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Schlemmen und Schlendern wie die einstigen Schlossherren

Schlemmen und Schlendern wie die einstigen Schlossherren

Das Gutshaus in Parow öffnet am Sonntag die Türen für Besucher: Führungen, Vorträge, Reitsport und Gärtnerei-Ideen stehen ebenso auf Veranstaltungsplan wie fürstliches Essen

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Erleben und Schmecken werden am Sonntag bei „Gutshausairleben“ im Parower Schloss groß geschrieben. Von 10 bis 18 Uhr herrscht hier Trubel. Fotos (2): Ines Sommer

Parow. So ein Schloss-Ambiente mit Kapelle, Orangerie, Gärtnerei und Reitstall verführt den Besucher geradewegs in längst vergangene Zeiten. Da denkt man beim Schlendern schon daran, wie hier einst die Schlossherren residierten. Diese Gefühl soll mit der Veranstaltung „Gutshausairleben“ noch verstärkt werden. Da gibt es nicht nur Historisches zu hören, sondern auch zu erleben und zu schmecken.

OZ-Bild

Das Gutshaus in Parow öffnet am Sonntag die Türen für Besucher: Führungen, Vorträge, Reitsport und Gärtnerei-Ideen stehen ebenso auf Veranstaltungsplan wie fürstliches Essen

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„Die Premiere im letzten Jahr verlief vielversprechend. Und wir hoffen natürlich, dass auch diesmal viele Neugierige vorbeischauen. Es lohnt sich“, verspricht Anke Ehrecke vom Storchennest-Verein.

Und der ist gemeinsam mit der Gemeinde Kramerhof Gastgeber für den Gutshaus-Tag.

Das bunte Schlosstreiben beginnt am Sonntag um 10.30 Uhr mit einer plattdeutschen Andacht von Dietmar Prophet. „Aufbruch in den Tag“ heißt es im Anschluss mit den Jagdhornbläsern aus Bremerhagen. Die Nieparser Storchennest-Geschäftsführerin Anke Ehrecke und der Kramerhofer Christian Seide werden die Gäste dann auf den Tag unter dem Motto „Gutshausairleben“ einstimmen.

Und dann geht es Schlag auf Schlag: Führungen durch das alte Gutshaus von Parow mit Klaus Pöttrich stehen ebenso ins Haus wie eine Besichtigung des Sanierungsvorhabens in der Alten Gärtnerei. Es gibt Reitvorführungen, so stellt Ronald Lüders eine Dressurprüfung vor. Andere freuen sich bestimmt auf den Auftritt von „Quarter Horse“. Gespannt sein darf man auch auf einen Veranstaltungspunkt gegen 16 Uhr. Dr. Günter Grassmann möchte sich dabei kritisch mit Carl-Friedrich von Langen, dem Olympiasieger im Reiten, auseinandersetzen. Der Parower wurde 1911 Parower Gutsherr, starb 1934 an den Folgen eines Sturzes im Zuge seiner Olympiavorbereitung für 1936.

Die Spaßmacher, historische Karussells, eine Schau der Trecker- und Oldtimerfreunde aus Kedingshagen, Klänge von „BluesRausch“, Ponyreiten und eine Pferde-Fotoausstellung mit Detlef Witt warten rund um das Gutshaus, das bei den Parower nur Schloss heißt, auf die Besucher. Es gibt Schmiedekunst mit Marco Wehner, die Schülerfirmen aus Niepars und Velgast sorgen ebenfalls für Angebote.

Zum Erleben gehört natürlich auch das Schmecken. Und hier sorgen Torten aus Niepars, frisch gerösteter Bio-Kaffee aus Nisdorf, Kesselattraktionen vom Feuer, Fisch und Wild aus der Parower Minimanufaktur ebenso für Abwechslung wie Wild von der Jagdgenossenschaft oder Schwein vom Spieß der Fleischerei Blohm und jede Menge hochprozentige Getränke. Aber auch mittelalterliche Waffeln und Käsespezialitäten wollen verspeist werden.

Im alten Kutschstall ist eine Reise in die Vergangenheit vorbereitet. Wilhelm Dallmer zeigt Fotos, Postkarten, Zeitungsausschnitte, Texte und die Chronik von Parow. Und hier dürfen die Besucher gern etwas mitbringen. Das Material soll dann ins das Konzept der Alten Gärtnerei eingepflegt werden.

Rund ums Schloss wird also eine Menge los sein. Gemeinde Kramerhof und Minimanufaktur laden von 10.30 bis 18 Uhr herzlich ein.

Parower Gutshaus ist 156 Jahre alt

1860 wurde das Gutshaus- Ensemble errichtet. Das Hauptgebäude – zweigeschossig und sechsachsig – entstand im englischen Landhausstil und ist eine Kombination aus Backstein, Putz und Haustein. Es hat einen Kapellenanbau. Heute finden hier Trauungen statt.

Einige Wirtschaftsgebäude gehören zum Ensemble. Der ehemalige Marstall ist Pension, und aus dem Reitstall wurde zwischenzeitlich eine Gaststätte. Aus der Göpelscheune wurde mittlerweile die Minimanufaktur. Gutsarbeiterhäuser sind auch heute noch bewohnt.

1910 wurde die Gärtnerei gebaut. Bis 1974 wurde hier Gemüse produziert. Das Gebäude mit Orangerie soll durch ein Projekt von Gemeinde und Storchennest-Verein ebenfalls wieder belebt werden. 695 000 Euro kostet die Sanierung der Gutsgärtnerei. 528000 Euro zieht die Gemeinde Kramerhof als Bauherr aus dem EU-Fördertopf an Land.

Ines Sommer

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