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Musikalische Reise durch alle Gefühlswelten

Stralsund Musikalische Reise durch alle Gefühlswelten

Francy Timm (26) holt in Kassel auf Bundesebene den 1. Preis in der Kategorie Popgesang und tritt beim NDR-Vierländer-Konzert in Wolfenbüttel auf

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Francy Timm spielt seit ihrer Kindheit Gitarre, covert Songs, textet und komponiert aber auch selbst.

Quelle: Marlies Walther

Stralsund. Ohne Musik läuft für Francy Timm gar nichts. „Das ist mein Leben. Seit meiner Kindheit“, sagt die 26-Jährige und strahlt. Und dazu hat sie jetzt doppelten Grund, denn ihr Weg wurde in diesem Jahr mit einem ersten Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ gekrönt.

In Kassel setzte sich die Stralsunderin zu Pfingsten auf Bundesebene unter 2400 Teilnehmern durch und gewann in ihrer Altersgruppe in der Kategorie Pop. Die nächste Überraschung folgte prompt: Am letzten Wochenende trat die Sängerin gemeinsam mit sieben weiteren Preisträgern beim Vier-Länder-Konzert des NDR auf, das im Juli ausgestrahlt wird.

Musikbegeistert ist die gebürtige Bad Sülzerin seit dem Singkreis in der Grundschule. Mit sechs Jahren lernte sie Akkordeon. Mit zwölf lieh sie sich eine Gitarre. Und da hat sie dann auch ihre Stimme entdeckt. „Es klang gut“, stellte sie fest. Das fanden auch ihre Eltern, und als sie merkten, dass die Tochter es ernste meinte, kauften sie ihr das Instrument und suchten nach einer professionellen Ausbildung.

Die fanden sie bei Susanne Menzel in Langendorf nahe Stralsund. „Ich wollte von vornherein Pop-Gesang lernen“, erzählt Francy Timm. Die „lyrischen Sachen“ sind es, die sie mag. Alles was in die Richtung „Songwriter“ geht. Lieder, „die viel Wert auf den Text legen“, haben es ihr von jeher angetan. „Es ist schön, wenn man die Leute mitnehmen kann auf eine Reise durch verschiedene Gefühlswelten“, erklärt sie. Und das sei dann auch meist immer ziemlich emotionsgeladen. Die Sängerin covert Titel, schreibt aber auch selbst Texte und die Noten dazu.

Sie mag alles gern – von Pop über Jazz bis Punk-Rock – und singt Lieder von Philip Poisel („Wie soll ein Mensch das ertragen“), Alin Coen („Das letzte Lied“) oder Wallis Bird („To my bones“). Diese Namen spiegeln sich zum Teil auch in ihrem Wettbewerbsprogramm wider, das aus vier Titeln bestand. Darunter ihre eigene Komposition „Hold my hand“.

Dass die dritte Teilnahme am Bundesausscheid nach vorherigen zweiten Plätzen mit einem Sieg enden würde, erfuhr die Stralsunderin, als sie bereits mit ihrer Familie auf der Rückfahrt von Kassel war.

Die Eltern aus Bad Sülze, die Großeltern aus Sachsen-Anhalt und die Schwester mit ihrem Freund von der Insel Sylt hatten ihr im Publikum die Daumen gedrückt.

Als die Nachricht kam, kannte der Jubel keine Grenzen. Dabei stand es anfangs noch gar nicht fest, ob sie überhaupt fahren kann, denn sie hatte sich bei einem Unfall die Achillessehne am Fuß

verletzt. Zum Landeswettbewerb humpelte sie mit Krücken und erkältet auf die Bühne. Und auch beim Bundeswettbewerb trug sie noch einen Verband. Aber sie biss die Zähne zusammen. Und das hat sich am Ende schließlich gelohnt.

In nächster Zeit möchte Francy Timm ein eigenes Konzertprogramm zusammenstellen und bei Susanne Menzel, wo sie weiter wöchentlich ihr Talent trainiert, den Oberstufenabschluss machen. Die Wertung beim Bundeswettbewerb gilt als praktische Prüfung. Jetzt geht es noch an die Musiktheorie.

Derzeit spielt sie viel auf privaten Feiern und wird gern zu Hochzeiten gebucht. Stammgast ist die Band „Klangkörper“, die sie mit Freunden gründete, zum Beispiel beim Velgaster Abi-Ball. Auch wenn die personelle Besetzung durch zwei Band-Mitglieder, die nach Dresden gegangen sind, etwas dezimiert ist. Aber die Musiker treffen sich immer mal wieder, um gemeinsam aufzutreten.

Seit sie 17 ist, lebt Francy Timm in Stralsund. Die Berufsausbildung führte sie in die Hansestadt, wo sie auch im Gospelchor singt. Seit 2012 arbeitet die Bürokauffrau im Online-Unternehmen Lanade, das von Martensdorf aus Wolle und Strickzubehör in alle Welt vertreibt. Sie strickt selbst auch mit Leidenschaft. Und das geht mit Musik noch mal so gut.

Pianisten als gute Begleiter

Der Wettbewerb „Jugend musiziert“ ist ein Projekt des Deutschen Musikrates und steht unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten.

Seit 1964 wird der Wettbewerb an wechselnden Orten in Deutschland ausgetragen.

Die Finanzierung erfolgt über das Bundesfamilienministerium, das auch die Bundesgeschäftsstelle „Jugend musiziert“ bezahlt.

Das Vier-Länder-Konzert der diesjährigen acht Preisträger aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Niedersachsen wird vom Hörfunk am 15. Juli um 20 Uhr auf NDR-Kultur ausgestrahlt.

Francy Timm ist Mitglied der Band „Klangkörper“ und solistisch in Begleitung der Pianisten Alexander Girod und Thomas Kampf unterwegs – zu erleben bei öffentlichen Auftritten und bei privaten Feiern.

Marlies Walther

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