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Spannung entsteht, wenn man nicht alles sagt

Spannung entsteht, wenn man nicht alles sagt

Im Gespräch mit dem Erfolgsautoren Arno Surminski / 1995 veröffentlichte er den Erzählband „Besuch aus Stralsund“

Stralsund Der Autor Arno Surminski hat in seinem Erzählband „Besuch aus Stralsund“ seine Liebe zur Hansestadt dokumentiert. Heute lebt der 1934 in Ostpreußen geborene Schriftsteller mit seiner Frau Traute in Hamburg. Dort erhielt er im Juni den Verdienstorden der Bundesrepublik. Anlass für den Stralsunder Journalisten Peer Schmidt Walther, mit Arno Surminski zu sprechen.

 

OZ-Bild

Der Autor Arno Surminski lebt heute in Hamburg.

Quelle: privat

Bücher über Ostpreußen

Arno Surminski wurde 1934 im ostpreußischen Jäglack geboren und kam 1947 nach Deutschland.

Der Autor schrieb über 30 Bücher. Die Erzählungen und Romane handeln von seiner ostpreußischen Heimat und dem Schicksal von Vertriebenen.

Sein Werk „Jokehnen oder Wie lange fährt man von Ostpreußen nach Deutschland?“ wurde 1987 als TV-Dreiteiler verfilmt.

In Ihren Büchern spielt Wasser immer wieder eine Rolle. Welche persönliche Beziehung haben Sie zu diesem Element?

Arno Surminski: Eine besondere persönliche Beziehung zum Wasser habe ich nicht. Da meine Bücher häufig mit Reisen zu tun haben, führen sie zwangsläufig auch zu Flüssen, Seen, Meeren und Brücken. Die schlimmsten Ereignisse des Kriegsendes spielten sich auf dem Wasser und an den Stränden ab („Gustloff“, Frisches Haff, Neustädter Bucht, „Die Frauen von Palmnicken“).

Wasser ist ja ein bewegliches, auch gefährliches Element. So ist es immer ein gutes Umfeld für alle Romane und Erzählungen.

Verraten Sie Ihren sprachlich-stilistischen „Trick“, wie Sie ihre Leser fesseln?

Arno Surminski: Wenn es ein Trick wäre, könnte ich ihn erklären. Ich rätsele selbst über die emotionale Wirkung meiner Texte. Es liegt wohl daran, dass ich die beschriebenen Vorgänge immer deutlich vor Augen habe. Daraus entsteht der Eindruck von „ganz nahe sein“. Spannung entsteht, wenn man nicht alles sagt und erklärt, sondern vieles nur andeutet. Dann möchte der Leser erfahren, wie es ausgeht.

Ihr Werk spiegelt in vielerlei Hinsicht Ihr persönliches Schicksal. Ich kann mir vorstellen, dass viele Leser gern auch eine Biografie von Ihnen lesen würden.

Arno Surminski: Eine wahrhaftige Autobiografie könnte ich nicht mehr schreiben. Ich habe zu viel Autobiografisches in meinen Romanen und Erzählungen verarbeitet und könnte jetzt nicht mehr genau sagen, was Roman und was Realität war.

Ein Schwerpunkt Ihres Schaffens ist Ostpreußen. Sind Sie schon mal in das kritische Fadenkreuz politischer Kreise gekommen?

Arno Surminski: Es gab tatsächlich eine Zeit, in der allein die Erwähnung des Namens Ostpreußen in einem Buch Stirnrunzeln auslöste und mit dem Verdacht des Revanchismus belastet wurde. Ich habe das nicht gewusst und meinen ersten Roman naiv „Jokehnen oder Wie lange fährt man von Ostpreußen nach Deutschland“ genannt. Die der Political Correctness nahe stehende Hochliteratur hat ihn logischerweise wenig beachtet. Die Leser haben mich gerettet, indem sie das Buch, das so mutig den Namen Ostpreußen im Titel führte, in großer Zahl kauften und lasen. Immerhin sind es einschließlich der Übersetzungen ins Französische, Schwedische und Russische über eine Million Exemplare.

Ostpreußens ist ohne Vertreibung und Flucht undenkbar. Sehen Sie Parallelen zur aktuellen Situation in Deutschland?

Arno Surminski: Ein vorübergehendes Ausweichen vor dem Krieg ist es bei den heutigen Flüchtlingsströmen sicher nicht. Die meisten wollen bleiben in diesem besseren wirtschaftlichen Umfeld. Es müsste schon im Nahen Osten sehr friedlich und wirtschaftlich blühend zugehen – oder bei uns sehr schlecht werden – damit viele nach der Flucht zurückkehren.

Haben Sie einen weiteren „Surminski“ in Arbeit?

Arno Surminski: Ich bin jetzt 81 Jahre alt und will noch mindestens fünf Bücher veröffentlichen.

OZ

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Quelle: Spiegel

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