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Tribsees Mit Karte, Kompass und Karosse auf Tour

Tribseeser Motorsportler seit 1964 aktiv / Nach 27 Jahren auf Chefsessel Abschied für Wolfgang Rübe

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1964 wurde der Motorsportclub Tribsees gegründet. Er zählt genau 100 Mitglieder. FOTO: OZ

Tribsees. . Geht es um Marschrichtungszahlen, das Lesen von Karten oder den Umgang mit einem Kompass, macht den Tribseesern so schnell keiner etwas vor. Die 100 Mitglieder des Motorsportclubs sind Spezialisten für Orientierungsfahrten und kennen sich gut aus in Nordvorpommern. Seit 52 Jahren ist der Verein mit seinen Aktivitäten nicht mehr wegzudenken aus dem Sport- und Kulturleben der Trebelstadt.

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Tribseeser Motorsportler seit 1964 aktiv / Nach 27 Jahren auf Chefsessel Abschied für Wolfgang Rübe

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Und da ist heute ein ganz besonderer Tag, denn auf der Mitgliederversammlung am Abend wird Wolfgang Rübe verabschiedet. Seit 40 Jahren ist er Motorsportler, seit 27 Jahren hält er die Fäden des Vereins in der Hand. Nun – mit 69 Jahren – möchte er sich zur Ruhe setzen. „Wir haben ihm viel zu verdanken, er hat alles dafür getan, den Verein zusammen zu halten“, sagt Schlossermeister Jürgen Teetz. Er arbeitet ebenso wie Schatzmeisterin Gudrun Vogt seit Jahren im MSC Tribsees mit. Die Schatzmeisterin möchte unbedingt auch das Engagement von Doris Rübe hervorheben. „Sie hat immer hinter ihrem Mann gestanden, ihm den Rücken freigehalten, aber auch viele Aufgaben mit übernommen.“ Als Dankeschön warten heute Abend ein paar Überraschungen auf Familie Rübe, bevor dann ein neuer Vorstand gewählt wird.

Und der bereitet dann natürlich die neue Saison vor. Da steht jeden Monat ein Highlight ins Haus. Baudenabend, Sportfest, Fasching, Weihnachtsfeier sind ebenso ein Muss wie im Sommer die Campingfahrten. Und die sorgen immer für Aufsehen auf den Zeltplätzen. „Dann sind wir mit mindestens 30 Mann an der Kaffee- oder Abendbrot-Tafel. Und jeder bringt was mit“, sagt Jürgen Teetz. Auch Radwanderung und Frauenausflug stehen im 2017er-Veranstaltungskalender.

Doch die spannendsten Abende sind die, an denen die Tribseeser Motorsportler im Auto sitzen und durch die Lande preschen, sozusagen als Wertungsfahrt. Da fährt man nicht einfach nur von A nach B, sondern muss unterwegs Aufgaben lösen. Immer eine Crew übernimmt die Organisation einer Wettfahrt.

„Am Start bekommt jeder einen Zettel mit der verschlüsselten Beschreibung des Weges. Da heißt es dann zum Beispiel: Nach 3,8 Kilometern großer Bogen, was bedeutet, dass man da links abbiegen muss.

Beim kleinen Bogen geht es rechts rum“, erklärt Gudrun Vogt. Für unterwegs bekommt die Crew des Fahrers Aufgaben – vom Gedicht lernen bis zum Wissenstest.

Und unterwegs warten dann noch nette Stationen. Wie neulich bei der Nachtfahrt. Da war Halt bei der Franzburger Feuerwehr. „Alle mussten an einer Puppe ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse zeigen. Und Feuerwehr-Chef Marius Holder hat bewertet. Oh. Da haben nicht alle gut ausgesehen“, sagt Gudrun Vogt, die sich die Aufgabe ausgedacht hat. Die 61-Jährige lässt sich aber keine Einzelheiten entlocken, die werden nämlich erst heute Abend bekannt gegeben. „Das war jedenfalls ein toller Höhepunkt, den die Franzburger Blauröcke ganz toll vorbereitet haben. Ein ganz dickes Dankeschön dafür“, sagt die Tribseeserin, die hauptberuflich Kämmerin des Amtes Franzburg-Richtenberg ist.

Es kann aber auch sein, dass man unterwegs zehn Fische bestimmen muss oder an anderer Ecke alte Landwirtschaftsgeräte genau betitelt werden müssen. Erinnern können sich die Trebelstädter auch noch an die Aufgabe mit Springseilhüpfen – völlig außer Puste musste man dann einen Faden in das Nadelöhr einfädeln. Und ganz nebenbei muss die Auto-Besatzung, die meist aus vier Leuten besteht, noch auf Details achten. Da können am Ende durchaus solche Fragen kommen: „An welchem großen Stein seid ihr vorbeigekommen? Wie oft seid ihr über die Trebel gefahren? Wieviele Windräder habt ihr gesehen?“ Ja, manches ist ganz schön knifflig zu bewältigen. „Aber Spaß macht es immer. Allerdings ist es mir als alten Hasen auch schon passiert, dass ich mich verfahren habe. Weil ich die Kilometerzahl nicht genau eingehalten habe oder weil ich nicht auf meine Frau gehört habe... Tja, in solchen Momenten kann die Stimmung schon mal etwas angespannt sein, weil man natürlich nicht verlieren will“, sagt Jürgen Teetz und lacht. „Aber es gibt auch eine Notbremse für ganz Verzweifelte“, schiebt Gudrun Vogt hinterher. „Das ist ein Zettel, auf dem steht das Ziel. Dann ist man zwar raus aus der Wertung, aber immerhin muss man nicht in der Wallachei übernachten...“

Das ist der MSC Tribsees

45 Sportfreunde hatten sich am 1. April 1964 im „Volkspark“ dafür ausgesprochen, einen eigenen Klub zu gründen. Zuvor waren die Trebelstädter nämlich in Franzburg organisiert. Und so gehört der Motorsportverein neben dem Tribseeser Sportverein, gegründet 1928, und der 1949 gegründeten Sportangler-Ortsgruppe zu den ältesten und mitgliederstärksten Vereinen in der Trebelstadt.

100 Mitglieder zählt der MSC, der gut über die Wendezeit gekommen ist. Zum Angebot gehören heute Sportfeste, Radwanderungen, gesellige Zusammenkünfte, Such-, Nachtorientierungs- und Frauenausfahrten, jährlich nach einem Punktsystem ausgetragene motorsportliche Wertungsfahrten um den Vereinspokal und den Pokal für die aktivste Mannschaft. Beliebt sind die Auto-Suchfahrten. Dabei wechselt der Organisationsstab, der sich immer wieder tolle Aufgaben ausdenken muss.

Ines Sommer

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