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Stralsund Musikalische Landpartie mit dem Trio „Catch“
Vorpommern Stralsund Musikalische Landpartie mit dem Trio „Catch“
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00:00 09.07.2016
Landsdorf

Kenner wissen: Bei den Festspielen MV ist man auf innovative Einfälle spezialisiert. Und so gerät – wie jetzt wieder in Landsdorf – selbst eine harmlos daherkommende „Musikalische Landpartie“ schon mal zum vielstündigen Komplexprogramm von Wissensvermittlung (Einführung), Naturerlebnis (Gartenbesichtigung), Kommunikationspflege (Verköstigung) und – natürlich – Konzert mit ganz eigener Prägung.

Und diese oblag am Donnerstagabend im Kornspeicher Landsdorf dem „Trio Catch“, das sich einem bekanntermaßen unvoreingenommenen Publikum in so seltener wie abwechslungsreich genutzter Besetzung von Klarinette/Bassklarinette (Boglárka Pecze), Violoncello (Eva Boesch) und Klavier (Martin Klett) sowie mit stilistisch provokanter Kontrastfreude präsentierte.

Womit einmal mehr bewiesen werden konnte, dass sich Traditionspflege und Einsatz für Neues schlüssig verbinden lassen und auch Letzteres alle Ansprüche an kompositorische Kunstfertigkeit und seriöse Ausdrucksqualitäten erfüllen kann – hohen Unterhaltungswert eingeschlossen. Und so war die Angebotspalette bewusst breit gehalten. Da gab es als Bearbeitung die altenglische polyphone Strenge eines John Bull (In-Nomine-Kompositionen), den expressiven „Redestil“ des grandiosen Böhmen Leoš Janácek (Märchen für Violoncello und Klavier) und Beethovens geistreich-brillante Verarbeitung eines damaligen Opernschlagers (Gassenhauer-Trio op. 11). Und es gab unorthodoxe „Neutöner“ wie Karlheinz Stockhausen und Johannes Maria Staud. Ersterer schrieb „Der kleine Harlekin“ für eine tatsächlich auch tanzende Solo-Klarinettistin – mit der hinreißenden Boglárka Pecze auch optisch ein wahres Vergnügen –, während der Österreicher Staud eine sich zwischen Stille und Ausbrüchen sehr bewegt und dynamisch stringent entfaltende, fesselnde Klangstudie für Trio („Wasserzeichen“) offerierte.

Dies alles kam im vollen Saal bestens an. Das Publikum „fangen“ – und dies meint „catch“ – war diesen drei musikalisch wie musikantisch überzeugenden Vertretern der „Jungen Elite“ vollauf gelungen.

Ekkehard Ochs

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