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Liebesgeschichte mit magischer Kraft

Stralsund Liebesgeschichte mit magischer Kraft

Das Faust-Drama in der Inszenierung von Reinhard Göber hat am Sonnabend in Stralsund Premiere

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Als Gretchen ist Anne Greis zu erleben. Den Faust spielt Alexander Frank Zieglarski.

Quelle: Vincent Leifer

Stralsund. „Faust. Ein Fragment“. Große Literatur lechzt nach großem Ehrgeiz und Talent, sofern sie auch auf den Bühnen dieser Welt das Publikum anrühren soll. Die Schauspielsparte des Theaters Vorpommern hat dafür reichlich Ambitionen.

OZ-Bild

Das Faust-Drama in der Inszenierung von Reinhard Göber hat am Sonnabend in Stralsund Premiere

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Die Wahl des Stückes ist alles andere als beliebig. Denn Regisseur Reinhard Göber gibt damit seinen Einstand als neuer Oberspielleiter des Schauspiels. Und: Was würde besser zum neuen Spielzeitmotto „MACHT Theater!“ passen als das urdeutsche Drama vom alten Geheimrat Goethe?! „Faust“ hat das Denken von Generationen beeinflusst – und tut es noch heute. Ein Stoff, der zur Schullektüre gehört. Kein Wunder, dass die Idee einer Bühnenfassung bei hiesigen Pädagogen gut ankommt. Und das, obwohl das „Faustfragment“ nicht direkt im Unterricht behandelt wird. „Trotzdem haben wir von den Lehrern bei der Vorbesprechung des Spielplans bereits ein sehr positives Echo erhalten“, verrät Chefdramaturg Sascha Löschner.

Was aber ist es, was den Zuschauer oder Leser auch knapp 250 Jahre nach der Niederschrift immer noch an Goethes Dichtung fasziniert? Diese Frage muss sich wohl ein jeder selbst beantworten. Fakt ist:

Das „Faustfragment“ steht entstehungsgeschichtlich zwischen dem „Urfaust“ und „Faust. Eine Tragödie“ und stellt die Liebestragödie um Gretchen – gespielt von Anne Greis – in den Vordergrund.

Für den Schauspieler Alexander Frank Zieglarski ist der Faust „eine Rolle, die man sich wünscht. Einfach cool“, sagt er. Dabei hatte der 39-Jährige bereits das Glück, in seiner Detmolder Zeit den Mephisto im „Urfaust“ gegeben zu haben. Nun also eine „astreine Liebesgeschichte von einem wissensbeladenen Typen, der seine erste Liebe kennenlernt und völlig geflasht ist“, formuliert der Darsteller.

Ein altmodisches Thema, das in der heutigen, ach so aufgeklärten Welt eher etwas fremd wirkt, oder? Mitnichten! Die Liebe ist kein alter Zopf. Ganz im Gegenteil. „Wer nimmt sich heute die Zeit, jemanden noch richtig kennenzulernen“, fragt Zieglarski. Und wenn doch: „Sobald es Probleme gibt, ist der Ofen aus. Alles muss immer perfekt sein. Jeder fühlt sich getrieben und glaubt, es geht noch besser“, sagt der Schauspieler.

Regisseur Reinhard Göber ist überzeugt davon, dass das Faustfragment ein Stück ist, das jung und alt in den Bann ziehen kann. Sowieso halte er nichts davon, Theater nur für junges oder nur für altes Publikum zu machen. Theater habe das Zeug dazu, „die individuellen und gesellschaftlichen Katastrophen einer Gesellschaft in Echtzeit fiktiv“ durchzuspielen.

Theater könne Spannung und Irritation erzeugen – und natürlich auch Kommunikation. Göber hat seinen Anspruch als neuer Oberspielleiter klar definiert. Als Regisseur, der schon auf über 20 Bühnen inszenierte und übrigens in Vorpommern mit „Hedda Gabler“ Erfolge feierte, sagt er: „Es ist nicht besonders schwierig, in München Theater zu machen. Aber hier ist es eine große Herausforderung.“ Das Drama „Faust. Ein Fragment“ feiert Sonnabend um 19.30 Uhr in Stralsund im Großen Haus Premiere. Heute um 19.30 Uhr spricht Reinhard Göber in einem Vortrag im Theater unter dem Motto „Nicht geschlafen. Herzklopfen und fliegende Hitze“ über das Leben des jungen Goethe. Und am Sonntag um 11 Uhr lädt der Verein Hebebühne zu einem Theaterfrühstück mit dem neuen Oberspielleiter ins Theaterfoyer ein.

Goethe-Vortrag und Theaterfrühstück

Der neue Oberspielleiter Reinhard Göber, dessen Inszenierung „Faust. Ein Fragment“ am Sonnabend in Stralsund Premiere feiert, hält heute, 19.30 Uhr im Theater, einen Vortrag über den jungen Goethe, der als eines der wenigen deutschen Universalgenies gilt, aber doch ein Individualist blieb. Der Eintritt ist frei. Sonntag um 11 Uhr kann man den Schauspiel-Chef beim Theaterfrühstück im Foyer näher kennenlernen. In seiner nächsten Regiearbeit widmet er sich dem Advents- und Weihnachtsstück „Anton – Das Mäusemusical“.

Göber hat in Berlin studiert und inszenierte unter anderem in Lübeck, Bonn, Hannover, Linz, Kassel, Luzern, Lichtenstein, Innsbruck oder Konstanz.

Petra Hase

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