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Stralsund Schwedenschanze — versteckt und vergessen
Vorpommern Stralsund Schwedenschanze — versteckt und vergessen
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03:34 09.09.2013
Die ehemalige Schwedenschanze ist für den Unkundigen kaum zu entdecken. Die einstigen Zeitzeugen sind zugeschüttet oder überwuchert.
Stralsund

Gerade der Unterhalt denkmalgeschützter Objekte ist auch zwangsläufig mit hohen finanziellen Risiken verbunden, die eine Herausforderung für die Eigentümer darstellen. „Oftmals steht man dann vor der Frage, ob sich Restaurierung und Erhalt eines Gebäudes lohnen“, greift Dieter Hartlieb bei der Eröffnung im Rathaus das diesjährige Motto auf. „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmäler“ schließt jedoch auch die Objekte mit ein, die zur Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zwingen.

Bei Felicitas Deilitz kamen jedoch nur schöne Erinnerungen auf, als sie den Ausführungen von Gunnar Möller über die Schwedenschanze folgte. „Als Kinder sind wir hier in den 80er-Jahren durch den Graben gelaufen und haben auf diesem Gelände gespielt — wir nannten es früher die Hexe“, erinnert sich die Stralsunderin. Mit der Schulklasse wurden sogar Feste auf der Wiese vor dem alten Wall gefeiert. „Allerdings war damals alles gepflegt. Jetzt würde man in den Graben gar nicht erst reinkommen, da alles verwildert ist“, bedauert die 36-Jährige. Das kann Gunnar Möller von der Unteren Denkmalschutzbehörde im Bauamt gut nachvollziehen. „Dies ist einer der wenigen Orte, an denen die Festungsgeschichte des preußischen Militärs noch nachvollziehbar ist. Gerade deshalb ist der jetzige Zustand natürlich nicht befriedigend“, bestätigt er. Denn zurzeit ist das Gelände als Naherholungsgebiet nicht zu nutzen, und auch die Spuren der Vergangenheit lassen sich kaum entdecken. Alles ist dem Bewuchs der letzten Jahre zum Opfer gefallen.

„Das ist wohl auch der Grund, warum kaum jemand die eigentliche Schwedenschanze kennt“, meint Möller. Denn die ursprüngliche Pommersche Batterie oder auch Pommersche Schanze — die erst später Schwedenschanze genannt wurde — bezeichnet nicht das Gelände des Berufsförderungswerkes, sondern findet man hinter dem Sportplatz an der Großen Parower Straße.

„Gerade weil sie nicht so präsent und eher versteckt ist, ist die Schwedenschanze so interessant. In der Altstadt lässt sich die Geschichte leichter entdecken“, begründet Harald Rünger sein Interesse am Tag des offenen Denkmals. Das Ortskuratorium der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, das sich im Rathaus präsentierte, bemüht sich seit Jahren darum, den Stiftungsgedanken in Stralsund aufrecht zu erhalten. „Rund ums Thema Denkmäler organisieren wir das ganze Jahr über Veranstaltung und bringen interessierte Menschen zusammen“, erklärt Babette Schumacher. Das Engagement der Ehrenamtlichen reicht von organisierten Fahrten zu Dorfkirchen bis zu Vorträgen. Im Löwenschen Saal wird am 26. September der nächste Vortrag zum Thema Klöster in Mecklenburg-Vorpommern stattfinden.

Horst Amelang öffnete unterdessen die Tür der Schiffer-Compagnie und führte die Gäste durch die Räume. „Unser Haus wird nach oben hin immer jünger. Während man bei den Grundsteinen vom frühen 13.

Jahrhundert ausgehen kann, sind im Obergeschoss Holzbalken mit der Jahreszahl 1704 zu finden“, unternimmt der Altermann der Bruderschaft einen Streifzug durch die Geschichte. Ralf und Silke Peiker, die sich neben den Kirchen auch die Schiffer-Compagnie anschauten, sind beeindruckt.

„Stralsund ist eine schöne Stadt, die sich toll entwickelt hat und auch noch viel Entwicklungspotenzial hat“, sind sich die Hauptstädter einig, die zum Tag des offenen Denkmals einen Abstecher in die Hansestadt machten.

Wenke Büssow-Krämer

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