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Schwestern mit Goldrahmen

Stralsund Schwestern mit Goldrahmen

Die Hansestadt hat zwei Gemälde des bedeutenden Malers Georg David Matthieu erworben. Sie zeigen die Schwestern des Regierungsrates von Olthoff .

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Ernster Blick trotz innerer Freude: Oberbürgermeister Alexander Badrow während seiner Ansprache beim Festakt im Remter.

Quelle: Fotos: Stefan Sauer

Stralsund. Zwei neue Schmuckstücke im Stralsund Museum: Das Haus hat zwei Ölbilder des bedeutenden deutschen Rokoko-Malers Georg David Matthieu (1737-1778) erworben. Beide Porträts zeigen die zwei Schwestern des damaligen Stralsunder Oberregierungsrates Adolf Friedrich von Olthoff (1718-1793). Die Preziosen werden auf das Jahr 1762 datiert.

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Die Hansestadt hat zwei Gemälde des bedeutenden Malers Georg David Matthieu erworben. Sie zeigen die Schwestern des Regierungsrates von Olthoff .

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Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) stand die Freude über die Anschaffung der Bilder gestern während eines kleinen Festaktes zu diesem Anlass zumeist ins Gesicht geschrieben. Nicht ohne Grund:

Obwohl beide Bilder zusammen mehr als 100 000 Euro gekostet haben, hat die Stadt selbst lediglich einen Anteil von 8000 Euro für diese besonders für Stralsund sehr wertvolle Anschaffung ausgeben müssen. Den großen Rest haben die Landesregierung, die Kulturstiftung der Länder sowie die Ernst von Siemens-Stiftung bezahlt. Badrow: „Dieser Erfolg ist außerdem dem Zustand zu verdanken, dass wirklich alle mitgezogen haben, sobald sie erkannt haben, welche Chance sich hier bot.“

Beide Porträts zeigen die Schwestern in mythologischen Rollen. Magdalena Charlotte Stegemann (geb. Olthoff) in der einer Vestalin – einer Priesterin der Göttin Vesta. Matthieu lässt sie als treusorgende Mutter mit Kind in Erscheinung treten. Anna Regina Olthoff ist als Bacchantin – einer Anhängerin des Weingottes Bacchus – dargestellt.

Die kostbaren Bildnisse seien ein einzigartiges Zeugnis der Rokoko-Malerei in Norddeutschland und wegen ihrer regionalhistorischen Bedeutung ein wichtiger Zuwachs für die Stralsunder Sammlung, sagte Stephanie Tasch von der Kulturstiftung der Länder während des Festaktes. Es sei Glücksfall, dass die Hansestadt „sich in das Abenteuer dieses großen Einkaufs gestürzt hat“.

Die nicht adlig geborenen Schwestern Olthoff erhielten durch diese Art der Darstellung eine Würdigung, „wie sie in der Kunstgeschichte zuvor nur dem Adel vorbehalten war“.

Matthieu trat 1764 als Hofmaler in den Dienst von Herzog Friedrich von Mecklenburg in der Residenz Ludwigslust, wo er bis zu seinem Lebensende 1778 arbeitete. Während seines Stralsund-Aufenthaltes arbeitete Matthieu an den Porträts gleich mehrerer Familienmitglieder des schwedisch-pommerschen Regierungsrates Olthoff.

Außer den beiden nun im Stralsund Museum zu sehenden Bildern der Schwestern entstand auch ein Porträt von Olthoff selbst. Matthieu zeigt ihn mit Pelz und türkischem Turban. Das Bild gilt nach Angaben der Kulturstiftung der Länder allerdings als verschollen.

Die Schwesternporträts würden laut der Stiftung den Beginn von Matthieus Tätigkeit als Auftragsmaler demonstrieren und den französischen Stil des Berliner Rokokos erkennen lassen. „Matthieus leichte, lockere Pinselführung, seine feinen Farbnuancen und die genaue Wiedergabe der kostbaren, stofflichen Texturen zeichnen ihn als einen der bedeutendsten Rokokomaler Deutschlands aus“, hob die Stiftung gestern die Bedeutung des Malers hervor.

Beide Bilder sind zuvor noch niemals verkauft worden, was und waren über 200 Jahre lang in Familienbesitz der Olthoffs, ehe sie nun in das Stralsund Museum einzogen, wo sie ab dem 21. Mai im Rokoko-Raum in der ersten Etage ausgestellt sein werden.

Greifswalder Entdecker

Entdeckt worden waren die beiden Bilder von dem Greifswalder Kunsthistoriker Professor Kilian Heck. Er lehrt Kunstgeschichte an der Universität Greifswald. Nach Angaben von Oberbürgermeister Alexander Badrow habe Heck darauf hingewiesen, dass die Werke zum Verkauf stehen. In einem entsprechenden Gutachten habe Heck unter anderem betont: „Die Werke stellen für die Landesgeschichte ein hochqualitatives, in sich geschlossenes Ensemble und damit ein nahezu einzigartiges Zeugnis der Periode um 1760 dar. Die malerische Qualität der beiden Gemälde sowie ihre originale Rahmung dürfen als Besonderheit angesehen werden, die heute in diesem Zustand nur noch selten anzutreffen ist.“

Benjamin Fischer und Anne-Dorle Hoffgaard

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