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Stralsund Reizvoller Behördengang: Aktfotos im Amt Niepars
Vorpommern Stralsund Reizvoller Behördengang: Aktfotos im Amt Niepars
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00:01 24.09.2016
Gerhard Vetters Sohn Rainer eröffnete die Ausstellung im Nieparser Verwaltungsgebäude. Er sagte beim Rundgang zu den zahlreichen Besuchern: „Dieses Foto war garantiert im ,Magazin’“. Quelle: Susanne Retzlaff

Nackte Tatsachen in den Amtsfluren, da können die Wartezeiten ja richtig anregend werden. Die Nieparser Amtsvorsteherin Iris Basinski eröffnete jetzt eine ungewöhnliche Ausstellung mit Originalen aus dem Nachlass des Fotografen Gerhard Vetter.

Sein Sohn Rainer Vetter, in Martensdorf ansässiger Fotograf, hatte Akte zusammengestellt, die zwischen 1950 und 1970 an den Stränden von Fischland bis Rügen entstanden waren, und begleitete die Gäste durch die Flure. Vater Vetter hatte stille, verträumte Momente ebenso inszeniert wie tänzerische oder sportliche Bewegung, spielte mit Licht und Schatten, Wind und Wellen, Oberflächen, Mustern und Linien, Sinnlichkeit und Erotik. „Wo ist das denn noch gewesen?“ Neben Strände raten und Erinnerungen wecken – früher war mehr Haut, heute sehe man zu viel Textil am FKK-Strand – beeindruckte die Betrachter besonders die natürliche Unbefangenheit der Modelle und die unverfälschte Schönheit von Körpern mit realistischen Proportionen. Damals, in prädigitaler Zeit, fror der Druck auf den Auslöser einen Augenblick ein, in dem alles stimmen musste: Beleuchtung, Bewegung, Ausdruck. Das Ergebnis konnte man erst viel später nach Entwicklung und Vergrößerung beurteilen, erläuterte Rainer Vetter.

Bis sie 1967 bei einem Schiffsunglück im Schlamm der Zingster Boddengewässer landete, fotografierte sein Vater mit einer Rolleiflex auf sechs mal sechs Zentimetern Schwarz-Weiß-Film.

Seine Modelle waren keine Profis. Vetter sprach die jungen Frauen und Männer am FKK-Strand von Ahrenshoop oder Prerow an. „Er bekam nur ganz selten einen Korb, die haben das aus Spaß

gemacht.“ Natürlich wurden den Modellen die Aufnahmen zur Freigabe vorgelegt. Sie erhielten einen Abzug und im Fall einer Veröffentlichung einen Teil vom Honorar.

„Mutig und aufgeschlossen“, fand Rainer Vetter, dass die Nieparser Bürgermeisterin Bärbel Schilling so etwas in den Amtsräumen aufhängen lässt. „Kritik der Bürger nehme ich gern entgegen“, lud der leitende Verwaltungsbeamte Peter Forchhammer ein. „Wir als einstige DDR-Bürger können da gar nichts dran finden. Wir haben ja so gelebt“, so Bärbel Schilling.

Später ist dann auch eine Ausstellung mit den Werken von Rainer Vetter geplant.

Die Ausstellung ist bis zum Frühjahr zu den Öffnungszeiten des Amtes zu sehen: Montag 9 bis 12 Uhr, Dienstag 9 bis 12 und 13 bis 18 Uhr, Donnerstag 9 bis 12 sowie 13 bis 15.45 Uhr und Freitag 9 bis 12 Uhr. Ansonsten nach Vereinbarung.

Zur Person

Gerhard Vetter, 1918 in Eilenburg geboren, hatte Drogist und Stellmacher gelernt, bevor er Fotograf wurde. Er arbeitete 1950 bis 1952 als Strandfotograf in Binz, gilt als Pionier der Aktfotografie in der ehemaligen DDR, machte aber auch Reisereportagen in Brasilien, Indien oder Burma, fotografierte Landschaften in Mecklenburg Vorpommern, fertigte Porträts bekannter Künstler und Dokumentationen, stellte aus und wurde ausgezeichnet. Vetter lebte seit 1953 in Ahrenshoop und Wustrow, wo er 1971 starb.

Susanne Retzlaff

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