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Tauziehen um Ellida beim Kultursommer am Kap

Putgarten Tauziehen um Ellida beim Kultursommer am Kap

Mit der Premiere von Henrik Ibsens „Die Frau vom Meer“ beginnt heute die Spielsaison im Leuchtturmwärter-Garten / Berliner Duo stemmt wieder alles in Eigenregie

Putgarten. Ab heute Abend können Besucher im alten Leuchtturmwärter-Garten am Kap Arkona wieder in die fantastische Welt des „Kultursommers am Kap“ eintauchen. Bis Ende August haben die Schauspieler Marie-Luise Gunst und Jens Hasselmann knapp 30 Veranstaltungen ganz unterschiedlicher Art geplant. Auf dem Spielplan stehen neben Henrik Ibsens (1828–1906) „Die Frau vom Meer“ auch Comedyabende, die unter dem Namen „Fireabend“das Thema Grillen aufs Korn nehmen oder die „Hallo Rügen“-Konzerte, mit ihren musikalischen Porträts der Inselorte. Auch die karibischen Nächte mit Musik und Tanz wird es wieder geben.

Das Berliner Schauspiel-Duo Hasselmann/Gunst, das auch unter dem Namen „Die Tonabnehmer“ bekannt ist, steckt dabei nicht nur hinter Ideen und Durchführung, sondern steht auch auf der Bühne ist für Organisation, Kulisse und Kartenverkauf zuständig. Unterstützung bekommen die beiden von ihrem Schauspielerkollegen Tammo Massow, der seit 2015 mit von der Partie ist und in diesem Jahr in zwei Stücken mitspielt. Finanziell tragen die Berliner das Risiko genau wie im vergangenen Jahr wieder allein. Hilfe kam vor allem von Einheimischen und zwei überregionalen Unternehmen. Um künftig mit mehr Sicherheit an die Veranstaltungsreihe gehen zu können, gründeten „Die Tonabnehmer“ die gemeinnützige Unternehmergesellschaft „KapKultur“. „Wir wollen damit Fördermittel vom Land einwerben“, sagt Jens Hasselmann. „Dieses Jahr rechnen wir nicht mehr damit, aber für 2017 werden wir rechtzeitig die Anträge stellen.“

Wie in den Jahren zuvor spielte das Meer in der Auswahl der Stücke eine große Rolle. „Wir leisten jedes Jahr gewissermaßen Forschungsarbeit zum Thema Meer, nähern uns ihm aus anderen Blickwinkeln“, erzählt Marie-Luise Gunst. „Ich glaube, dass unser Publikum das zu schätzen weiß.“ Diesmal entwickelt die See als Bild für Freiheit und Weite bei „Die Frau vom Meer“ ihre ganze Kraft: Eine Frau steht zwischen zwei Männern und muss sich entscheiden. Wählt Ellida den Gatten mit zwei Kindern aus erster Ehe, der ihr Sicherheit und eine gewisse Langeweile bietet? Oder entscheidet sie sich für den unsteten Seemann, mit dem sie sich aber magisch verbunden fühlt? „Mit dem Stück haben wir einen langgehegten Wunsch von uns verwirklicht“, erzählt Gunst. „Die Geschichte hat nicht nur maritimen Bezug. Sie ist auch hochaktuell, obwohl Ibsen sie 1888 schrieb.“

Derzeit könne man sowohl die Suche nach grenzenloser Selbstverwirklichung, als auch ein Bedürfnis nach neuer Spießigkeit in der Gesellschaft erkennen. „Die Fragen des Stücks sind zeitlos und haben die Menschheit schon immer beschäftigt“, meint Tammo Massow. „Was wähle ich? Sicherheit oder Unbekanntes?“ Noch ein anderer Aspekt hat „Die Tonabnehmer“ zu Ibsen bewogen. „Die Geschichte ist eine Art Beziehungskrimi“, erzählt Jens Hasselmann. „Sie ist unheimlich spannend, weil erst ganz zum Schluss aufgelöst wird, wie sich Ellida entscheidet.“ Das Meer fließt auch auf ganz andere Weise in das Stück ein. „An der See denkt, arbeitet und fühlt man anders als in Berlin“, sind sich die Schauspieler einig. Marie Luise Gunst spricht von einer großen Sehnsucht. „Wer weiß? Man sagt, dass Bestandteile unseres Körpers dem Meerwasser sehr ähnlich sind“, sagt sie. „Vielleicht zieht die See diese ursprünglichn Teile von uns ja auch wieder an?“

Die Schauspieler sind mit ihrer Vorlage dicht am Original geblieben und haben die Handlung mithilfe des Berliner Regisseurs Marc Becker verdichtet. Auch bei den letzten Proben war Becker dabei.

„Gerade bei einem psychologischen Kammerspiel ist es sehr wichtig die Außenwirkung zu überprüfen“, erzählt er.

Neben Ibsen lockt der Kultursommer am Kap die Gäste aber auch mit einem ganz anderen neuen Format auf dem Spielplan. Ein „Fireabend“, in dem es um die „männlichste Sache“ der Welt geht: das Grillen.

Mit Humor, Wahrheiten und Songs feiern sie den Kult um den Rost und nehmen die Grill- Großmeister auf die Schippe. „Wenn jemand etwas mit viel Ernst tut, ist die Fallhöhe sehr groß“, bemerkt Jens Hasselmann. „Das ist für uns natürlich ideal.“ Gegrillt wird bei diesen Abenden übrigens tatsächlich. Sowohl auf als auch neben der Bühne – hungrig soll keiner nach Hause gehen. Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr steht auch das Comedystück „Hafen der Ehe“ wieder auf dem Spielplan.

Wir verlosen zweimal zwei Freikarten für die Premiere von „Die Frau vom Meer“ heute im Leuchtturmwärter-Garten. Anrufen bitte um punkt 9 Uhr unter der Telefonnummer ☎

03838 / 2 01 48 31 (nicht früher)

Anne Ziebarth

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