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Kapelle Klevenow wieder eingeweiht

Klevenow Kapelle Klevenow wieder eingeweiht

Sanierung am barocken Gebäude mit feierlicher musikalischer Andacht abgeschlossen

Klevenow. Gut gefüllt war die kleine Klevenower Kapelle gestern, als Pastor Wolfgang Schmidt die feierliche musikalische Andacht eröffnete und damit offiziell die etwa einjährige Sanierung des Gebäudes abschloss. Annerose Vogt aus Demmin an der Flöte und die Grimmener Kantorin Sophia Köhn sorgten für die Musik, Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte ein Grußwort zur Wiedereröffnung gesandt und der Pastor war voll des Lobes über das Geleistete.

 

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Pastor Wolfgang Schmidt bei der feierlichen musikalischen Andacht zur Wiedereinweihung der Kapelle nach der umfangreichen Sanierung.

Quelle: Almut Jaekel

„Der Bundeskanzlerin haben wir es maßgeblich zu verdanken, dass so viel Geld vom Bund geflossen ist“, sagt Schmidt. Denn immerhin 30000 Euro der Gesamtsumme von 66 000 Euro Sanierungskosten kommen von dort. Möglich geworden sei das, weil das barocke Kleinod als Baudenkmal mit nationaler Bedeutung eingestuft worden war. Ein weiterer großer Geldgeber ist die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Außerdem flossen finanzielle Mittel des Kirchenkreises, der Kirchgemeinde und von privaten Spendern. Aber es gebe immer noch eine Finanzierungslücke von etwa 3500 Euro, betonte Wolfgang Schmidt.

Mit dem vorhandenen Geld konnte allerhand getan werden: Das Fachwerk und Mauern wurden saniert und frisch gestrichen sowie das zuvor verfaulte Fundament erneuert. Der Fußboden wurde mit Klinkersteinen ausgekleidet und die farbliche Gestaltung der Bänke ist originalgetreu wieder hergestellt. Die Fenster bekamen eine Bleiverglasung und lassen sich nach langer Zeit wieder öffnen. Und auch das Gestühl ist repariert und Putzarbeiten waren möglich. Die Beleuchtung ist ganz neu und auch für den Pfarrer noch ungewohnt und etwas grell. „Aber das kann man sicher noch leicht verändern“, meint er. 18 historische Tafeln, die die Seitenwände der Kapelle schmückten, fehlen noch. „Wir mussten feststellen, dass sie vom Holzwurm befallen sind und erst noch behandelt werden müssen“, sagte Schmidt. Danach sollen sie aber wieder zurück nach Klevenow in die etwa 1730 erbaute Kapelle.

„Die malerische kleine Dorfkirche ist ein barockes Schmuckstück Mecklenburg-Vorpommerns“, heißt es im Grußwort der Kanzlerin. Von außen wirke sie eher schlicht. Aber die prächtige Innenausstattung und Farbfassung versetze die Besucher in Erstaunen. Die Holztonnendecke ist mit Ranken und Engeln verziert und es gibt einen einzigartigen beinahe 300 Jahre alten Kanzelaltar.

Das alles wäre aber fast nicht mehr zu retten gewesen. Und so sei es ein Glück, dass die Familie Lass aus Klevenow sehr konsequent den Anstoß gegeben hätte, freut sich Pastor Schmidt. „ Und wir freuen uns sehr über die Sanierung. Uns bedeutet die Kapelle viel“, sagte Hubertus Lass gestern. Seine Kinder seien dort getauft worden und nur durch die Baumaßnahmen wäre die künftige Nutzung sicher. Wenn der Ringbalken nicht gesichert worden und auseinander gebrochen wäre, hätte man das Gebäude wohl nicht retten können.

„Die Kapelle ist ein richtiges Schmuckstück geworden“, findet Schmidt. Es sei ein Glück gewesen, dass sich die Stiftung Denkmalschutz dafür entschied, dem Bauwerk größere Bedeutung beizumessen. Zu Recht, wie er findet. Schließlich habe die Klevenower Kirche die Zeiten unbeschadet überdauert. Gebaut im Jahre 1730, ist die Ausstattung vom Altar über die Marmorierung bis hin zu barocken Verzierungen an den Holzbänken und den Beschlägen der Fenster komplett erhalten.

Sanierung für 66 000 Euro in einem Jahr

1730 gilt als Entstehungsjahr der kleinen barocken Kapelle in Klevenow. Das Gebäude wurde damals bereits als zweiter Bau einer dortigen Kapelle errichtet.

66000 Euro wurden bei der Sanierung seit dem vergangenen Jahr insgesamt verbaut.

30000 Euro davon sind Bundesmittel und 10000 Euro kommen von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

10000 Euro brachte der Kirchenkreis für die Baumaßnahmen auf.

16000 Euro sind Eigenmittel der Kirchengemeinde Grimmen oder stammen aus Spenden.

Zur Baumaßnahme gehören die Sanierung des Fachwerks an der Ost- und Südseite sowie die Mauerwerksinstandsetzung am Äußeren der Kapelle einschließlich eines Farbanstriches. Außerdem wurden Putzarbeiten im Inneren durchgeführt, das Gestühl repariert und der Fußboden erneuert.

Almut Jaekel

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