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Stralsund diskutiert über Verbot von Wildtieren in Zirkus-Shows

Stralsund Stralsund diskutiert über Verbot von Wildtieren in Zirkus-Shows

Fraktion der Grünen beklagt, dass Aufführungen mit Tierschutz nicht vereinbar seien / Zirkus „Barlay“ weist die Vorwürfe zurück / Bürgerschaft entscheidet heute

Stralsund. Kunststücke mit Elefanten, Nashörnern und Tigern könnten in Stralsund künftig der Vergangenheit angehören. Die Bürgerschaftsfraktion der Grünen will durchsetzen, dass die Stadtverwaltung keine Flächen mehr an Zirkusse vergeben darf, die Wildtiere in ihrer Show einsetzen. Die Bürgerschaft soll heute bei ihrer Sitzung im Rathaus eine Entscheidung darüber treffen. „Wir halten die Belastungen für Wildtiere in Zirkussen für nicht akzeptabel. Wenig Platz, lange Transportwege und die zusätzliche Stressbelastung durch die Aufführungen sind mit dem Tierschutz nicht vereinbar“, sagt Claudia Müller von den Grünen. Die Hansestadt solle aber weiterhin für Zirkusse mit Artisten, Clownerien und anderen Nummern eine Bühne bieten.

Angestoßen wurde die Diskussion durch eine Demonstration von Tierschützern Ende Juni vor dem Zirkus „Barlay“ an der Mahnkeschen Wiese in Stralsund. Etwa 20 Aktivisten protestierten nach eigener Aussage dagegen, Tiere in Käfige zu sperren und zu Kunststücken zu zwingen.

Angelo Ortmann, Junior-Direktor im bereits nach Putbus auf Rügen weitergezogenen Zirkus „Barlay“, weist die Vorwürfe der Demonstranten zurück. „Wir sind bei der Tierhaltung auf dem gleichen Level wie ein guter Zoo“, sagt er. Da werde schließlich auch keine Verbotsdebatte geführt. In der Show des Zirkus „Barlay“ gibt es unter anderem Pferde, Kamele, Dromedare und als Höhepunkt einen sibirischen Tiger. Die Tiere würden regelmäßig die Gehege wechseln und hätten somit ausreichend Abwechslung. Die Tierlehrer seien gut ausgebildet und auf umstrittene Nummern, etwa ein durch einen brennenden Reifen springender Tiger, werde längst verzichtet. „Ohne Tiere funktioniert unser Zirkus nicht. Die Besucher verlangen das“, sagt Angelo Ortmann. Seine Familie betreibt den Zirkus seit 1826.

Das Veterinäramt des Landkreises Vorpommern-Rügen kontrolliert regelmäßig alle Zirkusse, die in der Region ihr Zelt aufbauen. Dabei wird insbesondere auf Tierschutzaspekte geachtet. „In den vergangenen Jahren gab es keine gravierenden Verstöße, die mit einem Ordnungsgeld hätten geahndet werden müssen“, sagt Kreissprecher Olaf Manzke auf Anfrage.

Der Stralsunder Verbotsantrag ist kein Einzelfall. Im ganzen Land formieren sich Initiativen gegen Wildtiere in der Manege. Erst im März hatte die Rostocker Bürgerschaft ein Verbot beschlossen. „Was wir derzeit erleben, ist ein bundesweiter Flächenbrand“, sagt Sven Rindfleisch aus Wiesbaden, Chefredakteur der Circuszeitung. Aus seiner Sicht sind kommunale Verbote allerdings rechtlich fragwürdig.

„Ein Wildtierverbot müsste durch ein Bundesgesetz geregelt werden, das es aber nicht gibt“, sagt er. Der Bundesrat hat im März auf Antrag einiger Länder die Bundesregierung aufgefordert, ein solches Gesetz zu erlassen. Für Sven Rindfleisch wäre das eine fatale Entscheidung: „Für mich gehören Tiere zum Zirkus dazu. Ohne sie hat er keine Seele.“

Zirkusse in Stralsund

4 Zirkusse kamen von Anfang 2015 bis heute in die Hansestadt. Ein weiterer kommt im September. Veranstaltungsort ist stets die Mahnkesche Wiese.

In Stralsund waren dieses und vergangenes Jahr der Zirkus „William“, der Zirkus „Alamos“, der Zirkus „Paul Busch“ und der Zirkus „Barlay“. Im September kommt der Zirkus „Berolina“. Alle zeigen Tiere in ihren Shows.

Je nach Zeltgröße und Dauer müssen die Veranstalter zwischen 300 und 2000 Euro an die Stadt für die Nutzung der Wiese zahlen.

Alexander Müller

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