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Gemeinsam gegen die Angst tanzen

Stralsund Gemeinsam gegen die Angst tanzen

Das Tanzstück „Wallah“ des Vereins Performdance ist ein internationales Projekt / 13 Jugendliche aus sieben Nationen tanzen gemeinsam gegen Vorurteile

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13 junge Leute zwischen 13 und 24 Jahren tanzen gemeinsam in „Wallah“ (arabisch: „Bei Gott“).

Quelle: Fotos: Stefan Sauer (2)/miriam Weber (2)

Stralsund. Acht Monate arbeiteten die Jugendlichen an dem Stück „Wallah“. Sie arbeiteteten miteinander, arbeiteten gegen Sprach- und Kulturbarrieren und arbeiteten sich an verschiedenen Themen ab. „Wallah“ ist ein großes Experiment und vor allem ein Plädoyer für Mut und mehr Zuversicht in sich und die Zukunft: Eine tänzerische Begegnung junger Menschen unterschiedlicher Herkunft. Im Probenraum des Vereins Performdance kreuzten sich die Wege von Jugendlichen aus Stralsund, Syrien, Palästina, Afghanistan, der Ukraine, dem Sudan und dem Iran. Sie haben sich aufeinander eingelassen und sind eingetaucht in einen gemeinsamen intensiven Gestaltungs- und Diskussionsprozess.

OZ-Bild

Das Tanzstück „Wallah“ des Vereins Performdance ist ein internationales Projekt / 13 Jugendliche aus sieben Nationen tanzen gemeinsam gegen Vorurteile

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Unter der Leitung von Stefan Hahn und Dajana Voß gingen die 13 Leute aufeinander zu und nutzten als gemeinsame Sprache den Tanz. „Doch auch das war zunächst schwierig, unter anderem weil die Stralsunder alle bereits seit mehreren Jahren tanzen und die Flüchtlinge bei Null anfingen“, sagt Stefan Hahn. Für ihn ist dieses Projekt eine Herzensangelegenheit. „Ich wollte zeigen, dass es keinen Grund gibt, Angst voreinander zu haben. Schon gar nicht, wenn man etwas zusammen anpackt.“

„Natürlich war es zunächst schwierig, wenn sich fremde Menschen einander mit Bewegung und Sprache öffnen sollten“, schaut Dajana Voß zurück. „Aber es ist ein besonderes Projekt mit einem tollen Ergebnis und es hat sehr viel Freude bereitet.“

Für Saeed Al Debs aus Damaskus war das Tanzen absolutes Neuland. „Stefan hatte mich einfach angesprochen“, erinnert sich der 24-Jährige, der seit einem Jahr in Deutschland lebt. „Es war schwierig, all die Schritte zu lernen und vor allem, so engen körperlichen Kontakt zu den anderen zu haben.“ Doch er ist stolz, und das gleich in doppelter Hinsicht, denn derzeit absolviert Saeed beim Verein sein Freiwilliges Soziales Jahr.

Das knapp einstündige Stück bietet eine Mischung aus Tanz, Video- und Sprachsequenzen und Musik, gespielt von Sebastian Braun und Wieland Möller. Es werden nicht die einzelnen Geschichten der Protagonisten erzählt, vielmehr ist der Blick in die Zukunft gerichtet auf das, was sich die jungen Menschen wünschen – eine weltoffene Gesellschaft und jugendliche Unbeschwertheit, und doch schwebt über allem das Erlebte der Flüchtlinge. Und vielleicht gehen gerade angesichts der ersehnten Unbeschwertheit Sätze der jungen Menschen wie diese so nahe: „Nur mein Körper ist geflohen, mein Herz nicht. Ich wollte nicht weggehen.“ Oder: „Heimat ist da, wo ich ich selbst sein kann.“

Mit dem Stück „Wallah“, das vom Fonds Soziokultur, dem Land Mecklenburg-Vorpommern, dem Landkreis Vorpommern-Rügen und der Hansestadt gefördert wurde, wird sich Performdance bei nationalen Festivals bewerben. Internationale Gäste haben sich das Stück übrigens schon angeschaut. Auf Einladung des Goethe-Instituts besuchte eine polnische Delegation eine Aufführung und nutzte die Chance für Gespräche mit den jungen Tänzern.

Miriam Weber

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