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Nach der Arbeit gibt’s eine dicke Nuss

Nach der Arbeit gibt’s eine dicke Nuss

Im OZ-Interview erzählt Tierpfleger Patrick Furch über den Alltag im Marlower Vogelpark

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Patrick Furch mit Lori. Die zweijährige Papageien-Dame macht im Vogelpark bei der Tier-Show mit.

Quelle: Peter Schlag

Marlow Patrick Furch ist Zootierpfleger im Marlower Vogelpark, stellt Aras, Pelikane und Marabus auch bei der Tiershow vor. Die OZ sprach mit dem 26-Jährigen über Tierliebe, knuffige Namen und dicke Nüsse als Belohnung.

Woher kommt die Tierliebe?

Patrick Furch: Ich bin schon immer ein Vogelfreund gewesen. Von meinem Konfirmandengeld habe ich eine Voliere fürs Zimmer gekauft. Dann hatten wir Pfirsichköpfchen im Haus.

Man muss aber sein Hobby nicht zwangsläufig zum Beruf machen?

Furch: Nein. Mein Abitur habe ich auf einem Wirtschaftsgymnasium gemacht, da hätte eine andere Berufswahl nahe gelegen. Ich glaube, ich bin der einzige Abtrünnige.

Wann gab's dann die Initialzündung für den Tierpflegerberuf?

Furch: Nach dem Abi habe ich zehn Monate Work and Travel in Australien gemacht. Da gab's überall Papageien und Kakadus. Als ich zurück war, habe ich dann gegoogelt und kam auf den Vogelpark Marlow. Er suchte Azubis. Nach dem Probearbeiten bin ich geblieben.

Was hatte Ihnen hier gefallen?

Furch: Hier wird Vogelhaltung dezent präsentiert. Richtig gut.

Nach der dreijährigen Ausbildung sind Sie jetzt Zootierpfleger. Was gehört alles zu den Aufgaben?

Furch: Alles, was ein Tierpfleger so macht. Bis zehn Uhr putzen wir zum Beispiel meist die Volieren. Schon während der Ausbildung habe ich außerdem die Show mit betreut.

Wer sind bei der Show Ihre tierischen Kollegen?

Furch: 14 Aras sind dabei, vier Pelikane, zwei Marabus, Hornraben, ein Seriema.

Hat solch ein tierischer Kollege auch mal einen ausgeprägten Charakter?

Furch: Papageien sind sehr speziell. Gerade bei neuen Kollegen. Viele Besucher denken ja, das läuft nur übers Futter. Aber die Tiere brauchen erst mal Zeit, um mit einem warm zu werden.

Wie erfolgt die Auswahl der Show-Teilnehmer?

Furch: Es geht ja darum, die Tiere an bestimmte Situationen, an bestimmtes Verhalten zu gewöhnen. Am besten geht das ja von Kleinauf. So wie bei Heinrich.

Wer ist Heinrich?

Furch: Heinrich ist ein kleiner Seriema, den wir darauf vorbereiten, bei der Show mitzumachen.

Warum heißt er Heinrich?

Furch: Ein Seriema macht bei der Show schon mit. Und der heißt Gustav. Dazu passt Heinrich doch gut.

Was muss Gustav in der Show machen?

Furch: Wir zeigen, was Seriemas in freier Wildbahn machen. Gustav verkloppt eine Schlange. Natürlich eine aus Gummi. Heinrich soll das dann irgendwann auch in der Show machen.

Die Namen sind knuffig. Wen haben wir außerdem?

Furch: Es gibt zum Beispiel Adam und Amanda, zwei dunkelrote Aras. Wir haben auch Rico und Amigo. Wobei Amigo eigentlich Amiga heißen sollte, sie hat Eier gelegt. Bei den Gelbbrust-Aras gibt es Clemens, Edgar, Susi, Bobby und Lori. Bei den Pelikanen gibt es Santa Claus.

Santa Claus?

Furch: Ja. Weihnachten lag ein Ei im Nest. Daraus schlüpfte dann Santa Claus.

Für Laien sind die Papageien schwer auseinander zu halten. Wie machen Sie das?

Furch: Wenn man jeden Tag mit den Tieren arbeitet, kann man das. Es gibt Unterschiede in der Maserung und im Verhalten.

Haben Sie ein Lieblingstier?

Furch: Ja, Lori. Die Besitzerin konnte sich nicht mehr um die Papageien-Dame kümmern. Wir haben sie dann selber groß gezogen. So schnell habe ich noch nie einen Papagei trainiert. Sie ist sehr anhänglich und macht sehr gut mit.

Merken die Tiere eigentlich, wann Showtime ist?

Furch: Sie wissen ganz genau, wann es 13 Uhr ist, sitzen schon an der Tür. Um es für sie einfacher zu machen, haben wir bei der Show die gleiche Reihenfolge, einen festen Ablauf.

Welche Leckerlis gibt es?

Furch: Obst und Gemüse, Körner. Und wenn die Show vorbei und die Arbeit getan ist, dann gibt’s erst mal eine dicke Nuss.

Worauf kommt es Ihnen bei der Show an?

Furch: Wir wollen natürliches Verhalten zeigen. Das heißt, sie fliegen viel. Aras sind die Diamanten der Lüfte.

Dürfen Besucher mitmachen?

Furch: Ich beziehe sehr gerne die Kinder mit ein. Sie dürfen Tauben füttern, darum wird sich regelrecht gerissen.

Haben Sie zu Hause auch noch Tiere?

Furch: Ja, zwei Sperlingspapageien.

Interview von Peter Schlag

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