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Stadtführung mit Todesfolge

Stralsund Stadtführung mit Todesfolge

Die gebürtige Hansestädterin Ariane Grundies schreibt einen Krimi, der in Stralsund spielt

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Zehn Bücher hat die Berliner Autorin Ariane Grundies bislang geschrieben – einige unter Pseudonym. Ihr jüngstes Werk, der Krimi „Die Toten am Sund“, führt in ihre Heimatstadt Stralsund.

Quelle: Foto: Privat

Stralsund. Wo Stralsund drauf steht, ist in diesem Fall auch Stralsund drin: „Den Touristen ist alles egal. Sie interessieren sich jetzt weder für Ironie noch für den prämierten Museumsbau des Ozeaneums hinter ihnen, der einige Stralsunder an gigantische Klorollen erinnert. Es will auch niemand wissen, ob das die echte Gorch Fock ist, die hier ihren Liegeplatz im Stralsunder Hafen hat. Die Touris haben nur noch eine Mission: Raus aus dem Regen!“

Das könnte doch glatt eine Szene sein, wie sie sich gestern unter dem grauen Vormittags-Himmel in unserer Stadt abgespielt hat. Wir aber stecken mitten drin in einem Krimi. Und Sie merken schon, da kennt sich jemand aus: Ariane Grundies wurde in Stralsund geboren. Hierher, wo ihre Eltern wohnen und sie noch viele Leute kennt, kehrt sie immer wieder regelmäßig zurück. Diese Stadt findet sie „einfach schön“. Gern wollte die Autorin, die heute mit Frau und Kind in Berlin lebt, wieder ein Buch schreiben, das in Stralsund spielt. „Ich habe mich gefreut, dass ich mit der Mentalität der Menschen arbeiten kann. Ich liebe die Region“, sagt die gebürtige Hansestädterin.

Und da gibt es neben fiktiven Orten so viele Aha- und Wiedererkennungsmomente, herrlich scharfe Beobachtungen und Fingerzeige, dass man als Stralsunder seine Freude hat. Auch dann, wenn Ariane Grundies so manche herbe menschliche Eigenheit der Norddeutschen auf die Schippe nimmt und mit Dialekten spielt.

„Das ist der Witz, bei einem Regionalkrimi – Orte wiederzuerkennen“, findet die Autorin. Und so nutzt sie auch Steilvorlagen die sich um mehr oder weniger stadtbekannte Personen ranken. Allerdings ist ihr eins wichtig: „Ich habe versucht, die Figuren nicht auf Kosten der Leute zu entwickeln und sie nicht so zu charakterisieren, dass sich jemand komisch fühlt“, sagt sie. Aber wenn von einem berühmten Fischhändler mit seinem Heringsfässchen die Rede ist oder von einer Wirtin namens Elli , die im „Goldenen Steuerrad“ das Zepter schwingt – in Europas ältester Hafenkneipe, in der auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Brackwasserkümmel mit Politikern aus aller Welt trinkt, drängen sich schon bestimmte Bilder auf.

Nein, einen Thriller nach Art eines Adler Olsen vielleicht muss man nicht erwarten, dafür eine mit Amüsement und humorvoll überzeichneten Situationen gespickte Story, die unterhält: Gisela Klawitter trifft nach Jahren ihre ehemalige Nachbarin Rosi Hafemeister wieder. Beide sind arbeitslos und haben Langeweile. Kurzentschlossen machen sie sich selbstständig. Bieten Stadtführungen der besonderen Art an – Bungeespringen von der Rügenbrücke inklusive. Das Problem, nach und nach verschwinden mehrere Touristen. Alle haben eines gemeinsam, sie waren bei Rosis und Giselas erstem Stadtbummel dabei.

„Ich glaube, viele Stralsunder verbindet eine gewisse Hassliebe mit den Touristen“, sagt Ariane Grundies. Ganz in dem Sinne, dass die meisten stöhnen, wenn Urlauber die Altstadtgassen verstopfen, aber immer auch wohl wissend, dass Stralsund von den Gästen lebt – und nicht mal so schlecht. Lange hieß der Arbeitstitel „Touristensterben“. Daraus wurde am Ende „Die Toten am Sund – ein Ostsee-Krimi“, erschienen in jenem Verlag, in dem Ariane Grundies ihr erstes von bislang zehn erschienenen Büchern veröffentlicht hat.

Lesung am nächsten Dienstag bei Hugendubel

Die Autorin Ariane Grundies stellt ihr neues Buch „Die Toten am Sund – Ein Ostsee-Krimi“ am kommenden Dienstag um 19 Uhr in der Buchhandlung Hugendubel, Ossenreyerstraße 13, bei einer Lesung vor.

Ariane Grundies wurde 1979 in Stralsund geboren.

Erschienen ist das Buch im Piper-Verlag. Es kostet 14 Euro. ISBN: 978-3-492-06068-4.

Weitere Werke: „Schön sind immer die andern (2004), „Meene Kleene“ (2005), „Am Ende Ich“ (2006), „Anderes Ufer; andere Sitten“ (2007, mit ihrem Bruder Björn Grundies), „Muschi, Puschi, Schnurrdiburr - Das Lexikon der prominenten Kosenamen“ (2009), „Gebrauchsanweisung für Mecklenburg-Vorpommern und die Ostseebäder“ (2009), „Fanny Furios – Ich bin mal schnell die Welt retten“

(2016).

Marlies Walther

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