkino

Filme flimmern in Obermützkow, Klausdorf und Langendorf über die Leinwand

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Die deutsche Komödie „Ich bin dann mal weg“ mit Devid Striesow steht in Obermützkow und Langendorf auf dem Programm.

Quelle: Foto: Verleih

Obermützkow/Klausdorf/Langendorf. Der Landkino-Verein möchte die Filmfreunde in den nächsten Tagen gleich mit drei Veranstaltungen aus der Reserve locken. Und das gleich an drei Orten.

Gestartet ist das Landkino 2014 in Obermützkow, damals auf Privatinitiative von Jutta Horn und Andrea Baranowski. Schnell fand man mit dem Freizeitverein einen zuverlässigen Partner. Besondere Streifen in Klubkino-Atmosphäre zeigen, dabei ein Glas Wein trinken und danach ins Plaudern kommen – genau das wollten die Initiatoren erreichen. Eine tolle Idee, die auch den Vorstand des Leaderförderprojektes ansteckte. Allerdings brauchte man, um in den Genuss der Förderung zu kommen, einen Verein. Und der musste erst mal gegründet werden. „Aber auch das haben wir hinbekommen. Das war ein schwerer Akt, aber es zählt das Ergebnis“, sagt Landkino-Vereinsvorsitzende Andrea Baranowski im OZ-Gespräch.

Schließlich konnten sich die Obermützkower über eine Finanzspritze von 14000 Euro freuen. Mit dem Geld konnte endlich neue Technik zum Vorführen der Filme angeschafft werden. Kein Wunder, denn längst ist das Landkino auf Wanderschaft. Stand die Wiege der Filmvorführungen einst in Obermützkow, sind mittlerweile mit Wendorf, Langendorf, Klausdorf und Niepars noch vier weitere Spielorte dazugekommen. Tendenz steigend.

Jetzt starten aber erst einmal die drei tollen Tage. Am 24. Februar steht um 20 Uhr im Obermützkower Freizeitverein „Ich bin dann mal weg“ auf dem Programm. Entertainer Hape Kerkeling (gespielt von Devid Striesow) bricht auf der Bühne zusammen. Ein Arzt rät dem gestressten Mann, sich einige Monate zu schonen. Bald erzählt er seiner verblüfften Agentin Dörte von seinem ganz besonderen Entspannungs- und Selbstfindungsplan: Mit der Erinnerung an seine gläubige Omma im Kopf will Hape den Jakobsweg entlangpilgern. Im französischen Saint-Jean-Pied-de-Port angekommen, lernt er zwei andere Pilgerinnen kennen, die zurückhaltende Stella und die forsche englische Journalistin Lena, die er jedoch bald wieder aus den Augen verliert. Der steinige, steile Weg ist für den Sportmuffel Hape beschwerlich, die überfüllten, engen Pilgerherbergen sagen ihm nicht zu. Er will abbrechen, doch Lena, Stella und der südamerikanische Lebenskünstler Americo bringen ihn wieder auf Kurs.

Am 25. Februar flimmert um 20 Uhr im Klausdorfer Vorpommernhus Toni Erdmann über die Leinwand. Auch der ehemalige Bullenstall – längst Kultur-Oase für die gesamte Region – hat sich in den Kino-Reigen eingebracht.

Und das ist die Geschichte: Winfried ist ein Musiklehrer mit ausgeprägtem Hang zum Scherzen, der mit seinem alten Hund zusammenlebt. Seine Tochter ist eine Karrierefrau, die um die Welt reist, um Firmen zu optimieren. Vater und Tochter könnten also nicht unterschiedlicher sein. Da Winfried zu Hause also nicht viel von seiner Tochter sieht, beschließt er, sie nach dem Tod seines Hundes spontan zu besuchen. Statt sich anzukündigen, überrascht er sie mit Scherzgebiss und Sonnenbrille in der Lobby ihrer Firma. Ines bemüht sich, gute Miene zum bösen Spiel zu machen und schleppt ihren Vater in seinen alten Jeans mit zu Businessempfängen und Massageterminen. Doch der Besuch führt nicht zu einer Annäherung. Winfried nervt seine Tochter mit lauen Witzen und unterschwelliger Kritik an ihrem leistungsorientierten Leben zwischen Meetings, Hotelbars und unzähligen E-Mails. Vater und Tochter stecken in einer Sackgasse, und es kommt zum Eklat zwischen den Beiden.

Das Landkino hat inzwischen einen neuen Veranstaltungsort dazu gewonnen. Das Langendorfer Dörphus. Zur Premiere steht hier am 1. März um 20 Uhr „Ich bin dann mal weg“ im Filmkalender. „Dieser Kinoabend ist eine Zusammenarbeit zwischen unserem Verein und der Gemeinwesen-Arbeit in Niepars“, sagt Jutta Horn vom Landkino-Verein. Denn auch in Wendorf hat es inzwischen erfolgreiche Filmvorführungen gegeben.

Landkino-Verein seit gut einem Jahr auf dem Markt

11 Mitglieder zählt der Landkino-Verein, der Ende 2015 gegründet und Anfang 2016 ins Vereinsregister eingetragen wurde. Vorsitzende ist Andrea Baranowski aus Zansebuhr, zum Vize wurde Ines Meinke aus Obermützkow gewählt, und Jutta Horn aus Obermützkow kümmert sich um die Finanzen.

Woher bekommen die Nieparser ihre Filme? „Wir sind Mitglied im Landesverband Filmkommunikation, das ist nicht nur für die Auswahl der Streifen, sondern auch für die rechtliche Absicherung wichtig“, sagt Vereinsmitglied Jutta Horn.

Gefördert wird das Landkino über Leader. Leader ist ein Förderprogramm der EU für den ländlichen Raum. Dort belegte die Landkino-Idee Platz 12.

5 Spielorte gibt es jetzt mit Obermützkow, Niepars, Klausdorf, Wendorf und Langendorf bereits, doch ständig gehen neue Anfragen ein. So will eine Stralsunder Frauengruppe gern Kino, aber auch das SOS-Kinderdorf klopfte an. Auch ein Filmabend in Zarrendorf in Zusammenarbeit mit der Gemeinwesen-Arbeit Niepars ist schon in Planung, heißt es aus dem Verein. iso

Ines Sommer

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