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Fürst Malte schutzlos im Winter: Nimmt das Denkmal Schaden?

Putbus Fürst Malte schutzlos im Winter: Nimmt das Denkmal Schaden?

Die Plane, die als Ersatz für die defekte Einhausung dienen sollte, wurde entfernt. Sie war nicht fachgerecht an dem Standbild im Schlosspark Putbus angebracht worden.

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Nicht eingehaust und ohne Plane: Seit gestern ist das Fürsten-Denkmal im Schlosspark Wind und Wetter ausgeliefert.

Quelle: Chris-Marco Herold

Putbus. Den Rest des Winters wird Fürst Wilhelm Malte zu Putbus (1783 — 1854) unter freiem Himmel verbringen — ist er den Wetterunbilden im Schlosspark der Stadt schutzlos ausgeliefert. „Das ist immer noch besser, als wenn das Denkmal weiter mit einer Plane bedeckt wäre. Denn die hat dem filigran gearbeitetem Standbild gerade bei den Stürmen der vergangenen Tage wohl geschadet“, macht der Steinmetz und Restaurator Carlo Wloch deutlich. Er war gestern aus seiner Berliner Werkstatt angereist, um etwaige Schäden zu dokumentieren. „Erstmal ist nicht groß was zu sehen, dafür aber Marmorteilchen am Fuße des Denkmals“, sagt Wloch. Die Plane ist seit gestern Morgen ab. „Ich habe das angewiesen“, sagt Harald Burwitz (FDP). Der bezweifelt, dass Marmor abgerieben worden sei. „Wenn, dann im Hundertstelbereich.“ Und im Gegensatz zu Wloch bezeichnet der Putbuser Bürgermeister die Plane als „weiches, wasserabweisendes Vlies“, aus dem ein Überzieher genäht worden sei — als Winterschutz für den einstigen Ortsgründer. Nach Burwitz‘ Angaben würden beispielsweise in der sächsischen Metropole Dresden Denkmale und Standbilder auch mit solch einem Vlies abgedeckt. Dabei haben die Putbuser aber wohl einen entscheidenden Fehler gemacht. Im Gegensatz zu den Dresdnern haben sie zwischen dem Vlies und Denkmal kein Untergestell errichtet. Carlo Wloch, der Ende der neunziger Jahre die Gruft der Familie zu Putbus in der Vilmnitzer Kirche restauriert hat, kann da nur den Kopf schütteln. „Es ist eine Schande, wie hier mit Kunst und Kultur umgegangen wird — jedenfalls nicht fachgerecht“, sagt er. Und schildert ein Schreckensbild, wenn die Plane noch länger am Standbild, das 1859 vom Berliner Bildhauer Friedrich Drake im Auftrag der Frau des Fürsten, Luise zu Putbus, geschaffen worden war, geblieben wäre: „Durch die unmittelbar aufliegende Plane trocknet die Marmoroberfläche nicht. Kommt Frost, sind Frostaufsprengungen die Folge. Zudem werde die Plane nach einem möglichen Schneefall noch schwerer und dadurch direkt den Marmor belasten und an seiner Oberfläche festfrieren. Bei Tauwetter und Wind würden dann zwangsläufig Marmorsubstanzen großflächig abreißen.“ Vor sechs, sieben Jahren hatte der Förderverein Residenzstadt Putbus & Schloßpark das Malte-Denkmal erstmals den Winter über einhausen lassen. Allerdings ohne, da sind sich Wloch und Burwitz einig, die Holzkonstruktion vorher statisch berechnen zu lassen. Inzwischen soll das Bauwerk so weit zerschlissen sein, dass es nicht mehr verwendet werden kann. „Diesen Winter muss der Fürst noch ohne Hut und Mantel auskommen. Bis zum nächsten Herbst soll die Einhausung saniert werden. Und zwar so, dass sie auch stärksten Stürmen standhalten kann“, blickt Burwitz voraus.

Der Gründer der Residenz Putbus

1859 ist das Denkmal für Fürst Wilhelm Malte zu Putbus im Auftrag seiner Frau, der Fürstin Luise, geschaffen worden. Es entstand in der Werkstatt des Berliner Bildhauers Friedrich Drake.
Fürst Wilhelm Malte zu Putbus hat durchs Bauen im Stil des Klassizismus in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Spuren auf Rügen hinterlassen. Er gründete 1810 seine fürstliche Residenz Putbus, betrieb Ansiedlungspolitik für den Ort, der 150 Jahre später das Stadtrecht verliehen bekam.

 



Chris-Marco Herold

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