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Wertvolles Gestühl in St. Nikolai restauriert

Stralsund Wertvolles Gestühl in St. Nikolai restauriert

Finanziert wurden die Arbeiten mit Hilfe von Spenden / Über 40000 Euro kamen auf diese Weise zusammen

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Restaurator Max Merkel (v.l.) aus Klein Grabow bei Güstrow, der Berliner Bildhauer Thomas Klemm und Baudezernent Gerd Meyerhoff vom Landeskirchenamt stellten das sanierte Goldschmiede- und Arhusfahrergestühl am Dienstagabend in St. Nikolai vor.

Quelle: Christian Rödel

Stralsund. Wie ein fabulierender Bildhauer kam sich der Berliner Künstler Thomas Klemm vermutlich vor, als er die fehlenden Teile des um das Jahr 1720 gefertigten Gestühls für die Stralsunder Goldschmiede und Arhusfahrer in St. Nikolai von Hand nachschnitzen musste.

Bei der offiziellen Vorstellung des wunderschön restaurierten Gestühls am Dienstagabend in der Stralsunder Nikolaikirche sah der Bildhauer aber dann doch ganz glücklich aus, obwohl er die so genannten Fehlstellen allein aus seiner Phantasie heraus nachgestaltet hat. „Man muss sich in das Werk und in die damalige Zeit hineinfühlen, um so etwas realistisch nachzugestalten“, sagte Klemm, der mit seinem Restaurator-Kollegen Max Merkel fast zwei Jahre an der Wiederherstellung des Gestühls gearbeitet hatte.

Für die aufwändige Sanierung des Gestühls für die hanseatischen Korporationen (Zünfte) – historische Vorläufer moderner Handwerksorganisationen – hat der Förderverein von St. Nikolai fünf Jahre Spenden gesammelt. „Insgesamt haben etwa 500 Spender aus Stralsund und ganz Deutschland genau 42152 Euro auf unser Vereinskonto überwiesen“, sagte Fördervereinschef Christoph von Houwald.

In seinem Vortrag über die Geschichte der Prachtstühle, die natürlich auch der Repräsentation der Stuhlbrüder dienten, beleuchtete Gerd Meyerhoff, Baudezernent des Greifswalder Landeskirchenamtes, interessante Details der kunstvoll gestalteten Gestühle. Ein Missbrauch der Gestühle war strafbar. „Es gab sogar einen Fall von Missbrauch mit anschließendem Prozess, weil sich ein Nichtberechtigter auf das Gestühl setzte“, berichtete Fördervereinschef Christoph von Houwald, der als Sozialrichter tätig ist. Der bei der feierlichen Gestühl-Übergabe ebenfalls anwesende Goldschmiedemeister Claus Stabenow wusste in diesem Zusammenhang zu berichten, dass die Goldschmiedegesellen nur auf den ungepolsterten Plätzen sitzen durften, wohingegen die Meister auf samtigen Polstern Platz nehmen durften.

Schutzpatron für viele Berufsgruppen

Für Merowingerkönig Chlothar II. (584 bis 628) sollte Eligius einen goldenen Kopfreliquiar und einen Thronsessel herstellen. Durch geschickten Einsatz des Materials gelang es ihm, zwei statt nur einen Sessel herzustellen; so wurde er bald Schatzmeister des Königs.

Auch für den Nachfolger Chlothars als Herrscher des Frankenreichs, Dagobert I., fertigte Eligius, der später heilig gesprochen wurde, Goldschmiedearbeiten und wurde dessen persönlicher Berater.

Nach dem Tode König Dagoberts im Jahre 638 verließ Eligius den Hof und wurde Priester. Drei Jahre später erhielt er die Weihe zum Bischof von Tours und übernahm wenig später auch das Amt in Noyon an der Oise, von wo aus er sich der Christianisierung der Bevölkerung in Flandern widmete.

Er gründete Kirchen und Klöster und kaufte Sklaven und Kriegsgefangene frei. Seine Reliquien ruhen in Noyon und Brügge.

Der heilige Eligius ist nicht nur Schutzpatron der Goldschmiede, sondern auch noch vieler anderer Berufsgruppen, unter anderem der Bauern, Bergleute, Büchsenmacher, Graveure, Hufschmiede, Knechte, Kutscher und Kutschenmacher.

Christian Rödel

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Stralsund

Die Gestühle der Goldschmiede und Ahusfahrer in St. Nikolai in Stralsund sind restauriert worden. Am Dienstag um 19.30 Uhr werden sie feierlich eingeweiht.

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