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Umweltfotofestival Horizonte auf der Höhe der Zeit

Zingst Umweltfotofestival Horizonte auf der Höhe der Zeit

Umweltfotofestival setzt verstärkt auf Kontraste / Einwohner des Seeheilbades erstmals mit eigener Ausstellung beteiligt / Neue „Foto-Podien“

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Das Bild einer Flucht durch einen Stacheldrahtzaun begutachten Marketingassistentin Simone Marks, Ausstellungsorganisator Rico Nowicki, Jens Redeker vom Printstudio im Max-Hünten-Haus, Grafikerin Stefanie Schiller und Kurator Klaus Tiedge (v.l.).

Quelle: Timo Richter

Zingst. So aktuell war das Umweltfotofestival Horizonte Zingst wohl selten — die Schönheit der Natur, aber auch zerstörerische Einflüsse werden mit allen Mitteln der fotografischen Kunst präsentiert. Die neunte Auflage des Fotofestes ab 28. Mai will ebenso zum Nachdenken anregen wie Mut machen, die bedrohte Natur zu erhalten.

Es geht aber auch um das bewegendste politische Thema der jüngsten Vergangenheit: die Flucht vor Bürgerkrieg. Der griechische Fotograf Nikos Pilos zeigt im einstigen Marine-Komplex in Zingst beeindruckende Aufnahmen von Menschen während ihrer Flucht. Nur einige Meter entfernt sind Flüchtlinge in einer Gemeinschaftsunterkunft untergebracht. Das Fotofestival setzt mehr denn je auf Kontraste.

Aufrütteln soll auch die Ausstellung „Rettet die Ozeane“. Aufnahmen des Fotografen und Meeresbiologen Flip Nicklin werden vor dem Max-Hünten-Haus zu sehen sein. Als Kontrast wird in die Mitte der Ausstellung eine Müll-Installation platziert. Der Unrat ist real, er wurde während gemeinschaftlicher öffentlicher Reinigungsaktionen zusammengetragen.

Mit 20 Ausstellungen bieten die Organisatoren auch in diesem Jahr wieder eine große Bandbreite fotografischer Aktivitäten. Erstmals sind nun auch die Einwohner des Seeheilbades fester Bestandteil des Umweltfotofestivals: Bürgermeister Andreas Kuhn hatte sich im Vorfeld persönlich aufgemacht, um Bewohner für das Festival zu begeistern. Ergebnis sind 20 Garagentore, die während des Festivals ein „Best of“ früherer Ausstellungen zeigen. „Mein Bild für Zingst“ heißt die Schau, bei der Garagentore mit Bildern verhängt werden. Ein Begleiter lotst Besucher zu den zentral gelegenen Toren.

„Wir machen uns immer wieder neu und aktuell“, sagt Simone Marks. Neue Ausstellungen, neue Workshops seien Programm. So beispielsweise der Olympus-Fotokunst-Pfad. Normal sei den Machern nicht genug.

Es muss schon eine riesige Brille sein, die Gästen am Strand einen rosaroten Blick auf die Welt ermöglicht. Es gibt Spiegelinstallationen, die Waldmenschen aus Blumen, Blättern und Moos zeigen.

Derzeit befinden sich die Organisatoren in der heißen Phase der Vorbereitung. Viele bekannte Fotografen sind eingeladen, ein Teil habe sein Kommen bereits zugesagt.

Die Macher des Festivals wollen auf Originalität setzen. Mit bewusst verstörenden Ausstellungen „wollen wir positive Energien bei den Besuchern wecken, die großartige Natur zu erhalten“, sagt Simone Marks.

Damit werde das Umweltfotofestival nicht nur seinem in Deutschland einzigartigen Konzept gerecht, sondern biete den Besuchern auch zahlreiche Gelegenheiten, die Fotografen kennen zu lernen oder mit ihnen in Kontakt zu treten. Und dadurch setze es sich auch von dem gleichnamigen Fotofest in Warnemünde ab, das im vergangenen Jahr erstmals stattfand. Der Name Horizonte für ein Fotofestival habe seinen Ursprung in Zingst.

• Internet: www.horizonte-zingst.de

Fotofest macht Begegnungen möglich

20Ausstellungen sind während des Umweltfotofestivals Horizonte Zingst zu sehen. Fünf Schauen sind unter freiem Himmel aufgebaut. Das große Fest der Fotografie findet in diesem Jahr vom 28. Mai bis zum 5. Juni statt. Das

Ereignis gilt als gute Gelegenheit,

mit bekannten Fotografen in Kontakt zu kommen.

70Workshops werden während des Fotofestivals angeboten. Zusätzlich gibt es so genannte Fotopodien. Bekannte Fotografen referieren über Themen wie Berufsleben oder fotografisches Sehen. Im Anschluss an die Vorträge stehen sie für Fragen zur Verfügung — eine Ergänzung zu den Multimedia-Schauen.

Von Timo Richter

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