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Im Acht-Minuten-Takt das Theater erobert

Stralsund Im Acht-Minuten-Takt das Theater erobert

Tag der offenen Tür im Großen Haus in Stralsund als neues Konzept zur Spielzeit-Eröffnung voll aufgegangen

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Die neue, aus Litauen stammende Chordirektorin Julija Domaseva probte mit den Besuchern und den Profisängern des Theaterchores einige Passagen aus Wagners „Tannhäuser“. Fotos (2): Christian Rödel

Stralsund. Spannend dürfte die neue Theatersaison werden, wenn sie genauso temperamentvoll verläuft wie der Tag der offenen Tür am Sonnabend im großen Haus am Olof-Palme-Platz. Es war ein sportlich-anspruchsvolles Programm, das die Theaterleute den Besuchergruppen anboten.

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Tag der offenen Tür im Großen Haus in Stralsund als neues Konzept zur Spielzeit-Eröffnung voll aufgegangen

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Sportliche Kondition wurde insofern abgefordert, als dass die Gäste im Parcours-Ritt, sprich im Acht-Minuten-Takt, das gesamte Gebäude für sich erschließen konnten. Für ältere, konditionell schwächere Gäste stellte der Besucherservice Helferinnen bereit, die den Transfer in die entsprechenden Etagen über den Lift absicherten. Eine perfekte Organisation sorgte für die punktgenaue Landung der Besucher an den zehn Spielort-Stationen. Über die Hauslautsprecher-Anlagen liefen die freundlich, aber bestimmten Durchsagen der aus dem englischen Sprachraum stammenden Inspizientin Susan Kaltenbacher. So bekamen die Gäste auch eine leise Ahnung, wie streng durchgetaktet und auch hektisch es hinter der Bühne im Spielbetrieb zugeht.

Der Spiritus Rector dieses neuen Konzeptes für die Saison-Eröffnung ist Reinhard Göber, von dessen Funken sprühenden Geistesblitzen in der neuen Saison noch mehr „Donnerschläge“ zu erleben sein dürften. Als frisch fest angestellter Oberspielleiter hat sich der aus Berlin stammende Theaterwissenschaftler viel vorgenommen. „Wir werden 20 Premieren mit 16 Schauspielern auf die Bühne bringen, das wird ein neuer deutscher Rekord“, so Göber, der etwas Berserkerhaftes an sich hat und dem man sofort abnimmt, was er von sich gibt. „Faust. Ein Fragment“ ist ein ganz persönliches Projekt des 57-jährigen Theatermannes, der schon eindrucksvolle Spuren an renommierten Häusern von Flensburg bis Innsbruck und Wien hinterlassen hat. Als erweiterten Ur-Faust bezeichnet Göber seine neue Lesart dieses wohl wirkmächtigsten deutschen Dramas. Höchst interessant dürfte auch das Stück „Der Hals der Giraffe“ von Judith Schalansky werden. Nicht nur, weil es eine regionalen Bezug zu Greifswald herstellt. Schalanskys gleichnamiges Buch wurde 2011 zum besten Roman des Jahres gekürt.

„Der Biedermann“ von Hannes Hamelner hat eine unglaubliche, aber wahre Geschichte zum Inhalt. Ein Medizinprofessor für Anatomie namens Hermann Voss hat sich an der Reichsuniversität in Posen an totgeschlagenen Polen vor dem „hauseigenen Verbrennungsofen“ mit Sezierbesteck zu schaffen gemacht, um Skelette und Organe zu präparieren. Dieser Mann wurde zu DDR-Zeiten ein anerkannter „Hervorragender Wissenschaftler des Volkes“, arbeitete bis zu seiner Pensionierung an der Greifswalder Uni am Anatomie-Institut.

Der bunte Theaterreigen mit kurzen Sequenzen aus allen Sparten des Hauses hatte am Samstag viele Besucher angezogen und lockt hoffentlich ebenso viele in die neuen Aufführungen...

Christian Rödel

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