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Stralsund Schauspiel ist Verlierer der Saison
Vorpommern Stralsund Schauspiel ist Verlierer der Saison
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03:45 12.09.2013
Während das Theater insgesamt einen drastischen Zuschauerrückgang hinnehmen muss, gehört das Ballett mit mehr als doppelt so vielen Besuchern als in der vergangenen Spielzeit zu den Gewinnern. Zugpferd war die Inszenierung „Die Schöne und das Biest.“ Quelle: Theater
Stralsund

Das hätte sich Intendant Dirk Löschner nach seiner ersten Spielzeit sicher besser gewünscht: Obwohl die neue Leitung des Theaters Vorpommern mit „Elan und Enthusiasmus“

vor einem Jahr an den Start gegangen ist, muss das Mehr-Sparten-Haus einen drastischen Besucherrückgang hinnehmen.

Aus Sicht des Theaterchefs sei zwar „enorm viel auf den Weg gebracht“. Theaterführung und Ensemble hätten mit 34 neuen Produktionen und neun Übernahmen gezeigt, „was wir uns unter einem lebendigen Stadttheaterprogramm vorstellen“.

In den Zuschauerzahlen spiegelt sich das allerdings nicht wider. Es kamen 144 061 Besucher zu den Vorstellungen einschließlich der Gastspiele — 38 638 weniger als in der Spielzeit davor. Bei den eigenen Produktionen beträgt der Rückgang 26 058 Besucher. Damit fehlen dem Theater Einnahmen von 197 000 Euro. Löschner sieht gute Chancen, das Defizit „mit einer Aufholjagd“ bis zum Ende des Kalenderjahres wettzumachen.

Für den deutlichen Einbruch sieht er mehrere Gründe. Zum einen seien da die großen Asien-Touren des Orchesters und eine Sonderausstellung in Putbus, die in der vorherigen Spielzeit für zusätzliche Zuschauer gesorgt hatten und jetzt fehlen. Außerdem hätte man aufgrund des völlig neu zusammengestellten Ensembles keine Übernahmen realisieren können. Und die erfolgreichen Aufführungen des Stückes „Der Name der Rose“ zu den Ostseefestspielen im August spielen in der Statistik, die bis 31. Juli reicht, noch keine Rolle.

In den einzelnen Sparten ergebe sich ein sehr differenziertes Bild. Absoluter Gewinner sei das Ballett mit dem besten Jahr überhaupt. 12 490 Ballettfreunde kamen — doppelt so viele wie in der letzten Spielzeit. Eine besondere Zugnummer war „Die Schöne und das Biest“.

Eine „gute Entwicklung“ bescheinigt Löschner auch den Konzerten mit 20 299 Besuchern (in der Saison zuvor waren es 29 396 — mit Asien-Tournee). Das Musiktheater muss Einbußen von 4417 Gästen hinnehmen. Ein Rückgang auch im Kinder- und Jugendtheater mit 24 166 Besuchern (minus 2870).

Am schwersten getroffen aber habe es das Schauspiel, das vor allem in Greifswald auf viel Gegenwind gestoßen sei. Löschner spricht von einer „bösen Luft“, die durch die Stadt wehte. Am Ende wurden lediglich 13 602 Zuschauer gezählt. Das sind 8300 weniger, was auch für ihn nicht akzeptabel sei. Löschners eigene Einstands-Produktion „Ballade vom traurigen Café“ ist beim Publikum ebenso durchgefallen wie das Hauptmann-Stück „Der weiße Heiland“. Dennoch verteidigt Löschner die Entscheidung. Es sei richtig gewesen, im Hauptmann-Jahr ein unbekanntes Stück des Dichters zu inszenieren.

Gegensteuern will der Intendant, indem er mit dem neuen Spielplan auf mehr Unterhaltung setzt — „nicht mit Schenkelklopfern, sondern niveauvoll“. Dafür sollen solche Stücke wie die Komödie „Charleys Tante“, „Clerks — die Ladenhüter“ nach dem Film von Kevin Smith, das Musical „Anatevka“ mit einer Klezmerband oder Kristof Magnussons „Männerhort“ sorgen. Außerdem will das Theater mit Wiederaufnahmen wie „Tschick“, „Romeo und Julia“ oder „Rigoletto“ punkten.

Auch von den Ostseefestspielen im Sommer 2014 erhofft sich Löschner, dass wieder mehr Publikum angelockt wird. Hier sind die Musicals „Der Zauberer von Oz“ und „Die Abrafaxe“ geplant. Ob es denn so kommt, hängt von der Genehmigung von Fördergeldern durch das Wirtschaftsministerium für eine mobile Bühne ab. Derzeit laufe noch ein Prüfverfahren. Löschner geht davon aus, dass dies in zwei- bis drei Monaten abgeschlossen ist. Als Minimum rechnet er mit 20 000 Besuchern pro Festspiel-Saison.

In Sachen Theater-Reform und der vom Land favorisierten Fusion mit Neubrandenburg/Neustrelitz zu einem Landestheater hält es Löschner nach wie vor für schwierig, vier Städte und zwei Landkreise unter einen Hut zu bringen. Er werde sich gegen alles wenden, was die Qualität weiter nach unten treibt, versicherte Löschner. „Wenn nicht mehr Geld ins System kommt, leidet die Qualität immer mehr. Nur auf Kosten der Beschäftigten — das geht nicht.“

Mit großer Sinfonie in die neue Spielzeit

25 Premieren, sieben Philharmonische Konzerte sowie weitere Sonder- und Kammerkonzerte sind in der neuen Spielzeit geplant.

Das Spielzeit-Eröffnungskonzert unter dem Motto „Je lieber möcht‘ ich im Himmel sein“ mit der Auferstehungssinfonie von Gustav Mahler wird in einer Kooperation mit der Opera na Zamku Stettin aufgeführt. Termine: 13. September — Greifswald, 14. September — Stettin, 15. September — Stralsund.

Die Tragödie „Gyges und sein Ring“ von Friedrich Hebbel kommt als erste Premiere in Stralsund am 28. September auf die Bühne (Putbus: 18. Oktober, Greifswald 2. November).

Das Spiel mit Puppen und Menschen nach dem Film von Jonathan Mostow „Surrogates — Mein zweites Ich“ wird ab 29. September auf der Greifswalder Hinterbühne gespielt (Stralsund:

18. Oktober).

„Orpheus in der Unterwelt“ gibt es ab 12. Oktober in Greifswald (Stralsund: 19. Oktober, Putbus 20. Dezember).

„Hase und Igel“ (ab vier Jahren) läuft ab 12. Oktober am Sund. (Greifswald: 27. Oktober, Putbus, 31. Oktober).

Ich glaube, wir haben enorm viel auf den Weg gebracht und gezeigt, was wir uns unter einem lebendigen Stadttheaterprogramm vorstellen.“Dirk Löschner (46 ), Intendant des Theaters Vorpommern

Marlies Walther

Alfred und Helga Stöhr sind seit 65 Jahren verheiratet.

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