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Pütter Orgelsommer – klein, aber fein

Pütte Pütter Orgelsommer – klein, aber fein

Das restaurierte Buchholz-Instrument erklingt am Freitag wieder – gespielt von Kirchenmusikdirektor Emil Handke.

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Die Pfeifen der Buchholz-Orgel in Pütte mussten aufgearbeitet und zum Teil verlängert werden.

Quelle: Fotos: Stefan Buss

Pütte. Die Restaurierung der Buchholz-Orgel in der Pütter Kirche (die OZ berichtete) ist gelungen. Klanglich hervorragend und bestens abgestimmt auf die Raumverhältnisse der Dorfkirche, präsentiert sich die Königin der Instrumente bei der Premiere des Pütter Orgelsommers. So steht am Freitag um 20 Uhr das nächste Konzert an. An der Orgel sitzt dann Landeskirchenmusikdirektor Emil Handke.

OZ-Bild

Das restaurierte Buchholz-Instrument erklingt am Freitag wieder – gespielt von Kirchenmusikdirektor Emil Handke.

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Er war viele Jahre Kantor von St. Marien in Barth und hat die Restaurierung der dortigen Buchholz-Orgel angeschoben und begleitet. Er lebt heute im Ruhestand auf dem Darß und freut sich sehr darauf, die Pütter Orgel spielen zu dürfen, da er sie nur aus der Zeit vor der Restaurierung kennt.

Längst hat sich die Pütter Orgel zum Anziehungspunkt entwickelt, und das nicht nur für Musikliebhaber, sondern auch für Organisten, Kirchenmusikschulen oder Orgelvereine. „Das Instrument ist mit 14 Registern klein, aber fein. Die Kombinationsmöglichkeiten durch die zwei Manuale und Pedal stehen den großen Orgeln an den Stadtkirchen in nichts nach“, sagt Pastor Stefan Busse und erklärt weiter:

„Das bedeutet: Der Organist kann mit höchster Konzentration sowohl mit der linken als auch mit der rechten Hand je ein Manual bespielen, dem verschiedene Register zugeordnet sind und dazu auch noch mit den Füßen unabhängig eine Melodie oder Begleitung spielen.“

Beim ersten Konzert habe er bewusst zum ersten Mal erlebt, wie eine Orgel vierhändig gespielt wurde. „Das war ein gewaltiger Klang. Aber auch eine Choralbearbeitung, die Professor Strohhäcker gespielt hat, hat mich tief beeindruckt, weil er das Thema sehr konsequent nacheinander auf den verschiedenen Manualen jeweils mit einer anderen Hand und Pedal mit der verschiedenen Registrierung spielte und dazu immer auf dem anderen Manual beziehungsweise Pedal Variationen ausgeführt hat. Eine wahnsinnige Konzentrationsleistung“, findet Stefan Busse. Fröhlich und mit hellen Sommermusikstücken – fast wie in einem Flötenkonzert – ging es beim zweiten Konzert zu.

Viele Musikfreunde haben bisher den Weg in die Pütter Kirche gefunden. Der Orgelsommer kommt an. „Es war ja immer unser Ziel und deshalb auch Motivation für die Restaurierung, das Instrument einem breiten Publikum zugänglich zu machen – egal ob nun kirchenzugehörig oder nicht. Wir sehen das als offene Kulturarbeit“, meint Stefan Busse. So habe der Kirchengemeinderat beschlossen, in diesem Sommer mehrere Musikangebote zu unterbreiten, abwechslungsreich, aber nicht zuviel. Und so steht jeden Monat eine Veranstaltung ins Haus. „Die Resonanz zeigt, dass unser Maß ganz gut zu passen scheint.“

Der Kirchengemeinderat verzichtet bei den Konzerten auf Eintritt – kann man sich das leisten? „Viele haben für die Restaurierung der Orgel gespendet, da wollen wir jetzt auch etwas zurückgeben.

Außerdem: Wer die Musik genossen hat und die Kirche wieder verlässt, ist – so unsere Erfahrung – am Ausgang auch bereit, dafür etwas zu geben“, sieht der Pastor da kein Problem. Übrigens gehen die Nieparser – zweite Kirche in der gemeinsamen Kirchengemeinde – in puncto Musiksommer nicht leer aus. Dort gibt es zum Beispiel am 29. Juli ein Akkordeonkonzert mit dem Duo Schade. Am 28. August steht Musik mit Gitarre, Conga und Gesang auf dem Programm.

Orgelkonzert: Freitag, 8. Juli, 20 Uhr, Dorfkirche Pütte.

Eine Königin bekam ihre Stimme zurück

Carl August Buchholz hat die Pütter Orgel 1828/29 gebaut. Auch alle Pfeifen kamen aus seiner Hand. Er war ein mathematisch-physikalisches Genie. 1829 hat sein Geselle Christian Speckmann das Instrument in Pütte aufgebaut und verewigte diese Information im Holz.

756 Pfeifen hat die Pütter Orgel , sie sind fast alle im Original erhalten, und das hat Seltenheitswert in Vorpommern.

13 Register hatte das Instrument, als Buchholz es baute. Mehmel hat 1866 noch eins dazu gebaut, als die Orgel vom Boden auf die Empore gehoben wurde. Ein Register ist eine Gruppe von Pfeifen, die jeweils ein Instrument vertonen: so zum Beispiel Hohlflöte, Gambe, Rohrflöte, Posaune oder Violon.

1997 wurde in Pütte der Turm saniert, dann folgten die Fenster auf einen Schlag. Als dann endlich die Orgel restauriert werden sollte, zeigten sich Risse im Chorraum, Fundament und Pfeiler mussten saniert werden...

50000 Euro kostete die Restaurierung des Instrumentes. Bereits im November 2013

starteten die ersten Arbeiten mit dem Austausch des Winderzeugers. Im April 2014 stand die Orgel nur noch als leere Hülle in der Kirche, denn Pfeifen und Mechanik wurden ausgebaut und mit ganz speziellen und filigranen Techniken wieder aufgearbeitet.

Doch als Orgelbauer Johann-Gottfried Schmidt aus Rostock nach Reinigung und Reparatur die Orgel im September 2014 wieder zusammenbauen wollte, kam Erschreckendes zu Tage: Bestimmte Ventile in der Windlade schlossen nicht richtig, es gab so genannte Heuler. Die Windladen mussten also wieder raus – das kostete Zeit und zusätzliches Geld.

88 Prozent Luftfeuchtigkeit und vier Grad Innentemperatur im Winter 2014/15 machten ein Weiterarbeiten in der Kirche unmöglich. Bis zum Frühjahr 2015 dauerte die Zwangspause. Im Juni wurde das Instrument dann eingeweiht. „Pütte hat jetzt eine romantische Orgel, auf der man auch Barockes spielen kann“, sagte Pastor Stefan Busse damals.

Ines Sommer

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