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Kreative Lebensräume

Stralsund/Sommerfeld Kreative Lebensräume

„Kunst: Offen“ hat auch in Stralsund und Umgebung viele Besucher in Ateliers gelockt. Dabei gab es durchaus Überraschendes.

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Vom Turm des alten E-Werks am Hafen, wo Ian Wiskow sein Atelier hat, eröffnet sich ein herrlicher Blick auf die Rügenbrücke.

Stralsund/Sommerfeld. Was hatten gewisse Leute nicht schon alles mit dem weithin sichtbaren Turm des ehemaligen Stralsunder E-Werkes in der Frankenvorstadt vor? Aus den vielen Ideen und Visionen ist letztendlich jedoch nie etwas geworden. Da musste erst der weitgereiste Ian Wiskow nach Stralsund kommen, um dem imposanten technischen Denkmal in der Dänholmstraße wieder eine Seele einzuhauchen. Vor zwei Jahren pachtete der 54-jährige Künstler das denkmalgeschützte Objekt, an dem zu DDR-Zeiten Stralsunds einziges Hallenbad angedockt war.

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„Kunst: Offen“ hat auch in Stralsund und Umgebung viele Besucher in Ateliers gelockt. Dabei gab es durchaus Überraschendes.

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Weltenbummler Wiskow verbrachte seine Jugend mit Geschwistern und Eltern in Brasilien, studierte dort Landwirtschaft, kehrte nach Deutschland zurück, um wenig später nach Afrika aufzubrechen.

Irgendwann besann Wiskow sich auf seine künstlerischen Ambitionen. Vielleicht lag es aber auch daran, dass seine Mutter während ihres Kunststudiums einmal Meisterschülerin des berühmten Grafikers und Malers HAP Grieshaber war.

Auf der Suche nach einem Atelier im Nordosten fiel ihm in Stralsund der Turm gegenüber der Rügenbrücke auf. In den großzügigen Etagen des in den 20er-Jahren erbauten Turmes fand er wunderbare räumliche Entfaltungsmöglichkeiten vor. Da der dreifacher Vater gerne mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, knüpfte er Kontakt mit Stralsunder Schulen, die seitdem ihre Schüler in den Hafenturm zu Kunstprojekten vermitteln.

In dem Atelier mit fahrbaren Staffeleien entsteht Wiskows Kunst, die von der Malerei bis hin zu Installationen reicht. Seine Installation „Wasserspiele“ aus alten Ananas-Blechdosen ist kurz vor „Kunst: Offen“ fertig gestellt worden und plätschert nun vor dem Eingangstor zum Turm. Die Wasserspiele hat Wiskow der Stadtverwaltung schon als temporäre Kunstobjekte im öffentlichen Raum angeboten.

Bei der Neugestaltung des Spielplatzes auf der Küterbastion könnten seine Wasserspiele vielleicht sogar einen festen Platz erhalten. Unter den vielen Besuchern bei Wiskow im Atelier, waren auch viele ältere Stralsunder, die einfach neugierig waren, wie es im Inneren des Turmes aussieht.

Kreative Lebensräume haben sich in der Stralsunder Peter-Blome-Straße 7 auch Dagmar Burike und Grit Piolka geschaffen. Die beiden Nachbarinnen leben hier erst seit knapp einem Jahr und haben in Stralsund eine neue auch künstlerische Heimat gefunden.

„Meine Wohnung ist auch mein Atelier“, erklärt Dagmar Burike. „In der Küche spüle ich meine Pinsel, im Schlafzimmer wird gemalt“, sagt die 59-Jährige, die aus dem Rheinland an die Küste gekommen ist.

„Ich mag die Natur und diese charaktervollen Städte hier im Norden“, schwärmt sie. „Hier gibt es ein ganz anderes Licht. Dadurch entwickelt sich automatisch etwas Neues“, sagt die Künstlerin, die von ihren Besuchern am Pfingswochenende oft für ihre Farben bewundert wurde. Neben Zeichnungen und Malereien finden sich in ihrem Wohnatelier aber auch Künstlerpuppen oder Rindenkunstwerke.

In der Wohnung nebenan widmet sich Grit Piolka der Öl- und der Aquarellmalerei. „Früher hat sich in meinen Bildern die Sehnsucht nach dem Meer widergespiegelt. Nun bin ich hier“, sagt die 52-Jährige, die ihren Umzug von Thüringen an die Küste nicht bereut hat. Beide Frauen empfangen die interessierten Besucher nicht nur zu „Kunst: Offen“ in ihren Räumen.

Zum 11. Mal ist Metallkunstgestalter und Grafiker Karsten Miller bei „Kunst: Offen“ dabei gewesen. In seiner Sommerfelder Galerie, in der man übrigens tolle Kunstgegenstände entdeckt, von der Klönbank bis zu den bewegten Kranichen, zeigte der 59-Jährige diesesmal einen kunstschmiedenen Kerzenkronleuchter. Es ist eine originale Fischerglaskugel, umfasst von brüniertem Stahl – ein Ergebnis feinster Handwerkskunst. Miller benötigte für den Leuchter eine Zeit von vierzehn Tagen. Fische, Krabben, Seepferdchen, Schnecken, Seesterne und Bernstein umschwimmen die bläulich schimmernde Kugel.

„Wir leben an der Küste, wo das Blau überwiegt. Da kam mir die Idee mit der Glaskugel und den Meeresbewohnern“, erklärt er.

Wenke Büssow-Krämer, Ines Engelbrecht und Christia

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