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Per Hüftschwung in den Orient

Stralsund Per Hüftschwung in den Orient

Die Stralsunder Bauchtanzgruppe trifft sich in den Räumen des STiCer-Theaters und sucht noch Mitstreiter

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Lieben den Bauchtanz und die bunten orientalischen Kostüme: Regina Seidel, Trainerin Anne Hille, Christine Riske, Kathrin Schellong-Buxot, Anja Bögel, Dörte Weinert und Beate Heuer (v.r.).

Quelle: Marlies Walther

Stralsund. Die eine sitzt tagsüber im Büro. Die andere arbeitet in einem Hotel. Und die dritte näht und verkauft Hüte. Alle Frauen haben recht unterschiedliche Berufe. Was sie aber in schönem regelmäßigen Rhythmus verbindet, ist eine Leidenschaft: Der Bauchtanz.

Wenn es dann alle 14 Tage so weit ist, setzt eine regelrechte Verwandlung ein. Die Damen ziehen im Ballettraum des STiCer-Theaters in der Frankenstraße ihre bunten, transparenten, fließenden Gewänder an, schmücken sich mit allerlei orientalischem Zubehör und los geht‘s. Arabische Musik läuft auf dem Laptop. Es glitzert und glimmert. Es rasselt, scheppert, klingelt an ihren Gürteln.

Dieses „Eintauchen in eine fremde Welt“ war es für Kathrin Schellong-Buxot, das sie so faszinierte. Die 53-jährige Geigenlehrerin ist bereits seit vielen Jahren dabei. Und entdeckte für sich, dass der Hüftschwung vor allem auch für das Kreuz gut ist, dass der Tanz auch meditativ viel bewirkt.

Da kann Regina Seidel, die in der Tribseer Straße ihren kleinen Hutladen betreibt, nur zustimmen. „Dieser Tanz streichelt meine Seele“, sagt sie. „Im Alltag müssen wir alle ziemlich hart schuften.

Aber am Abend kann man sich auf diese Weise sanft bewegen“, beschreibt die Modedesignerin. „Das macht glücklich. Das stärkt das Selbstbewusstsein.“ Man spüre die ganze Weiblichkeit und könne auch mit kleinen Pölsterchen und allem, was nicht so perfekt ist, besser umgehen. „Man mag sich so, wie man ist“, erklärt die Stralsunderin, die in Marokko auf den Tanz neugierig wurde.

„Wir werden nicht schlanker, aber alles ist straffer, und es lässt sich eine bessere Haltung erreichen“, ist die 50-Jährige überzeugt. Hinzu komme, dass sich zwischen den Mitgliedern der Gruppe inzwischen Freundschaften entwickelt haben. Und es gibt viele gemeinsame Erlebnisse. So waren die Frauen zusammen in Istanbul. Und immer wird viel gelacht. „Mein Mann sagt dann, gehst du wieder zum Wackeln“, scherzt Regina Seidel. Bei Christiane Riske (48), die schon unter Kollegen aufgetreten ist, spricht die Familie vom „Bäucheln“, wenn es um den orientalischen Tanz geht, der die Frauen auch ziemlich ins Schwitzen bringt.

„Wer mitmachen möchte, sollte einfach Spaß an der Bewegung haben. Und die Lust darauf, etwas für Bauch, Beine, Po, Beckenboden und Rücken zu tun“, sagt Tanztrainerin Anne Hille (48).

Die Bildhauerin aus Starkow beschäftigt sich seit 16 Jahren mit dem orientalischen Tanz, der „Körper, Geist und Herz“ stärkt. Denn neben der Bewegung, sei Bauchtanz auch eine gute Übung zur Koordination. Für die Musikauswahl mixt Anne Hille klassische türkische und ägyptische Stücke mit modernen Elementen der arabischen Popmusik. Und daran haben Kinder zwischen vier und sechs Jahren ebenso Freude wie über 60-Jährige. In einem Kurs tanzen sogar Tochter, Mutter und Großmutter gemeinsam. Ingesamt leitet Anne Hille vier Gruppen zwischen Stralsund, Löbnitz und Ribnitz-Damgarten und erklärt ihnen den richtigen Hüftschwung ebenso wie die einzelnen Tanzschritte, bei denen die Füße immer eine Schlüsselfunktion haben, wie sie betont.

Wer den Tanz auch wie die Münchenerin Anja Bögel (39) aus Neuenpleen oder Dörte Weinert (41) und Beate Heuer (34) aus der Hansestadt betreiben möchte, ist in der Gruppe willkommen. „Ja, wir freuen uns jederzeit über weitere Mitstreiter“, lädt Anne Hille herzlich ein.

Der Tanz des Ostens

Der Bauchtanz — so die gebräuchliche Bezeichnung im Volksmund — wird von Frauen in speziellen Kostümen zu orientalischer Musik aufgeführt.

Die arabische Bezeichnung lautet „Raks Sharki“, wie die Tanztrainerin Anne Hille aus Starkow erläutert. Wörtlich übersetzt bedeutet das soviel wie der „Tanz des Ostens“ und ist wohl von dem ganz speziellen Rhythmus — „Baladi“ — dieses Solotanzes abgeleitet.

In Ägypten hat die Tanzform ihren Ursprung und besitzt dort von jeher einen sehr hohen Stellenwert. Zur Weltausstellung in Chicago (USA) 1893 zeigte die Tänzerin Little Egypt zum ersten Mal orientalische Tänze vor internationalem Publikum.

Die Bezeichnung „Bauchtanz“ stammt vermutlich von den französischen Worten „Danse du ventre“ ab. So ist es zumindest in Romanen von Émile Zola und Gustave Flaubert nachzulesen.

Wer den Tanz in Stralsund erlernen möchte, kann sich bei Anne Hille unter ☎ 0162/6512442 melden. Trainiert wird im STiC-er Jugendtheater in der Frankenstraße

57/61 alle 14 Tage am Montag anderthalb Stunden. Treff ist um 19.15 Uhr.



Marlies Walther

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Bauchtanzgruppe von Anne Hille (2.v.r.) im Stralsunder STiCer-Theater in der Frankenstraße

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