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Stralsund Viertes Konzert im Orgelsommer
Vorpommern Stralsund Viertes Konzert im Orgelsommer
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00:00 25.08.2016
Die Dorfkirche in Pütte. Mit ihrem Bau wurde bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts begonnen. Quelle: Ines Sommer

Das vierte Konzert des Orgelsommers in der Dorfkirche zu Pütte beginnt morgen um 20 Uhr. Auf der restaurierten Buchholz-Orgel spielt Frank Thomas, Kantor an der Marienkirche in Bergen auf der Insel Rügen. Der Eintritt ist frei, am Ausgang wird um eine Kollekte gebeten.

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Bergens Kantor Frank Thomas zu Gast in der Pütter Kirche

Längst hat sich die Pütter Orgel zum Anziehungspunkt entwickelt, und das nicht nur für Musikliebhaber, sondern auch für Organisten, Kirchenmusikschulen oder Orgelvereine. „Das Instrument ist mit 14 Registern klein, aber fein. Die Kombinationsmöglichkeiten durch die zwei Manuale und Pedal stehen den großen Orgeln in den Stadtkirchen in nichts nach“, sagt Pastor Stefan Busse und erklärt weiter:

„Das bedeutet: Der Organist kann mit höchster Konzentration sowohl mit der linken als auch mit der rechten Hand je ein Manual bespielen, dem verschiedene Register zugeordnet sind und dazu auch noch mit den Füßen unabhängig eine Melodie oder Begleitung spielen.“

Gebaut wurde die Orgel von Carl August Buchholz in den Jahren 1828/29. Auch alle Pfeifen kamen aus seiner Hand. Er war ein mathematisch-physikalisches Genie. 1829 hat sein Geselle Christian Speckmann das Instrument in Pütte aufgestellt und verewigte diese Information im Holz. Die 756 Pfeifen des Instruments sind fast alle im Original erhalten, und das hat Seltenheitswert in Vorpommern.

13 Register hatte das Instrument, als Buchholz es baute. Friedrich Albert Mehmel hat 1866 noch eins dazu gebaut, als die Orgel vom Boden auf die Empore gehoben wurde. Ein Register ist eine Gruppe von Pfeifen, die jeweils ein Instrument vertonen: so zum Beispiel Hohlflöte, Gambe, Rohrflöte, Posaune oder Violon.

1997 wurde in Pütte der Kirchturm saniert, dann folgten die Fenster auf einen Schlag. Als dann endlich die Orgel restauriert werden sollte, zeigten sich Risse im Chorraum, Fundament und Pfeiler mussten erneuert werden. 50000 Euro kostete die Restaurierung des Instrumentes. Bereits im November 2013 hatten die ersten Arbeiten mit dem Austausch des Winderzeugers begonnen. Im April 2014 stand die Orgel nur noch als leere Hülle in der Kirche, denn Pfeifen und Mechanik wurden ausgebaut und mit ganz speziellen und filigranen Techniken wieder aufgearbeitet.

Doch als Orgelbauer Johann-Gottfried Schmidt aus Rostock nach Reinigung und Reparatur die Orgel im September 2014 wieder zusammenbauen wollte, kam Erschreckendes zu Tage: Bestimmte Ventile in der Windlade schlossen nicht richtig, es gab so genannte Heuler. Die Windladen mussten also wieder raus – das kostete Zeit und zusätzliches Geld.

88 Prozent Luftfeuchtigkeit und vier Grad Innentemperatur im Winter 2014/15 machten ein Weiterarbeiten in der Kirche unmöglich. Bis zum Frühjahr 2015 dauerte die Zwangspause. Im Juni wurde das Instrument dann eingeweiht.

OZ

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