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In den Fängen von Kraken und Kalmaren

Stralsund In den Fängen von Kraken und Kalmaren

Meeresmuseum und Ozeaneum in Stralsund locken mit neuen Ausstellungsstücken in das faszinierende Reich der Kopffüßer.

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Das Meeresmuseum präsentiert versteinerte Kopffüßer, darunter ist der zweitgrößte Ammonit, der jemals weltweit gefunden wurde.

Stralsund. Standesgemäß schaute an Stelle eines feinen Einstecktuches aus der oberen Tasche seines Sakkos ein Kalmar heraus. Dann zauberte Dr. Götz-Bodo Reinicke hinter seinem Rücken noch einen Kraken hervor. Schließlich zeigte der Wissenschaftler ein Perlboot — auch bekannt als Nautilus.

OZ-Bild

Meeresmuseum und Ozeaneum in Stralsund locken mit neuen Ausstellungsstücken in das faszinierende Reich der Kopffüßer.

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Bestens präpariert und launig führte der Kurator gestern in das neue Jahresthema „Kraken & Konsorten“ des Deutschen Meeresmuseums ein. „Wenn man die Kopffüßer kennt, sind sie unheimlich eindrucksvoll, sie bleiben aber auch immer ein bisschen unheimlich“, sagte Reinicke.

Zuvor hatte Direktor Harald Benke die Gäste im Kinosaal des Ozeaneums auf die neuen Modelle und Objekte — darunter wertvolle Originale — neugierig gemacht. Auf jene ganz besonderen Tiere, die mit ihrer Intelligenz und Anpassungsfähigkeit die Wissenschaftler beeindrucken, die in der Lage sind, Gefäße geschickt zu öffnen, in winzige Löcher zu schlüpfen oder ihre Farbe und Struktur zu ändern.

Wie das geht, kann man live im 8000 Liter-Becken beobachten, in dem ein Pazifischer Riesenkrake seit Februar immer heimischer wird. Der bringt übrigens bereits zehn Kilogramm auf die Waage.

Unter Leitung von Dr. Sabine Brasse im Ozeaneum und Dr. Dorit Liebers-Helbig im Meeresmuseum sind die Neuzugänge der letzten Wochen in die Ausstellungsräume eingezogen und beim Rundgang an verschiedenen Orten zu entdecken. Dazu gehören drei Nachbildungen von stattlichen Humboldt-Kalmaren, die man in der Halle „1:1 Riesen der Meere“ im Ozeaneum betrachten kann.

Dort erfahren die Besucher, dass diese Tintefische mit ihren Fangarmen und 200 Paar gezähnten Saugnäpfen pfeilschnell Jagd auf Räuber machen. Dabei können sie mit bis zu 24 km/h unterwegs sein. Über die Präsentation freute sich auch Brigitte Behrens, Geschäftsführerin von Greenpeace: „Die Kalmare sind eine große Bereicherung und eine gute Ergänzung“, sagte Behrens über die gelungene Kooperation mit dem Museum. Begeistert ist auch Besucherin Christine Patzsch (69): „Weil hier immer alles so gut dargestellt ist, dass man die Dinge auch versteht, ohne ein Naturwissenschaftler zu sein“, sagte die gebürtige Leipzigerin, die jetzt in Stralsund lebt.

Das Modell eines Humboldt-Kalmars gibt es auch am Katharinenberg zu sehen. Nur ein paar Schritte weiter ist dort eine Papierbootschale — das Gehäuse eines Argonauten — ausgestellt. Dass dieses seltene Stück seinen Weg ins Museum fand, ist dem Parower Hubert Gehrt (74) zu verdanken. „Gefunden haben wir diesen Schatz 2010 am Strand von Cape Agulhas in Südafrika. Ich wusste gar nicht, was das ist, als es dort nach der Ebbe angespült lag“, erzählte der ehemalige Seezeichen-Mechaniker, der heute immer noch auf dem Feuerschiff „Fehmarnbelt“ fährt und maritim sehr interessiert ist. Staunen können die Besucher im Meeresmuseum weiterhin über schwergewichtige Ammoniten — Versteinerungen von Kopffüßern, die vor Millionen Jahren bis zum Ende der Kreidezeit gelebt haben.

Und wer noch mehr zu dem Thema wissen möchte, der erhält auch in der Stralsunder Stadtbibliothek Auskunft. „Wir haben einen speziellen Medientisch mit ganz vielen Infos aufgebaut“, sagte Bibliotheksleiterin Sylvia Lieckfeldt, die gestern zu den Eröffnungsgästen gehörte.

Name steht fest: Riesenkrake heißt Strakan

Der pazifische Riesenkrake, der im Februar ins Ozeaneum eingezogen ist, hat einen Namen. „Wir werden ihn Strakan nennen“, sagt Diana Quade. „Das ist eine schöne Reminiszenz an seine Herkunft und hat etwas kräftig-klangvolles für das ebenso kräftige Tier“, begründet die Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit im Ozeaneum.

Damit folgt das Deutsche Meeresmuseum einem Vorschlag von Ralph Borchardt. Der hatte auf der OZ-Facebook-Seite für Strakan — als Zusammensetzung aus den Abkürzungen Stralsund und Kanada, dem Herkunftsland des Riesenkraken — plädiert. Strakan setzte sich gegen Ursel, Schnucki, Paul, Sundine, Meerbein, Klaus Störtebeker, Wallenstein oder Parikra (für Pazifischer Riesenkrake) durch. So lauteten weitere Namens-Vorschläge von Facebook-Nutzern.

800 Arten von Kopffüßern sind heute bekannt. Vor Millionen Jahren waren die Tiere, deren Fangarme am Kopf angewachsen sind, mit über 30 000 Arten die Herrscher der Meere. Kraken haben acht, Kalmare zehn Arme. Die Tintenfische sind nicht nur ziemlich clever, sondern können auch Tintenwolken produzieren, um ihre Feinde zu verwirren, während sie selbst die Flucht ergreifen.

Von Marlies Walther

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