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Mit Kreativität und Fantasie aus Sucht-Teufelskreis ausbrechen

Stralsund Mit Kreativität und Fantasie aus Sucht-Teufelskreis ausbrechen

Zweites Hoffest im Technikzentrum des Stralsunder Chamäleon-Vereins stellt Arbeitstherapie von Metallbearbeitung bis Töpferei vor

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Im technischen Zentrum des Chamäleon-Vereins in der Alten Rostocker Straße bringt Arbeitstherapeut Daniel Fritz (45) seinen jugendlichen Klienten im Rahmen der beruflichen Vororientierung unter anderem das Plasma-Brennen bei. Die suchtgefährdeten Jugendlichen sollen hier ein höheres Selbstwertgefühl für das spätere Leben entwickeln. Fotos (3): Christian Rödel

Stralsund. Mit ruhiger, präzise geführter Hand zieht Daniel Fritz seinen Plasma-Brenner über eine dicke Eisenplatte, auf der wenig später ein kunstvoll stilisierter Tiger entsteht. Der 45-jährige Arbeitstherapeut demonstrierte am Sonnabend beim zweiten Hoffest im Technikzentrum des Chamäleon-Vereins in der Alten Rostocker Straße 32, was er seinen jugendlichen Klienten werktags alles so beibringt. „Die suchtgefährdeten Jugendlichen sollen hier eine Idee von sich selbst bekommen und mehr Selbstwertgefühl für ihr zukünftiges Leben entwickeln“, erzählte der Arbeitstherapeut beim Rundgang durch die Werkstatt des Technikzentrums, wo die Bearbeitung von Metall, Kunststoff und Keramik mit modernen Maschinen möglich ist.

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Zweites Hoffest im Technikzentrum des Stralsunder Chamäleon-Vereins stellt Arbeitstherapie von Metallbearbeitung bis Töpferei vor

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Aus dem Teufelskreislauf ihrer Abhängigkeiten können hier die Jugendlichen versuchen, den Absprung in ein strukturiertes Leben zu schaffen. Im Rahmen einer so genannten beruflichen Vororientierung können sich die Klienten, wie die Jugendlichen hier offiziell bezeichnet werden, ausprobieren, um ihre Neigungen und Fähigkeiten zu erkennen. „Die Arbeitstherapie ist gleichzeitig eine Art Verhaltenstherapie“, so Daniel Fritz, der seit neun Jahren im Chamäleon-Verein mit Jugendlichen zusammenarbeitet, die, aus welchen Gründen auch immer, gestrauchelt sind und ihren Weg zurück in die Gesellschaft finden müssen.

Für viele Jugendliche ist die Arbeit im Technikzentrum ein erster Schritt, um wieder in den Tritt zu kommen. „Kreativität wird bei uns groß geschrieben, und wir versuchen, hier eine familiäre Atmosphäre zu schaffen“, meinte Daniel Fritz und zeigte nicht ohne Stolz auf die Arbeitsergebnisse: Fantasievoll gestaltete Smoker, Räucheröfen und Feuerschalen mit Designer-Touch zu moderaten Preisen stehen auf dem Hof. „Wir verkaufen die Sachen auf Märkten ziemlich gut und wollen das auch weiter ausbauen“, sagte Christine Jendsch, die beim Chamäleon-Verein unter anderem für das Marketing zuständig ist. Zudem sei der Verein auch auf diese Einnahmen angewiesen, weil die Betriebskosten dadurch mit finanziert werden müssen, betonte die Vereinsmitarbeiterin.

In dem Technikzentrum hat auch Diana Sachs ihren Arbeitsplatz und kann hier dank eines Brennofens eine Töpferei betreiben. Gemeinsam mit ihren Klienten gestaltet die 41-jährige Ergotherapeutin Keramik-Unikate, die als individuelle Geschenke bestens geeignet sind. Da beim 2. Hoffest das historische Mittelalter im Fokus stand, konnten sich die kleinen Gäste beim Armbrustschießen oder im Zelt eines Burgfräuleins, das Märchen vorlas, vergnügen. Das obligatorische Kinderschminken durfte nicht fehlen.

In den Vorlesepausen hatte die mittelalterlich kostümierte Märchenerzählerin Miriam Rudolf auch etwas Zeit, um über ihre Arbeit beim Chamäleon-Verein zu berichten. Die 29-jährige Sozialpädagogin ist seit Herbst beim Verein. Ein neues, aber immer wichtiger werdendes Betätigungsfeld von Miriam Rudolf ist die anonyme Online-Beratung. „Zurzeit läuft in den Bussen der öffentlichen Nahverkehrsbetriebe eine Werbekampagne für diese Online-Beratung, die sich auch an Jugendliche aus dem ländlichen Raum richtet“, sagt sie. Die Resonanz sei erfreulich, weil sich die Jugendlichen eher anonym über das Internet mit ihren Suchtproblemen an professionelle Helfer wenden...

Christian Rödel

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