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Feinsinniger Humor und ernsthafte Kritik

Stralsund Feinsinniger Humor und ernsthafte Kritik

Jazzband Field begeisterte im Speicher zum Abschluss von „Feste Drucken 2017“

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Die Band Field aus Berlin während des Konzerts am Freitagabend im Speicher am Katharinenberg.

Quelle: Foto: Christian Rödel

Stralsund. Mit einem phänomenalen Jazz-Konzert der Berliner Formation Field ist am Freitagabend im Speicher am Katharinenberg ein klangvoller musikalischer Schlusspunkt zum Abschluss des Druckfestivals „Feste Drucken 2017“ gesetzt worden. Das Quartett spielte Stücke seines aktuellen Albums „Heal The Rich“, über das Uli Kempendorff, Komponist und Arrangeur der Band, sagte: „Musik ist ein ausgezeichnetes Heilmittel, während es in unserer Welt einen Überfluss an Tötungsinstrumenten gibt, bedarf es dringend einer wirksamen Heilung von der Entfremdung von uns selbst und unserer Umwelt.“

Den Musikern geht es nach eigener Aussage nicht primär um Verwertungsstrategien sondern um den reinen Inhalt. Dem ständigen Ruf nach mehr ökonomischem Wachstum, das mit einer langweiligen Visionslosigkeit einhergeht, setzt das Berliner Quartett alternative, alles andere als unspannende Töne entgegen. Da hat sogar eine Suite ihren Platz im gedankenschweren Repertoire gefunden, und selbst feinsinniger Humor leuchtet trotz ernst gemeinter Systemkritik immer wieder unter der klanglichen Oberfläche auf.

Das Credo von Uli Kempendorff lautet: „Ein Bewusstseinssprung sollte der nächste Schritt unserer Evolution sein, denn die Zeit und die Themen drängen dazu “. Dieser geradezu philosophische Überbau widerspiegelt sich in der raffinierten Instrumentalmusik von Field und macht diese Jazz-Band zu einer Formation, die nonverbal, also ohne ein einziges Wort, Botschaften transportiert, die von hoher politischer Brisanz sind.

Field-Schlagzeuger Oliver Steidle schlug einen ganz besonderen Takt an, auf den Uli Kempendorff (Saxophon, Klarinette), Ronny Graupe (Gitarre ) und Jonas Westergaard (Bass) ganz individuell reagierten. Da war nichts vorhersehbar, und jede instrumentale Reaktion der Musiker barg eine gehörige Portion Überraschung, so dass es zu keiner Sekunde musikalisch öde wurde.

Christian Rödel

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