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Leselust statt Bücherfrust: Jugendliche lesen wieder mehr

Stralsund Leselust statt Bücherfrust: Jugendliche lesen wieder mehr

Teenager greifen öfter zur Lektüre als noch vor ein paar Jahren / Zahl der Kinderbibliotheksnutzer in Stralsund ist gestiegen

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Richard Weinz greift auch in der Freizeit zum Buch. Er stöbert gern im Buchladen von Uta Reichel in der Fährstraße.

Quelle: Miriam Weber

Stralsund. In Zeiten von Facebook, Twitter und Instagram sitzen Jugendliche vor dem Computer oder an ihren Handys und stecken ihre Nasen kaum noch in ein gutes Buch. So weit die Sicht auf die Jugendlichen von heute.

OZ-Bild

Teenager greifen öfter zur Lektüre als noch vor ein paar Jahren / Zahl der Kinderbibliotheksnutzer in Stralsund ist gestiegen

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Doch was ist tatsächlich los im Land der Dichter und Denker? Seit die Medienwelt durch Handys dominiert wird, scheint es so, als verbringen Jugendliche kaum noch Zeit mit dem Lesen. Computerspiele, Spielekonsolen und das Fernsehen sollen einen größeren Einfluss auf sie haben als zum Beispiel der Schulbuchklassiker „Faust“.

Laut einer Studie finden nur noch 47 Prozent der Teenager wirklich Gefallen an einem Buch, weil sie schlechte Erfahrungen aus dem Unterricht mitgenommen haben. Nach einem anstrengenden Schultag sind viele erschöpft und entspannen sich lieber vor dem Fernsehen.

„Dafür gibt es eine sehr einfach Erklärung“, sagt die 15-jährige Betti Losch. „Nach einem harten Tag möchte man sich ungern wiederholt mit der Schullektüre befassen. Ich lese deshalb bewusst andere Bücher, um den Kopf frei zu kriegen“.

Etwa ein Viertel der Deutschen kann man ohnehin nicht für das Lesen begeistern. Doch diese Zahlen gab es auch schon vor 20 Jahren. Dafür sind jedoch sogar 33 Prozent der deutschen Jugendlichen Vielleser, wenn man Zeitungen und Zeitschriften mit dazu rechnet. Entscheidend ist dabei der Spaßfaktor, denn Jugendliche müssen nur richtig motiviert werden, findet auch Antje Stadler, Leiterin der Kinderbibliothek Stralsund. „Die Kinder von heute erreicht man immer noch mit tollen und spannenden Geschichten. E-Books und Hörbücher sind vor allem bei der Jugend sehr angesagt und machen das Bücherlesen attraktiver.“

Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Teenager durch elektronische Medien eigentlich noch mehr lesen. Wenn Schüler etwas für ihre Referate recherchieren oder E-Mails schreiben, lesen sie dabei. Man könnte sagen, Jugendliche lesen nicht weniger, sondern einfach nur nicht mehr das gängige Buch, sondern am elektronischen Bildschirm.

Unter der Woche sind 40 Prozent der Jungen und 60 Prozent der Mädchen bemüht, Bücher zu lesen. Dazu gehört auch Frieda Hieschler. Sie ist die diesjährige Gewinnerin des Vorlesewettbewerbs in Stralsund und auch in ihrer Freizeit eine richtige Leseratte. „Habe ich ein Buch erstmal in der Hand, kann es nicht mehr weglegen. Trotz meiner Hobbys versuche ich jeden Abend, meine Nase in ein Buch zu stecken. Hauptsächlich sind das Fantasy-Bücher, es ist aber auch mal etwas Lustiges und Nachdenkliches dabei.“

Zu denjenigen, die gern lesen, gehört auch Betti Losch aus Barth, die viel Zeit in gute Bücher investiert. „Ich stehe total auf Krimis und Thriller. Mich faszinieren die unterschiedlichsten Fälle und der entstehende Nervenkitzel.“

Jugendbücher nehmen in Deutschland die obersten Plätze in den Verkaufscharts der Buchhändler ein. Seit dem Erfolg von „Harry Potter“ oder „Bis(s) zum Morgengrauen“, sind Fantasy-Geschichten sehr beliebt. Bücher für Jugendliche laufen der Erwachsenenliteratur hierzulande immer häufiger den Rang ab. Verkaufszahlen zeigen, dass Jugendliche trotz Medienbeeinflussung immer noch Bücher besitzen und regelmäßig verwenden. Somit greifen auch die kommenden Generationen gern mal auf ein Buch zurück, was auch Antje Stadler bestätigen kann: „Tendenziell sind die Leserzahlen in den letzten Jahren gestiegen, was auch an der höheren Geburtenrate in Stralsund liegen mag. Meinem Empfinden nach wird das Lesen wieder mehr in der Schule gefördert, und auch die Eltern legen nun Wert darauf.“

Ein weiteres Interesse am Lesen weckt auch der Vorlesewettbewerb, an dem jedes Jahr über 600000 Schüler teilnehmen. Seit über 50 Jahren bleibt das Interesse daran bestehen, und kein Ende ist in Sicht. Bücher sind also alles andere als out.Sabrina Scholz (17) besucht das Hansa-Gymnasium.

Von Sabrina Scholz

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