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Stralsund Rockröhren-Alarm: Sechs Bands in einer Nacht
Vorpommern Stralsund Rockröhren-Alarm: Sechs Bands in einer Nacht
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00:01 21.03.2017
„Still Crazy“ (hier Andreas Helm, Bernd Nickel und Rainer Corswandt, v. l., in Aktion) gehört bei einem Musikantentreffen einfach dazu. Diesmal standen insgesamt sechs Bands auf der Kulturhaus-Bühne. Quelle: Fotos: Ines Sommer

Nicht nur in Stralsund gibt es eine ausgeprägte Musikerszene, die sich einmal im Jahr in der Brauerei den Kollegen und dem Publikum stellt. Auch die Bands aus dem Umfeld der Hansestadt, dem einstigen Landkreis Stralsund, haben ihren Treffpunkt, und zwar jeden März im Kulturhaus Richtenberg. Das nun schon seit neun Jahren. Und langweilig geworden ist es noch nie.

Bereits zum 9. Mal fand im Kulturhaus Richtenberg das Musikertreffen des ehemaligen Landkreises statt – mit 120 Musikanten.

Das liegt nicht zuletzt an der Bewegung in den Bands. Mal wechselt das Personal, mal entschließt man sich zu einer Schaffenspause. So wie „Still Crazy“. Die Band hatte sich vor wenigen Jahren eine kurze Pause verordnet – und kam mit einigen neuen Musikern zurück. Im Richtenberger Kulturhaus gehören sie beim jährlichen Musikantentreffen schon fast zum Inventar. Und so eroberte man mit „Verdammt lang her“ auch gleich mal die Fans. Und die gingen ab, merkten allerdings auch, dass die Titel etwas blechern ins Ohr rauschten. Da hatten die Organisatoren wohl nicht das glücklichste Händchen mit der Technik.

Der Stimmung schadete das zum Glück nicht. Denn die Richtenberger Bandnacht hat sich zu einem großen Musikantentreffen entwickelt. 120 Leute stehen da bei jeder Band vor der Bühne – Kollegen, Freunde und Familien. „Man stellt neue Titel vor, weil es einfach Spaß macht, und man fachsimpelt ein bisschen. Vielen geht es darum, alte Musikerkollegen wiederzutreffen. Und das macht die lockere Atmosphäre aus“, sagt Dirk Brodmann, Schlagzeuger von „Like A Rock“.

Zu den Stamm-Bands des Abends gehören ebenso „TAMM & Co.“ aus Franzburg mit dem Tischler Bert Spiellecke und dem Arzt Roland Raden. „Uns gefällt die Mucke. Das ist gute und handgemachte Tanzmusik“, finden Annette und Kurt Schubert aus Loitz. Und die beiden dürfen sich ein Urteil erlauben, gehören sie doch seit der 1. Bandnacht zu den Dauertänzern auf dem Kulturhaus-Parkett.

Auch die „Ersatzteile“ aus Oebelitz, die dort in einem Bungalow proben, freuen sich jedes Jahr auf ihren Auftritt. „Diesmal besonders, denn wir haben eine neue Sängerin. Gesucht haben wir einfach über Ebay-Kleinanzeigen. Da haben sich mehrere gemeldet, und die Band hat sich für Franzi Burdack aus Ribnitz entschieden“, weiß Katharina Dittich, die Frau des Sängers. Offensichtlich eine gute Wahl, denn der 25-Jährigen gelingt es, den Funken überspringen zu lassen. „Also, ich fand die richtig gut“, sagt Dr. Thomas Riel. Der Zahnarzt aus Stralsund, der in dieser Nacht gemeinsam mit seinem Praxisteam in seinen 50. Geburtstag reinfeierte, war aber auch begeistert vom Abschluss des Abends. Denn als alle Musiker noch einmal gemeinsam auf der Bühne standen und sich verabschiedet hatten, fasste sich eine junge Nachwuchssängerin ein Herz und ging für einen Titel ans Mikrofon. Vor der Bühne frenetisch angefeuert von Frank Rettig. „Das ist ein Mädel aus unserer Funkengarde“, gibt der Mann vom Richtenberger Carnevalsclub stolz weiter. Doch Marie Haack aus Grün Kordshagen ist nicht nur Faschingstänzerin. Die 17-Jährige, die das Goethe-Gymnasium in Stralsund besucht, sammelt schon Banderfahrung, und zwar bei „Rezeptfrei“.

Ein Wiedersehen gab es mit der neu formierten Gruppe Kontakt, die kurz nach ihrem 40. Jubiläum eine Pause eingelegt hatte und sich jetzt in neuer Besetzung auf dem „Musiker-Markt“ zurückmeldete.

Doch was wäre so ein Abend ohne Premiere, und die gab es mit dem Auftritt von „Querbeet“ (Schlagzeuger Atze probierte sich übrigens auch als Moderator). Besonders die Interpretation von „Die immer lacht“ sorgte sofort für Stimmung. Da hielt es auch den hibbeligen Crazy-Keyboarder und Sänger Kalle Stühler nicht auf dem Platz. Er sprang auf die Bühne, griff sich ein Mikro (man merkte, dass ihm der Moderatoren-Job fehlte, er war irgendwie noch nicht ausgelastet) – und schon wurde ein Duett geboren...

Ines Sommer

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