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Narren übernehmen die Macht – Funken erobern die Herzen

Richtenberg Narren übernehmen die Macht – Funken erobern die Herzen

Bürgermeister übergibt leere Stadtkasse – Richtenberger Karnevalisten regieren trotzdem bis Aschermittwoch / Landespräsident begeistert von vorpommerscher Faschingshochburg

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Die Funkengarde mit den erwachsenen Tänzerinnen sprühte auf dem Kulturhaus-Parkett vor Charme und Eleganz – da fühlte sich offensichtlich auch der einzige junge Mann sehr wohl.

Quelle: Fotos: Ines Sommer

Richtenberg. Fast die ganze Stadt ist aus dem Häuschen – wie jedes Jahr am 11.11 um 11.11 Uhr, wenn sich alle vor dem Richtenberger Rathaus treffen, um dem Bürgermeister den Rathausschlüssel zu entlocken. Doch in diesem Jahr ist der RCC Gastgeber für die landesweite Saisoneröffnung der Karnevalisten – da wurde noch mal richtig aufgefahren.

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Bürgermeister übergibt leere Stadtkasse – Richtenberger Karnevalisten regieren trotzdem bis Aschermittwoch / Landespräsident begeistert von vorpommerscher Faschingshochburg

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Das merken auch die Autofahrer, die durch Richtenberg wollen. Die Jungs der Feuerwehr verweigern ihnen kurzzeitig die Durchfahrt. Schließlich wollen die drei Funkengarden und der Ministerrat samt Präsident unbeschadet vom Kulturhaus zum Rathaus kommen. Am geschmückten Straßenrand stehen die Einheimischen und jubeln den Narren zu. Auf der anderen Seite winken die verkleideten Kita-Kinder. Auch die befreundeten Vereine aus Velgast mit dem Schlachtruf „Velgast, woak up“ und aus Bad Sülze mit „Hinein“ sind nicht zu überhören.

„Da steckt der Vorpommersche Greif den Mecklenburger Stier aber voll in die Tasche“, sagt der Präsident des Karneval-Landesverbandes, Lutz Scherling, und sieht Richtenberg mit allein sieben Schornsteinfegern bestens für eine Glückssträhne gewappnet. Die braucht man auch dringend, wie Bürgermeister Karldiether Wegner betont. „Ich mag nicht mehr, deshalb fällt mir die Übergabe nicht schwer...“, reimt er und kommt immer wieder zu dem Schluss: „Solch komplizierte Sachen können nur noch Narren machen.“

Die lassen sich das natürlich nicht zweimal sagen. Schnell reißt RCC-Präsident Axel Habeck den Rathausschlüssel an sich. „Ich habe es geahnt, die Stadtkasse ist wieder leer.“ Der mit Orden hoch dekorierte Bürgermeister zieht ein Netz mit Schokotalern aus dem Mantel und meint, er habe nur noch 33 Euro – die letzte Reserve – im Keller gefunden. Das Volk jubelt trotzdem, so schnell lassen sich Jecken die Laune nicht verderben. Sie feiern einfach im Kulturhaus weiter.

Proppevoll ist es im Saal. Narren, Gäste, aber auch die Mütter, Väter, Omas und Opas der kleinen Funken warten gespannt auf den Auftritt der Tänzerinnen in ihren roten und blauen Kostümen. Und was sie von den Minifunken über die Teenies bis zu den Großen zeigen, haut die Besucher einfach um. „Da haben Trainerin Christine Rudolph und ihr Team ganze Arbeit geleistet“, ist RCC-Präsident Habeck mächtig stolz – und schon wieder mal fast den Tränen nahe.

„Es muss nicht Köln oder Düsseldorf sein – auch der Norden hat was zu bieten. Richtenberg kann man zu Recht als Hochburg feiern“, lobt Landes-Obernarr Lutz Scherling mitten im Partyvolk. Besonders angetan haben es ihm die kleinen Funken. „Das ist absolute Spitze, was hier auf der Tanzfläche geleistet wird“, findet der gebürtige Sachse, der seit vielen Jahren in der Nähe von Schwerin wohnt.

Die Narren sind los

Hohe Auszeichnungen gab es gestern vom Karneval-Landesverband für RCC-Vizepräsi Frank Rettig, Deko-Minister Thomas Hojenski, Garden-Beauftragte Janine Habeck, Funken-Trainerin Christine Rudolph und für den Richtenberger Obernarr und RCC-Chef Axel Habeck.

Ehrenmitglied des Richtenberger Carnevalsclubs ist seit gestern Bürgermeister Karldiether Wegner. Er konnte sich auch über eine Auszeichnung des Landesverbandes freuen.

Laute Musik – dafür sind sie im RCC verantwortlich: Michael Bugenhagen mit Spezialrassel und Peter Hoth mit dem Schifferklavier.

Günter Westphal hingegen sorgte als Karnevalpolizei für Ordnung.

AU fgehängt haben die Richtenberger Narren im Kulturhaus hunderte Wäschestücke – vom Spitzen-BH bis zu Omas Schlafanzug. Schon mal ein Vorgeschmack auf den heutigen Nachtwäscheball. Doch zuvor starten Umzug und Marktsause.

Ines Sommer

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