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Ein kleiner Prinz mit großer Sehnsucht

Stralsund Ein kleiner Prinz mit großer Sehnsucht

Am Sonntag feiert das Theater Vorpommern Märchen-Premiere / In dem Stück nach Hans Christian Andersen geht es um Armut, Träume und Schweine

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Die drei Hauptdarsteller des Märchens in natura. Bis Weihnachten werden sie insgesamt 30 Mal gemeinsam auf der Bühne stehen.

Quelle: Foto: Dana Frohbös

Stralsund. Am Theater Vorpommern startet die Märchensaison. „Die Prinzessin und der Schweinehirt“ hat alles, was ein gutes Märchen braucht: Das Gute, das Böse, etwas Mystisches und viele Tiere. „Hätten wir Fan-Artikel angeboten, wären die der absolute Renner. Es gäbe wahrscheinlich kleine elektrische Schweine“, ist sich Dramaturg Oliver Lisewski sicher.

Am Sonntag wird es sie geben. Bühnenbauer Tom Böhn hat sie liebevoll erschaffen und lässt sie auf Rollen über die Bühne flitzen – passend zum Märchen. Das Stück stammt von Hans Christian Andersen.

Gert Richter bearbeitete es und machte es bühnenfertig.

Die Geschichte öffnet mit dem Nachdenken über Armut. Hans Christian, der ärmste Prinz der Welt, merkt während einer Begegnung mit dem Kaiser, wie arm er wirklich ist. Anstatt sein Leben allerdings selbst in die Hand zu nehmen, will er es sich einfach machen und die reiche Prinzessin heiraten. Er reist zum Kaiserhof und verliebt sich in die hübsche Tochter des hochnäsigen Herrschers beziehungsweise in das Bild, das er von ihr hat. Björn Ingmar Böske schlüpft bis Ende Dezember in die Rolle des armen Prinzen. Er zeigt, dass Armut nicht das Ende sein muss, und löst so eine Wertediskussion bei den Kindern aus. „Es ist viel falsch in der Welt, das muss man ändern. Jeder weiß das, nur der Prinz nicht“, beschreibt Böske den Charakter von Hans Christian.

Seine Angebetete, die Prinzessin mit dem kalten Herzen, wird von Susanne Kreckel gespielt. „Ich habe richtig Bock auf die Rolle, darf Leuten übern Mund fahren, sie hauen, meinen Vater anschreien, rumtrampeln und mal ein Schwein sein“, sagt sie. Ihre Figur wird schnell aggressiv und ist sehr auf Besitz fixiert. Die Schauspielerin weiß, dass es eine große Herausforderung ist, vor Kindern zu spielen. Die Kleinen sind sehr anspruchsvoll. „Wenn wir nicht knackig genug spielen, steigen die einem aufs Dach. Man muss einfach hellwach sein.“

Während seiner Reise zu sich selbst hat der arme Prinz eine treue Begleiterin. Rosalinde, sein Küchenmädchen, hat eine vertraute Beziehung zu ihm, zieht ihn aus jedem Schlamassel, in den er hineingerät, und zeigt ihm die positiven Seiten des Lebens. Anna Luise Börner verkörpert diese Rolle, von der sich jeder eine dicke Scheibe abschneiden sollte, wie sie sagt.

Die letzte Probenwoche ist immer die härteste. Man ist übernächtigt und will noch ganz viel schaffen. „Für mich ist ein Stück wie ein kleines Kind, mit dem man sich die ganze Zeit beschäftigt. Bei der Premiere kann man es dann endlich in die Schule schicken“, sagt Björn Ingmar Böske.

Insgesamt arbeiten etwa 100 Leute an dem Stück mit. Matthias Stier hat es inszeniert. Für den Mann, der sich selbst als Geschichtenerzähler beschreibt, ist jedes Stück wie die Eroberung eines neuen Landes. Er will mit der Inszenierung zeigen, dass jede Figur in dem Stück für sich das Richtige sucht. „Kinder müssen sich die Welt durch Anschauung erst noch zusammenbauen“, ergänzt Dramaturg Oliver Lisewski. Das Theaterstück ist ab vier Jahren geeignet.

Premiere: Sonntag, 15 Uhr, Theater Stralsund, Olof-Palme-Platz, Karten gibt es unter 03831/2 64 61 24.

Dana Frohbös

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