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Stralsund Mit dem guten Wolga M 21 zur nächtlichen Mucke
Vorpommern Stralsund Mit dem guten Wolga M 21 zur nächtlichen Mucke
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03:28 11.09.2013
Kontakt, das sind Erich Basinski, Andreas Helm, Roland Böckler, Uwe Steinfurth und Karlheinz Stühler (v.l.). Quelle: Fotos: privat
Richtenberg

Der Wolga M 21 — ein gut gefederter, komfortabler und schnell in eine Liegewiese zu verwandelnder Pkw — steht vor der Tür — mit Hänger natürlich, denn schließlich muss ja die gesamte Technik verstaut werden — Gitarren, Schlagzeug, Kabel und jede Menge Verstärker und Lautsprecher. Fünf Leute haben im Auto Platz — genau richtig für die Jungs von „Kontakt“. Achja, einer wird vergattert, nach der Mucke alle nach Hause zu fahren. Und so geht es nach Gremersdorf, Wüstenhagen, Rekentin oder Jakobsdorf. Jedes Wochenende, manchmal bis 90-mal im Jahr. Am Auftrittsort angekommen, wurde man von den Wirten erst einmal liebevoll umsorgt — mit warmem Essen und ‘ner Runde Bier.

„Das waren schöne Zeiten. In jedem Dorf gab es einen Saal, in dem freitags oder sonnabends zum Tanz aufgespielt wurde. Die Leute haben sich gefreut, haben da ihren Alltag vergessen. Rockige Titel gab‘s auf die Ohren, natürlich alles nachgespielte Songs“, erzählt Erich Basinski. Der Gitarrist aus Berthke gehört zu den Gründungsmitgliedern der Band. Natürlich verschweigt er, dass besonders die Mädels entzückt waren, wenn die Musiker mit rauchiger Stimme ins Mikro hauchten.

Wichtige Auflage in den 70er- und 80er-Jahren: 60 Prozent Osttitel, 40 Prozent „international“. Aber kaum einer hielt sich daran. Da die Noten oder Texte im Handel nicht zu haben waren, besorgte man sich den Wunschtitel auf Kassette und spulte den dann so lange ab, bis jeder in der Gruppe seinen Part spielen konnte und auch den Text herausgehört hatte. „Umständlich, aber anders ging‘s nicht.

Wenn man den Song dann aber drauf hatte, war man stolz wie Bolle, reiner Idealismus war das damals“, sagt Volker Baltschus, genannt Schüsser. Er steht heute mit „Like A Rock“ als Gitarrist auf und bei „Still Crazy“ vor der Bühne, und zwar als Techniker.

1973 war es, da hatten sich ein paar junge Leute zusammen gefunden, die einfach nur Musik machen wollten. Geprobt wurde im Richtenberger Kulturhaus. Stand man im „normalen Leben“

seinen Mann als Schlosser, Hausmeister, Werftarbeiter oder Maler, war die Freizeit dem Musikmachen reserviert. „Wir haben unser ganzes Geld da reingesteckt, denn für einen Auftritt gab‘s ja höchstens 80 Mark pro Nase. Ich weiß noch, als ich mir mühselig ein Keyboard Poly 800 zusammengespart hatte. 9000 DDR-Mark musste man dafür auf den Tisch legen. Mal abgesehen davon, dass das Teil Goldstaub war“, weiß Karlheinz Stühler noch ganz genau. „Kalle“ kam erst 1987 zu „Kontakt“, spielte vorher bei „Fazit“. Es sei nicht ungewöhnlich gewesen, erklärt er, dass die Musiker mal zur Nachbarband wechselten. Schließlich kannte man sich in der Szene. „Wir sind nach unserer Mucke nachts öfter einem anderen Wolga mit Hänger begegnet. Da wusste man: Das sind Kollegen“, so Uwe Steinfurth, seit 1986 bei „Kontakt“. Gemeint sind die Jungs von Domizil, Titan, Apollo, Trent, Relief, Fontanas, später kamen Krokant und Sputniks dazu. So manch einer wird sich noch gern an ihre Auftritte erinnern.

Die Musiker, die es übrigens 1986 mal kurzzeitig mit einer Sängerin versuchten, mussten alle zwei Jahre ihre Spielerlaubnis auffrischen, so sah es das Bezirkskulturkabinett vor. Die Jury entschied dann, ob man künftig Grund-, Mittel- oder Oberstufe spielte. Zwei Bands in Stralsund schafften den letzten Vor- Profi-Status in der Sonderklasse, und das waren Phon und Albatros. „Wir waren mit der Oberstufe zufrieden. Hauptsache wir konnten spielen“, sind sich die Kontakler einig. Und so wird es wohl bleiben bis — zur Rocker-

rente.

Vier Jahrzehnte Musik für Tanzabend, Dorfdisko, Betriebsfeste und LPG-Feiern
Am Sonnabend möchte die Band ihren 40. Geburtstag feiern und hat sich dafür viele Gäste eingeladen. So schauen „Like a Rock“ aus Richtenberg und „Honest“ aus Barth vorbei. Es gibt auch eine Foto-Show.

„Kontakt“ wird in verschiedenen Besetzungen die Bühne erklimmen und einige Titel zum Besten geben. Gehörten Helmut Wroblewski Günter Schwarz, Reinhard Schuschan, Volker Baltschus und Erich Basinski zu den Gründungsmitgliedern, zählten später auch Rainer Corswandt (ab 1975), Volker Slonina (ab 1983) dazu.

Zwei Kontakt-Jungs, nämlich Volker Slonina als DJ und Karlheinz Stühler mit den „Elmemnhorster Herzbuben“ sind die Einzigen, die das Hobby Musik auch zum Beruf machten.

2010 gab es wieder eine Umbesetzung. Seitdem spielen Karlheinz Stühler (56), Uwe Steinfurth (58), Andreas Helm (51), Erich Basinski (57) und Roland Böckler (50) zusammen.

Die Bandmitglieder bitten um Verständnis dafür, dass die Geburtstagsfeier am Samstag keine öffentliche Tanzveranstaltung wird. „Es wäre einfach zu voll. Vielleicht kriegen wir sowas ja mal später hin“, sagt Uwe Steinfurth. „Steini“ wird gemeinsam mit „Kalle“ durch den Abend führen und auch Interviews führen. is

Ines Sommer

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