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Meyerfeldtsches Palais für 4,7 Millionen Euro saniert

Tag des offenen Denkmals in Stralsund: Auszeichnungen und interessante Führungen Meyerfeldtsches Palais für 4,7 Millionen Euro saniert

In den nächsten Wochen ziehen wieder die Mitarbeiter des städtischen Bauamtes in das repräsentative Gebäude in der Badenstraße 17

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Architekt Axel Kaun (mit Mappe) hat die Interessierten durch das Gebäude in der Badenstraße 17 geführt.

Stralsund. Das frisch sanierte Gebäude in der Badenstraße 17, das ehemalige Meyerfeldtsche Palais, strahlte am gestrigen Denkmaltag eine besonders große Sogwirkung aus:

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In den nächsten Wochen ziehen wieder die Mitarbeiter des städtischen Bauamtes in das repräsentative Gebäude in der Badenstraße 17

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Die interessierten Besucher erstürmten geradezu das für 4,7 Millionen Euro modernisierte Amtsgebäude, das noch in diesem Monat wieder von den Mitarbeitern des Bauamtes der Hansestadt bezogen werden soll.

Bei Führungen durch das Gebäude musste der Stralsunder Architekt Axel Kaun vom Planungsbüro Mittelbach versuchen, die unterschiedlichsten Fragen zu dem repräsentativen Gebäude nebst seiner Baugeschichte zu beantworten. Das zweigeschossige traufständige Hauptgebäude mit seinen beiden Seitenflügeln war Dienst- und Wohnsitz des schwedischen Generalgouverneuers Graf Johann August Meyerfeldt, der sich diese „Festung“ von dem damals renommierten Architekten Cornelius Loos entwerfen ließ. Der für seine speziellen Phobien bekannte Generalgouverneur ließ sich im Keller des Palais eine Art Panic Room errichten, um sich vor angreifenden Feinden und dem Beschuss durch Kanonenkugeln zu schützen.

Ein unterirdischer Gang wurde während der Bauarbeiten von den Archäologen freigelegt und die Vermutung liegt nahe, dass er diesen zur eventuellen Flucht aus dem Gebäude nutzen wollte. Die Ironie des Schicksals sorgte dafür, dass der auf absolute Sicherheit bedachte Graf im besten Mannesalter ohne Fremdeinwirkung verstarb. Der Sicherheitsbunker im Kellergewölbe, in dem sich sogar noch kunstvoller Stuck an den Wänden befindet, dient heute übrigens als Raum für die Heizungstechnik. Viele neugierige Besucher nutzten gestern die letzte Möglichkeit, diesen Raum noch einmal in Augenschein zu nehmen. Eine Augenweide ist die repräsentative, auf der Südseite gelegene Hofanlage.

Der erste Bauabschnitt der Sanierung des Hauses wurde bereits 2011 abgeschlossen. Im Januar 2015 wurde mit dem zweiten Bauabschnitt begonnen. Die Arbeiten stehen kurz vor dem Abschluss. Das Gebäude wird nahezu barrierefrei sein. An der Grundstruktur durfte wegen denkmalpflegerischer Vorgaben nichts verändert werden. Im Dachgeschoss wurden Oberlichter installiert. Tageslicht soll auch über horizontale Glasziegelstreifen in die Büroräume gelenkt werden.

Die Stadt würdigt Bauherren

Premiere zum Tag des offenen Denkmals in Stralsund: Erstmals wurden zwei Bauherren für ihr denkmalpflegerisches Engagement mit der Käthe-Rieck-Urkunde ausgezeichnet. Namensgeberin ist die einstige, verdienstvolle Direktorin des Kulturhistorischen Museums (heute Stralsund Museum). Enno Hempelmann wurde für die Sanierung des so genannten kleinen St. Jürgen-Klosters in der Knieperstraße 9 gewürdigt. „Dieses Gebäude tut meiner Seele gut, weil es einfach wieder schön geworden ist", sagte der 62-jährige, aus Kiel stammende Denkmalliebhaber, der sich bereits seit 1991 um die Sanierung von besonderen Stralsunder Objekten kümmert. „Meine Sache war es nie, möglichst viel Rendite aus den sanierten Objekten zu ziehen, sondern sozial verträgliche Mieten anzubieten“, so der Investor. Das Kloster war eigentlich ein Spital, das ursprünglich vor den Toren Stralsunds lag und in dem Leprakranke beherbergt wurden. Nachdem die Krankheit weitestgehend besiegt worden war, wurde das Spital in die Stadt verlegt.

Die zweite Auszeichnung erhielt das bauhistorisch zu den wertvollsten Gebäuden Stralsunds zählende Objektensemble in der Jakobiturmstraße 32. Der Besitzer ist Gerhard Ernst (68) aus Wittenberge, dessen behutsamer Sanierung es zu verdanken ist, dass die Hansestadt um ein Kleinod reicher ist. Das Renaissance-Portal mit den darüber angeordneten Terrakotten kennzeichnen dieses Objekt.

Renaissance-Bauten dieser Art sind in den norddeutschen Hansestädten besonders selten anzutreffen.crö

Regierungspalais

Das Meyerfeldtsche Palais in der Badenstraße 17 wurde von 1726 bis 1730 errichtet.

Nach kurzer Dänischer Herrschaft gehörte Stralsund seit dem Frieden von Frederiksborg 1720 wieder zum Königreich Schweden. Da den Schweden aber nur noch Vorpommern und Rügen gehörten, mussten sie ihren bis dahin in Stettin gelegenen Regierungssitz neu bestimmen. Die Wahl fiel dabei auf Stralsund.

Graf Johann August Meyerfeldt war der Generalgouverneur.

Christian Rödel

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