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Teenie-Alarm: Zwischen schriller Stimme und komatösem Schlaf

Klausdorf Teenie-Alarm: Zwischen schriller Stimme und komatösem Schlaf

Kabarettist Matthias Jung hatte am Sonntagabend im Klausdorfer Vorpommernhus die Lacher zweier Generationen auf seiner Seite – Kinder und Eltern fühlten sich ertappt

Klausdorf. Teenies in der Pubertät, das sind Stimmungsschwankungen, Proben des Aufstands, aber auch das Austarieren zwischen schrillen Stimmen und langen Pausen mit einem fast schon komatösen Schlaf. Comedian Matthias Jung nahm die ganze Palette aufs Korn, als er am Sonntagabend im Vorpommernhus 80 Besuchern mit seinem Programm „Generation Teenietus“ aus der Seele sprach.

In der Pubertät war ich schwer auszuhalten. Wenn ich sauer war, hab ich zum Beispiel mit Türen geknallt.“Matthias Jung (38), Comedian, lebt heute in Mainz

Kennen Sie das? Egal ob der Rasenmähermann draußen Gas gibt, im Haus jemand sein altes Bad rauskloppt oder Muttis Staubsauger an die Tür kracht (natürlich nur versehentlich) – Sohnemann liegt regungslos im Bett und pennt. Diesen komatösen Schlaf kann man wirklich durch nichts erschüttern. Steht man da nicht tapfer am Bett und nervt, ist ein Wachwerden nahezu unmöglich. „Das liegt an den Hormonen, genau genommen am Melatonin, denn das ist für den Schlaf verantwortlich, und wer zuviel davon hat...“ verklickerte der Kabarettist mitfühlend auf der Bühne. Andere kennen eher das Extrem dazu: Ihre Sprösslinge haben eine krass hohe und nervige Stimme – bis zu 116 Dezibel, besagen Studien. Und damit lauter als eine Baumaschine.

Lärm ist eh so ein Mittel, mit dem Eltern terrorisiert werden. Und da geht es nicht nur um laute Techno-Mucke. „Ich zum Beispiel war so ein Typ, wenn ich sauer war, habe ich mit den Türen geknallt.

Aber meine Eltern haben da ganz cool reagiert. Mein Vater kam und hängte die Tür aus. Meine Mutter schenkte mir einen leeren Adventskalender. Da sollte ich mich dann beim Türenzuschlagen austoben“, plauderte Matthias Jung aus dem Nähkästchen. Der Mann aus Rheinland-Pfalz, der auf Lehramt studierte, aber nicht als Lehrer arbeiten wollte, tourt heute zu Vorträgen durch die Schulen und bekommt da viele Anregungen für seine Bühnenprogramme.

Erstaunlich viele Teenies saßen am Sonntagabend im Vorpommernhus. Und so schob Matthias Jung natürlich die eine oder andere Frage gleich an die Jungs in der ersten Reihe. „Nerven eure Mütter auch mit Aufräumen?“ Ein Elfjähriger nickte und sagte auf die Frage, wie er denn das Chaos beseitige: „Alles unter den Teppich schieben.“ Zum Glück konnten auch die Eltern der Stralsunder Familie darüber lachen. Ob meterhohe Wäscheberge, in irgendeiner Ecke vor sich hin vegetierende Essensreste, die irgendwann anfangen zu leben, oder der wachsende Mief durch niemals geöffnete Fenster – die Leidensgeschichten mancher Eltern sind lang. Kein Wunder, dass einige so zu Helicopter-Qualitäten flüchten und behüten bis zum Umfallen. Bis Vattern ein Machtwort spricht: „So lange du dein Smartphone in meinem W-Lan-Netz hast, bestimme ich die Regeln.“ Dafür ist Papa dann auch der richtige Tröster, wenn es mit der ersten Liebe schief geht: „Es gibt immer zwei, die schuld sind, wenn so was scheitert – deine Freundin... und deren Mutter.“

Teenager-Alarm – da sind auch manche Lehrer genervt und nerven deshalb zurück. Wussten Sie zum Beispiel, dass es zwei Gründe gibt, warum man Lehrer wird? Antwort: Juli und August. Und was spricht dagegen? Kevin und Chantal.

So ein Teenie-Programm ganz ohne Abstecher in die Teenie-Sprache geht natürlich gar nicht. Matthias Jung hatte bei diesem Abstecher erfahren, dass die Ghetto-Faust schon out ist, dafür wurde er mit „Eh, du Knecht“ begrüßt. Irgendwie kamen sie dann aufs Thema Wandern. „Hääää, wat ist dat denn“, wollten die jungen Leute wissen. „Chillen to go“, sagte Matthias Jung und zeigte auf sein T-Shirt.

Erst nach einer Zugabe und viel Beifall entließ das Publikum den Kabarettisten, der für einen lustigen und unterhaltsamen Abend sorgte, von der Bühne.

Ines Sommer

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