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Tannhäuser auf Pilgerfahrt zu sich selbst

Stralsund Tannhäuser auf Pilgerfahrt zu sich selbst

Nächste Wagner-Oper hat am Sonnabend Premiere im Großen Haus Stralsund

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Michael Baba singt den Tannhäuser am Theater Vorpommern. Hier ist er zu Beginn des ersten Aufzuges in der Venusberg- Szene mit dem Ballett Vorpommern zu sehen – es ist das so genannte Baccanal. FOTO: VINCENT LEIFER

Stralsund. . Mit „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg“ erlebt drei Jahre nach der spektakulären Aufführung von „Lohengrin“ die nächste Oper Richard Wagners am Theater Vorpommern ihre Premiere. Und wieder ist es eine deutsch-polnische Zusammenarbeit, werden die 23 Sängerinnen und Sänger des Theaterchores unterstützt vom Chor der Opera na Zamku w Szczecinie (Stettin).

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Wagners fünfte vollendete Oper

„Tannhäuser ist unter musikalischen Aspekten wie ein besonders dickes Brett zu bohren.Golo Berg, GMD, Theater Vorpommern

„Ohne diese Unterstützung unserer polnischen Partner wäre der Tannhäuser nicht zu machen gewesen“, betont Katja Pfeifer, eine von zwei Dramaturgen dieser Wagner-Oper. Sie spricht von einer engagierten Zusammenarbeit, die sich auch an der Oper in Stettin mit intensiven Proben fortsetze.

Warum in so kurzer Zeit die nächste Wagner-Oper am Strelasund? Für Horst Kupich ist das keine Frage. „Es ist geradezu die Aufgabe dieses Hauses, dem Publikum einen Wagner zu bieten“, sagte der Operndirektor und stellvertretende Intendant des Theaters Vorpommern bei der Vorstellung der romantischen Oper in drei Aufzügen, die am 26. November in Stralsund in der Dresdner Fassung Wagners Premiere hat. Als Regisseur inszeniert er den Tannhäuser wie eine Pilgerreise eines sehr dynamischen Mannes auf der Suche nach sich selbst. Ein Typ, der Stillstand meidet und neugierig ist. Einer, der als Künstler der Kunst etwas sehr sinnlich-körperliches abgewinnen kann. Dabei reizt Kupich die Vielschichtigkeit der Figur: „Es hält Tannhäuser nie lange an einem Ort. Er zieht weiter, wenn er Gefahr läuft, Verantwortung übernehmen zu müssen. Er ist stets auf der Suche und dieses Suchen erfüllt sein Leben.“ Dabei bringt Kupich einen Prozess auf die Bühne, der Tannhäuser schmerzhaft erfahren lässt, dass dieser Lebensweg Konsequenzen hat. Ein Anliegen, dem Ausstattungsleiter Christopher Melching mit Bühnenbild und Kostümen Rechnung trägt.

Für Michael Baba gehört Wagner zum Repertoire. Der Tenor sang die Rolle des Tristan in Salzburg, Toronto und Moskau, den Siegfried bei den Tiroler Festspielen und den Parsifal in Detmold. „Der Tannhäuser schließt eine Lücke in meinem Repertoire“, beschreibt Baba den Reiz, sich der Aufgabe zu stellen. Die ist nicht leicht. Richard Wagner hat immer wieder an der Figur gearbeitet. Er soll bis zu seinem Tode keinen Sänger gefunden haben, mit dessen Tannhäuser er zufrieden war.

Tannhäuser zur Seite steht im ersten Aufzug Venus. Gesungen wird die Partie von Anne-Theresa Møller. In Stralsund kennt das Publikum sie als Carmen in der gleichnamigen Bizet-Oper. Ihr Debüt gab sie jedoch am Niederbayrischen Staatstheater als Brangäne in Wagners Tristan und Isolde.

Für Golo Berg, der die musikalische Leitung der Oper in den Händen hat, kann man als Theater keinen Bogen um Wagner machen. „Richard Wagner hat nicht nur die deutsche Musikgeschichte geprägt. Er hat beispielsweise auch durch seine Pariser Tannhäuser-Aufführung 1861 Frankreich musikalisch verändert. Die Herausforderung besteht für den Generalmusikdirektor vor allem darin: „Tannhäuser ist unter musikalischen Aspekten wie ein besonders dickes Brett zu bohren.“

Premiere: Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg, 26. November, 18 Uhr, Stralsund Großes Haus. Weitere Vorstellungen: 10. Dezember, 30. Dezember, jeweils 18 Uhr.

Tannhäuser ist Wagners fünfte vollendete Oper. Sie entstand ab 1842.

Textbuch und Partitur entstanden mit Unterbrechungen innerhalb von drei Jahren.

Die Uraufführung fand schließlich am 19. Oktober 1845 im Königlich Sächsischen Hoftheater zu Dresden statt.

Die Oper beruht auf zwei ursprünglich unabhängigen Sagen: „Heinrich von Ofterdingen und der Sängerkrieg auf der Wartburg“ mit einer Handlung aus der Zeit des Landgraf Hermanns I. von Thüringen (gestorben 1217) und „Tannhäuser“, der für sein Verweilen im Venusberg Vergebung bei Papst Urban IV. (Papst 1261–1264) suchte.

In Bechsteins Sagen-Sammlung von 1835 werden diese beiden sehr wahrscheinlich fiktiven Ereignisse unmittelbar nacheinander referiert, was Richard Wagner wohl auf die Idee brachte, sie zu einer Handlung und die Figuren des Heinrich von Ofterdingen und des Tannhäuser zu einer Gestalt zu verschmelzen.

Jörg Mattern

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