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Skulptur für „Liebeschlösser“ auf der Hafeninsel

Stralsund Skulptur für „Liebeschlösser“ auf der Hafeninsel

Der Bildhauer Reinhard Buch hat das Kunstwerk „Festmacher“ gemeinsam mit der Firma Ostseestaal gefertigt. Am 19. April wird es feierlich enthüllt.

Stralsund. Wer sich fragt, was das verhüllte, riesige Etwas direkt neben der Fährbrücke im Stralsunder Hafen ist – hier ist die Antwort: Gestern Morgen konnten viele Schaulustige dabei zusehen, wie ein Kran eine 1,5 Tonnen schwere Skulptur an ihren künftigen Standort hievte. Doch bis zur feierlichen Enthüllung am 19. April wird das Kunstwerk noch vor neugierigen Blicken durch eine Plane geschützt sein. „Bis dahin werden noch Restarbeiten sowohl an der Skulptur als auch an der Straße Am Fährkanal notwendig sein, die derzeit saniert wird“, heißt es dazu bei der Stadterneuerungsgesellschaft (SES).

 

OZ-Bild

Reinhard Buch, Künstler aus Hirschburg bei Ribnitz-Damgarten, vor seiner Skulptur mit dem Titel „Festmacher“.

Quelle: Foto: Miriam Weber

Für seine Arbeit hat der Künstler Reinhard Buch gemeinsame Sache mit der Stralsunder Firma Ostseestaal gemacht. „Als Bildhauer arbeitet man ab bestimmten Dimensionen mit Partnern zusammen“, erklärt Buch, der in Hirschburg, einem Ortsteil von Ribnitz-Damgarten, lebt. Die konkreten Dimensionen sind in diesem Fall drei Meter Höhe und ein Gewicht von 1,5 Tonnen. „Ich habe eine Zeichnung geliefert, und danach wurde aus einer 20 Milimeter dicken Stahl-Platte alles bei Ostseestaal ausgebrannt und später auch geschweißt.“ Architekt Henrik Eriksson erklärt: „Das Material ist Corten-Stahl. Das Besondere daran ist, dass es im ersten Moment rostet, dadurch aber eine natürliche Schutzschicht gebildet wird und so der Stahl später nicht weiterrostet.“ Im Moment ist die Skulptur noch honigfarben, doch das wird sich in den kommenden Wochen ändern, die Farbe wird dunkler. „Corten-Stahl wird oft für Kunstobjekte oder zur Fassadengestaltung genutzt“, sagt Henrik Eriksson.

Auch für Reinhard Buch ist das Arbeiten mit diesem Stahl kein Neuland. Unter anderem in Rostock oder Greifswald hat er bereits seine künstlerischen Spuren damit hinterlassen. „Für uns war es ein besonderes Projekt in doppelter Hinsicht“, erklärt Eriksson. „Zum einen ist es spannend, wieder ein Kunststück zu fertigen, zum anderen freuen wir uns, dass dieses regional gefertigte Objekt hier bleibt und in Stralsund zu sehen ist.“ Und es soll nicht nur angeschaut, sondern auch genutzt werden. Nicht umsonst trägt es den Titel „Festmacher“. Doch der ist im übertragenen Sinne zu verstehen. „Das Objekt soll dafür genutzt werden, dass frisch Vermählte dort Schlösser anbringen können“, erklärt Reinhard Buch. Viele Hansestädter finden an diesen „Liebesschlössern“ Gefallen und nutzen dafür teilweise die Brücken am Querkanal. Mit der Skulptur gibt es nun einen zentralen Platz zum „Festmachen“.

Das Kunstwerk besteht aus zwei einzelnen Platten, die in bestimmten Formen ausgeschnitten sind. Würde man sie jedoch zusammenschieben, ergäben sie wieder eine einheitliche Fläche. Verbunden, also miteinander „festgemacht“, sind die beiden Platten trotz allem durch Riegel und Ringe. An diesen Ringen können dann künftig die Schlösser an Ketten und Schäkeln angebracht werden.

Unter acht Bewerbern hatte sich der 62-Jährige mit seinem Entwurf durchgesetzt. „Obwohl es eine Herausforderung war“, wie Buch, der an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee Plastik studierte, erklärt.

„Es sollte als Gebilde noch funktionieren, auch wenn nach und nach Schlösser daran gehängt werden“, erläutert Reinhard Buch, der seine Arbeiten schon im In- und Ausland ausstellte. „Außerdem hat das Werk eine städtebauliche Wirkung“, sagt der Künstler. „Ich habe die Hafeninsel mit einer Ecke versehen. Das ist eine sehr exponierte Lage, und die Skulptur wirkt hier wie ein Pfeiler.“

Miriam Weber

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