Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Magisch und zauberhaft: Wenn Gaukler Puppen tanzen lassen

Stralsund Magisch und zauberhaft: Wenn Gaukler Puppen tanzen lassen

Josefine Schönbrodt und Jan Maria Meissner touren mit ihrem Theater „Phoebus“ durch Vorpommern / Sonntag feiert ihr Stück „Sibylla Schwarz“ in Stralsund Premiere

Voriger Artikel
Wenn Gaukler die Puppen tanzen lassen
Nächster Artikel
Mehmel-Orgel in St. Jakobi wird restauriert

Schauspieler und Musiker voller Leidenschaft: Josefine Schönbrodt und Jan Maria Meissner. Jetzt haben sie ihr eigenes Theater.

Quelle: Marlies Walther

Stralsund. Mit einer eigenen Bühne durch die Lande ziehen, das war schon immer ein Traum für Josefine Schönbrodt. In diesem Jahr wurde er Wirklichkeit. Mit ihrem Partner, dem Musiker Jan Maria Meissner, gründete die Schauspielerin das Theater „Phoebus“. Da haben sich zwei gefunden, die vor Spielfreude nur so sprühen. „Wir sind ein modernes Gauklerpaar“, sagt Jan Maria Meissner. Ohne das theoretisch zu erörtern, greift er zur weißen Gitarre, während sie den kleinen Muck aus der Tasche holt, zärtlich über das seidene Gewand der Figur streicht und das Lied anstimmt:

„Ich bin so klein und wär’ gern groß...“

Puppenspiel, das ist etwas „Magisches, Zauberhaftes, total spannend“, findet Josefine Schönbrodt, die an der Hochschule „Ernst Busch“ in Berlin nicht nur das Handwerk des Schauspielens erlernt hat, sondern außerdem ihr Diplom als Puppenspielerin ablegte und in die Kunst eingeweiht wurde, sich diese Welt auch selbst zu erschaffen.

Im Theater Vorpommern stand die Darstellerin von 2012 bis 2015 als festes Ensemblemitglied in den unterschiedlichsten Rollen auf der Bühne. Sie war in den „Zofen“ oder im „Turm“ zu erleben, in „Nathan der Weise „ oder in „Surrogates“. Sie spielte drei Solo-Puppen-Inszenierungen: „Hase und Igel“, „Dornröschen“ und „Schneewittchen“. Im Puppenspiel sei es möglich, die ganze Spannbreite der Ausdrucksmittel „auf märchenhafter Ebenen“ zu nutzen. Das mache für sie, die schon als Kind leidenschaftlich mit Puppen gespielt hat, ganze Comic-Geschichten erfand und gern Ballerina geworden wäre, den besonderen Reiz aus.

Jan Maria Meissner wiederum weiß nur zu gut, wie man den richtigen Ton anschlägt und alles ins rechte Licht setzt. Der gebürtige Greifswalder ist viel rumgekommen in der Welt, hat in Dresden im Chor gesungen, in Berlin Punk-Musik gemacht, an verschiedenen Theatern den Ton gemischt, mit Aborigines in Australien gelebt und musiziert und im West End in London Licht designt, bevor er in Greifswald Beleuchtungmeister wurde. Sich „vollkommen frei entfalten zu können“, ohne an die Grenzen des Spartendenkens in der Theaterlandschaft zu stoßen, das war auch für ihn immer ein Wunsch.

Nun lässt das Paar also gemeinsam die Puppen tanzen, nach allen Regeln der Kunst. Das sei die beste Entscheidung gewesen. Wenn es darum geht, „eine Figur zum Leben zu erwecken“ dann, lassen sie es durchaus zu, dass ihnen die Puppe den Schlaf raubt. Da treibt es Josefine Schönbrodt und Jan Maria Meissner auch mal nachts um drei aus dem Bett, um am Küchentisch über eine neue Idee für ihr Stück zu reden. Dankbar sind sie, im Theater Vorpommern einen festen Partner gefunden zu haben. Nun in der Gastrolle. In Greifswald ist das Fallada-Haus ihre Heimat. In Stralsund haben sie im Gustav-Adolf-Saal der Kulturkirche St. Jakobi ihre Spielstätte gefunden. „Aber wir sind auch mobil, man kann uns buchen“, lädt Meissner Veranstalter ein. Sie wollen ihr Publikum „von Null bis 100“

in den Bann ziehen, ohne Altersunterschied. „Kinder haben anspruchsvolles Theater verdient“, lässt Meissner keinen Zweifel daran, was dem Theater „Phoebus“ wichtig ist – benannt übrigens nach dem Gott der Musen und des Lichts.

Die nächste Premiere für Erwachsene findet Sonntag in Stralsund statt. In „Sibylla Schwarz. Meiner Feder edles Safft“ wenden sich die Künstler dem Leben und Werk einer Greifswalder Dichterin zu, die1638 mit nur 17 Jahren starb, aber „ ein überaus reifes Werk“, so Meissner, hinterlassen hat.

Josefine Schönbrodt spricht von einer „großen Kraft ihrer Verse, von einer tiefen Weisheit“. Die Puppe habe in diesem Fall nur eine Nebenrolle, die ab und zu auftaucht. Josefine Schönbrodt ist es, die jener Frau, die als „Wunder ihrer Zeit“ verehrt wurde, ihre Stimme verleiht. „Unser Stück erzählt ihr Leben in ihren eigenen Worten“, beschreibt sie. Es erklingen zahlreiche vertonte Texte, in die auch Elemente des Jazz und Pop einfließen. Über eine Frau, die „nicht nur in die Barockzeit gehört, sondern so aktuell ist, wie man es sich nur vorstellen kann“, sagt Jan Maria Meissner.

Mit der „Schneekönigin“ in die Weihnachtszeit

Premiere feiert am 23. Oktober um 18 Uhr im Gustav-Adolf-Saal der Jakobikirche „Sibylla Schwarz. Meiner Feder edles Safft“. Im Mittelpunkt steht das Leben und Werk der Greifswalder Dichterin Sibylla Schwarz, die mit nur 17 Jahren 1638 starb und als „Wunder ihrer Zeit“ galt. Erst im 20. Jahrhundert wurde sie wiederentdeckt und schaffte es in den „Kanon“ des Kritikers Marcel Reich-Ranicki.

Dramaturg ist Dr. Michael Gratz, Herausgeber der ersten Werkausgabe nach 400 Jahren , die im Leipziger Verlag Reinecke & Voß erscheinen wird.

6 Stücke für Kinder und Erwachsene hat das Theater „Phoebus“ im Repertoire. Die Proben für das siebente Bühnenstück haben begonnen – das Weihnachtsmärchen „Die Schneekönigin“.

Die Aufführungen der „Schneekönigin“ starten am 27. November um 16 Uhr im Greifswalder Fallada-Haus und am 11. und 18. Dezember, 15 Uhr, im Stralsunder Gustav-Adolf-Saal.

Karten für die Vorstellungen können unter www.theaterphoebus.de oder ☎ 0173/2173210 reserviert werden.

Marlies Walther

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Putbus

Rügen nahm Abschied von Willy Kankel – In der OZ begleitete er 35 Jahre lang die Geschicke der Insel

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Kultur
Verlagshaus Stralsund

Apollonienmarkt 16
18439 Stralsund

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
10.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Benjamin Fischer
Telefon: 0 38 31 / 20 67 40
E-Mail:  stralsund@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.