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Land: Theater Vorpommern trickst bei Besucherzahlen

Stralsund/Greifswald/Putbus Land: Theater Vorpommern trickst bei Besucherzahlen

Minister Brodkorb hat in einer Statistik 31 000 Zuschauer abgezogen / Laut Intendant Löschner ist nicht Schwerin, sondern das Theater Vorpommern das besucherstärkste in MV

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Intendant Dirk Löschner

Stralsund/Greifswald/Putbus. Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) hat die Besucherzahlen des Theaters Vorpommern nachträglich nach unten korrigiert.

Das Meiste bezahlt der Staat

97Euro — so hoch ist der Betrag, mit dem jede Karte für eine Vorstellung im Theater Vorpommern von Land und Kommunen subventioniert wird. Dies ist der niedrigste Wert unter allen Mehrspartentheatern in MV.

Laut einer Bilanz, die Brodkorb vorgelegt hat, haben in der vergangenen Spielzeit 2014/2015 lediglich rund 151 000 Besucher eine Produktion des Theaters gesehen. Intendant Dirk Löschner hatte indes im Herbst 2015 verkündet, dass das Theater Vorpommern mit rund 182000 Gästen zum besucherstärksten Theater des Landes avanciert sei. Insgesamt seien 9200 Zuschauer mehr gekommen als in der Saison zuvor, betonte er.

Damit hatte das Theater Vorpommern das Mecklenburgische Staatstheater in Schwerin im Wettlauf um die landesweit meisten Besucher zwischenzeitlich von der Spitze verdrängt. Das Staatstheater konnte in der vergangenen Spielzeit rund 176000 Gäste für seine Vorstellungen begeistern.

Das Theater Vorpommern wehrt sich gegen den Besucherabzug der Landesregierung. In der Brodkorb-Bilanz mit dem sperrigen Titel „Ausstattungs- und Leistungsdaten der Mehrspartentheater in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2015“ ist deshalb auf Druck von Löschner eine Fußnote eingefügt worden, in der vermerkt ist, dass das Theater über 31000 „einnahmerelevante Besucher mehr verfügt als in dieser Statistik angegeben“. Das Kultusministerium setzt jedoch im nächsten Satz hinzu, dass „die hier angegebene Besucherzahl das Kerngeschäft der Theater abbilden“ soll. Was das Ministerium als Kerngeschäft versteht, ist nicht näher erläutert. In dem Papier heißt es dazu nur: „Für alle Standorte gilt als sicher, dass die vorliegende Statistik einen robusten Überblick über den Zuschauerzuspruch im Kerngeschäft bietet.“ Abweichungen seien möglich.

Löschner hatte sich zuletzt im Januar erfolgreich gegen einen Bericht in der Süddeutschen Zeitung gewehrt, in dem von abnehmenden Zuschauerzahlen am Theater Vorpommern die Rede war. In einer entsprechenden Gegendarstellung legte er erneut Wert auf die Feststellung, dass das Theater Vorpommern mit 182000 Zuschauern das besucherstärkste Haus im Land ist.

Theatersprecher Hans Heuer spricht vor allem mit Blick auf die Gastspiele im Theater von Putbus sowie in der Stadthalle Greifswald von unterschiedlichen Auffassungen. „Wir rechnen uns die Zuschauerzahlen immer dann zu, wenn die Aufführung ohne uns nicht möglich wäre“ — also zum Beispiel das Technikteam des Theaters für den Auftritt benötigt wird. Veranstaltungen wie eine komplett vom Sender produzierte Fernsehgala oder Kreistagssitzungen, die in der Greifswalder Stadthalle des Öfteren über die Bühne gehen, „fließen natürlich nicht in unsere Statistik ein. In diesem Fall übergeben wir nur den Schlüssel.“

Brodkorb ist auf Nachfrage darum bemüht, das Thema klein zu halten und spricht von „zwei durchaus berechtigten Statistiken, mit und ohne sonstigen Besuchern“. Das Land müsse in einer Theaterstatistik „alle Zahlen vergleichbar gestalten“.

Von Benjamin Fischer

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