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Schätze im Stadtarchiv: Nur noch ein Schritt zum Welterbe

Stralsund Schätze im Stadtarchiv: Nur noch ein Schritt zum Welterbe

Urkunden zum „Stralsunder Frieden“ könnten zu wichtigsten Schriften der Menschheit zählen / Sie wurden jetzt bei der Unesco in Paris eingereicht

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Diese Urkunde besiegelte den Stralsunder Frieden.

Quelle: Foto: Jörg Mattern

Stralsund. Schätze aus dem Stralsunder Stadtarchiv könnten bald zu den bedeutendsten Schriftstücken der Menschheitsgeschichte zählen. Zwei Jahrhunderte alte Urkunden, die den „Stralsunder Frieden“ von 1370 besiegelt haben, sind nur einen Schritt davon entfernt, in das Weltdokumentenerbe aufgenommen zu werden. Die zuständige deutsche Kommission hat jetzt beschlossen, die Dokumente bei der Unesco in Paris einzureichen. Die muss die endgültige Entscheidung fällen, mit der Anfang 2019 zu rechnen ist. „Das ist ein wichtiger Teilerfolg. Unser Vermächtnis sind nicht nur Gebäude aus Stein, sondern auch Schriftstücke. Eine Aufnahme ins Weltdokumentenerbe brächte unserer Stadt und der Geschichte der Hanse eine große internationale Relevanz“, sagt Steffi Behrendt, Leiterin des Amts für Kultur, Welterbe und Medien.

OZ-Bild

Urkunden zum „Stralsunder Frieden“ könnten zu wichtigsten Schriften der Menschheit zählen / Sie wurden jetzt bei der Unesco in Paris eingereicht

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Die Idee dazu geht auf einen Antrag der SPD zurück, den sie im Jahr 2014 in die Bürgerschaft eingebracht hatte. Die Stralsunder Urkunden werden allerdings nicht allein eingereicht, sondern gemeinsam mit vielen weiteren Schriftstücken aus Deutschland, Dänemark, Belgien, Polen, Estland und Lettland. Sie alle firmieren unter der Überschrift „Dokumente der Hansegeschichte“. Unterstützt wird das Vorhaben auch vom Schweriner Bildungsministerium.

Der „Stralsunder Frieden“ von 1370 markiert das Ende der Kriegshandlungen zwischen der Hanse und Dänemark. Das Land hatte zuvor versucht, Einfluss zurückzugewinnen, wurde jedoch von der Hanse militärisch niedergerungen. „Das war der Höhepunkt der Hanse als Handels- und Städtebund. Damit hatte sie ihre Stellung als Handelsmacht für die nächsten 150 Jahre gesichert“, erklärt Dirk Schleinert, Leiter des Stralsunder Stadtarchivs. Vertreter der Kriegsparteien trafen sich damals im Stralsunder Rathaus, um das Ende des Krieges zu besiegeln.

Zwei Urkunden sind besonders wichtig – eben jene, die nun gewürdigt werden sollen. In der einen erklärt der dänische Reichsrat die Kriegshandlungen für beendet. In der zweiten werden die Handelsprivilegien der Hanse im dänischen Machtbereich festgeschrieben. „Diese Dokumente sind deshalb weltweit bedeutend, weil sie zeigen, wie aus einem Handelsbündnis eine Institution wurde, die eine ganze Region ökonomisch, politisch und kulturell geprägt hat“, sagt Steffi Behrendt.

Die Aufnahme ins Weltdokumentenerbe bringt auch Verpflichtungen mit sich. So müssen die Hanse-Schriftstücke digital zugänglich sein und überall verstanden werden können. Denkbar wäre etwa eine interaktive Internetseite, auf der das historische Phänomen „Stralsunder Frieden“ interaktiv erklärt wird. Zudem muss das physische Dokument sicher aufbewahrt werden. Derzeit liegt es im Stadtarchiv.

Nach Fertigstellung des Depots soll es dorthin umziehen – in einen Sicherheitsbereich für besonders wertvolle Dokumente. Möglich wäre dann auch eine Sonderausstellung im Stralsund Museum. Allerdings nur für eine kurze Zeit, denn das alte Papier ist sehr anfällig gegenüber Sonnenlicht. Es könnte einfach zerfallen und wäre für die Menschheit verloren.

Alexander Müller

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