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Störtebeker-Saga: Große Bilder und ein Finale mit Knalleffekt

Ralswiek Störtebeker-Saga: Große Bilder und ein Finale mit Knalleffekt

Das neue Stück „Auf Leben und Tod“ zeigt einen Titelhelden im neuen Look / Eine Liebesgeschichte fehlt diesmal, und der Bösewicht ist nicht wirklich fies

Ralswiek. Er ist härter geworden. Zumindest, was sein Äußeres betrifft: Im neuen Stück der Klaus- Störtebeker-Saga auf der Ralswieker Naturbühne, „Auf Leben und Tod“, tritt Titelheld Bastian Semm mit Bart und neuer Frisur auf. Und die erinnert auffällig an den Hauptdarsteller der kanadischen TV-Serie „Vikings“. Mit Semms Sunnyboy-Ausstrahlung der vergangenen zwei Jahre hat das nichts mehr zu tun. Und dass der Klaus Störtebeker der neuen Geschichte kaum lacht, dürfte diesen Eindruck verstärken.

Die Besucher der Störtebeker Festspiele erwartet diesmal aber nicht nur ein Piratenhauptmann im neuen Look, auch die Inszenierung ist kaum mit bisher Bekanntem vergleichbar. Während die Hauptfigur ungewöhnlich moderat und kompromissbereit agiert und ganz ohne Liebesgeschichte auskommen muss, rückt Goedeke Michels (Andreas Euler) stärker in den Fokus. Allein, dass er in den Vorbereitungen zur Hochzeit mit Dauerfreundin Fronica (Karin Hartmann) steckt, verschafft ihm eine Menge Aufmerksamkeit. Ungewöhnlich auch der Bösewicht, Ordensritter Konrad von Jungingen (Marco Bahr). Waren die Fieslinge der zurückliegenden Inszenierungen häufig echte Kotzbrocken, wirken die Entscheidungen und Handlungen des religiösen Fanatikers von Jungingen im Kontext seiner Zeit zum Teil eher logisch statt bitterböse.

Die Handlung spielt 1397/98 und dreht sich um das Ringen um die Insel Gotland. Das Mecklenburger Herrscherhaus, Königin Margarete von Dänemark, die Hanse und der Deutsche Orden – sie alle haben ein Interesse daran, das Eiland unter ihren Einfluss zu bringen, weshalb es ein Ränkespiel mit Intrigen, Tricksereien und politischem Kalkül gibt. Besonders deutlich wird das an der Figur der Baronin Ewa (Bianca Warnek), die gleich drei Parteien ihre Dienste anbietet.

Der historische Hintergrund ist nicht gerade unkompliziert, wird in dem Stück aber flüssig aufbereitet. Dafür bedarf es allerdings eine Unmenge an Dialogen, die vor allem in der ersten Hälfte der Inszenierung einen großen Raum einnehmen. Deshalb mangelt es anfangs etwas an der Störtebeker-typischen Action, wenngleich die Umsetzung eines Turniers auf der Marienburg für enorme Unterhaltung sorgt.

Richtig Zunder wird erst im Finale gegeben, wenn die Kreuzritter die Festung Visby auf Gotland belagern. Kanonen feuern unentwegt, eine zwölfrohrige Wunderwaffe kommt zum Einsatz, in den Festungsmauern sprießen die Feuerfontänen, ein Mann stürzt von Turm, ein anderer geht in Flammen auf – und am Ende gibt es einen Schwertkampf zwischen Klaus Störtebeker und Konrad von Jungingen, bei dem niemand stirbt. Für den Titelhelden ist es übrigens die einzige Situation, in der er sich im Kampf mit der Waffe misst.

Den stärksten Eindruck hinterlässt die Kulisse der Marienburg. Hier wurde ein riesiges Kloster nachempfunden – Kreuzgang inklusive. Szenen wie die Aufnahme neuer Ordensbrüder sind wahrhaft große Bilder. Auch die Belagerung von Visby steht unter dem Motto „klotzen nicht kleckern“. An Statisten wurde dabei nicht gespart. Auch Kostüme und kleine Nebenhandlungen verraten viel Liebe zum Detail.

Jens-Uwe Berndt

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