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Vom Zeltlager bis zum barrierefreien Bettenhaus

Stralsund Vom Zeltlager bis zum barrierefreien Bettenhaus

Die Ferienanlage in Devin feiert 60. Jubiläum / Rostocker Schüler und die Stralsunder Werkstätten gratulieren mit einer bunten Zirkusvorstellung

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Die Deviner Jugendherberge im Jahr 1969. Die ersten Bungalows wurden Anfang der 1960er-Jahre errichtet. Die Aufteilung des Geländes ist bis heute weitestgehend erhalten geblieben.

Quelle: Fotos: Privat

Stralsund. Die Stralsunder Jugendherberge wird 60 Jahre alt. Und das führte gestern in Devin viele Gäste in bester Feierlaune zusammen. „Es ist einfach toll hier. Man hat genügend Platz zum Spielen, und der Strand ist gleich in der Nähe. Ich möchte gern noch einmal wiederkommen“, schwärmt Finja (10), die mit ihren Mitschülern der Klasse 4c von der Paul-Friedrich-Scheel-Schule in Rostock dabei war. Das Besondere: Finja lernt zusammen mit körperbehinderten Kindern in einer Klasse. Und in Devin gibt es mit den beiden neuen barrierefreien Bettenhäusern, die im vergangenen Jahr eingeweiht wurden, beste Bedingungen für Gäste, die mit Einschränkungen leben müssen.

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So wie Freundin Luisa (12), die seit ihrer Geburt Probleme in der Bewegung und mit dem Sehen hat und deshalb teilweise im Rollstuhl sitzen muss. Den Satz „Rollis welcome in Stralsund“ an einer Fototafel liest sie nicht nur gern, sondern sie erlebte selbst, dass sie mit ihrem Rollstuhl in der Herberge gut aufgehoben ist. So wie auch Niklas, der in dieselbe Klasse geht. Der Junge hat sich über die Mittagszeit noch ein bisschen ausgeruht, während seine Klassenkameraden für die Geburtstagsvorstellung üben. An einem Stand basteln die Kinder zusammen mit den Stralsunder Werkstätten Schwerter. Wenig später legen sich die Kinder auch schon ins Zeug. Gemeinsam mit Clown Francesco vom Zirkus Tutti wird jongliert und balanciert, kreisen Reifen, schweben Tücher.

Inklusion bedeutet nicht nur, dafür die baulichen Gegebenheiten zu schaffen, Inklusion bedeutet Teilhabe für alle Menschen zu ermöglichen, und dafür schaffen wir die Freiräume“, sagt Kai-Michael Stybel, Vorstandsvorsitzender des Landesverbandes von MV im Deutschen Jugendherbergswerk. Und da biete die Stralsunder Einrichtung ausgesprochen gute Voraussetzungen. Allen Mitarbeitern dankte OB Alexander Badrow (CDU) herzlich. Und der Kindertag sei ideal, um so ein Jubiläum zu feiern, sagte das Stadtoberhaupt.

Wie sich die Jugendherberge in den letzten sechs Jahrzehnten entwickelt hat, das konnten die Gäste nicht nur an einer Dokumentation nachvollziehen – die Geschichte recherchiert hatte unter anderem Claudia Lößner. Viele Geschichten machten gestern auch unter Zeitzeugen die Runde. Denn eingeladen waren neben dem langjährigen Jugendherbergschef Siegfried Ruben, der die Einrichtung 36 Jahre leitete und als heimlicher Bürgermeister von Devin galt, viele Frauen und Männer aus dem Ort. So wie Ursel Krenth, die vor 50 Jahren einen kleinen Konsum eröffnete und später die Kantine führte. Oder Monika Rothbart, die für die Geschicke im Büro zuständig war. Aus Sicht von Wolfgang Brix, Präsident des Jugendherbergs-Landesverbandes, gibt es kaum eine andere Jugendherberge, die von Anfang an so eng mit der Bevölkerung und dem Ort verbunden war.

Auch die heutige Jugendherbergsleiterin Luisa Eichhorn erinnerte daran, dass „verdammt viele Menschen an dem Projekt Jugendherberge mitgebaut haben“. Sie nahm zahlreiche herzliche Glückwünsche entgegen – darunter auch von ihrer Vorgängerin Christiane Heinichen und von engen Partnern wie von der Tourismuszentrale, vom Stadtführerverein oder vom Deutschen Meeresmuseum.

Die Deviner bauten immer kräftig mit

1956 wurde die Einrichtung am Deviner Strand als Zeltherberge gegründet. Die erste Saison war kurz, vom 1. bis zum 30. Juni.

Anfang der 1960er-Jahre entstanden die ersten Bungalows. 1964 gab es bereits 14 kleine Häuser mit rund 300 Bettenplätzen. Die Zeltplatzbetten schwankten zwischen 250 und 500.

1964 wurde Siegfried Ruben Herbergsleiter. 36 Jahre, bis zu seinem Vorruhestand im Jahr 2000, blieb er Chef.

Eine Fußballmannschaft aus Burma (heute Myanmar) wurde 1970 in der Anlage untergebracht. 1973 erhielt die Herberge den Namen von Conrad Blenkle (1901-1943), der im Widerstand gegen den Nationalsozialismus „wegen Hochverrats“ in Berlin Plötzensee hingerichtet wurde. Heute heißt die Einrichtung Jugendherberge Stralsund.

Bei den Bauarbeiten halfen die Deviner immer kräftig mit – von der Errichtung der Bungalows über den Speisesaal, die Rezeption und die Caféteria, bis zu einer Disko und einer Freilichtbühne. 1975 wurde eine Zentralheizung eingebaut. 1976 folgte das neue Pförtnerhäuschen. Erweiterungen gab es in den 1980er-Jahren. 1995/96 wurde ein neuer Küchentrakt eingeweiht.

Marlies Walther

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