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Stralsund Zauberhafte Märchenwelt lockt Tausende in die Stadt
Vorpommern Stralsund Zauberhafte Märchenwelt lockt Tausende in die Stadt
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00:00 09.09.2013
Stralsund

„Theaterführung, Zirkus am Kütertor, Sparkasse“, zählt die elfjährige Lisa Schmidt auf. „Ich durfte aussuchen, wo es heute Abend hingeht“, sagt die Stralsunderin und strahlt dabei ihre Eltern Daniela und Volker an. „Nach zwei Jahren Pause sind wir nun mal wieder bei der Langen Nacht dabei und finden die Stimmung einfach toll“, so Daniela Schmidt. „Auch das Motto ist mit ,Märchen, Mythen und Legenden‘ nett gewählt“, meint ihr Mann. Zu diesem Zeitpunkt weiß das Schmidt-Trio noch nicht, dass es um Mitternacht zu den Gewinnern im diesjährigen Quiz gehören wird.

Aus 50 Veranstaltungen an 36 Orten konnten die Besucher der 11. Langen Nacht des offenen Denkmals auswählen. „Wir suchen uns ein paar feste Punkte aus“, erklärt Markus Manfras. „So viel wie möglich zu sehen, ist Quatsch. Da gehen wir lieber nur zu zwei, drei Sachen und schauen uns die entspannt an“, erklärt der Bergener, der mit seiner Frau durch die Straßen schlendert. „Uns hat es am besten im Bauamt gefallen“, sagt der 38-Jährige. Dort ließ nicht nur Manuela Reim Flammen durch die Luft wirbeln, sondern mit Anne Wewezer als Sonnenfee Aloresia war auch eine ehemalige Stralsunderin unter den Künstlern. Mit ihrem Grommeltroll-Kollegen verzauberte sie als „Flamme e Fabulee“ ihr Publikum. „Auch wenn wir in diesem Jahr gefühlt etwas weniger Besucher hatten, war es eine ganz besondere Stimmung, die in der Stadt herrschte“, fasst André Kretzschmar, Leiter der Tourismuszentrale, rückblickend zusammen. „Für die Leute, die da waren, hatte es den Vorteil, dass sie zu allen Veranstaltungsorten problemlos hereinkamen.“ Einzig am Theater bildeten sich lange Warteschlangen. Begehrt waren am Samstagabend auch wieder die Hafenrundfahrten der Weißen Flotte. „Logisch, dass viele bei diesem schönen Sommerabend aufs Wasser wollten“, sagt André Kretzschmar. Sein persönliches Highlight war die Chorruine im Johanniskloster. „Die wirkt ja als Veranstaltungsort schon allein, wenn sie dann noch so wundervoll in Szene gesetzt wird…“Wie es Hänsel in der heutigen Zeit ergehen könnte, und zwar dort, „wo der Bodden die Ostsee küsst“, machte das Schauspielensemble „Alles &

Mehr“ im Rathauskeller in „Hänsel und Gretel 2.0“ deutlich. Kurz vor dem Burnout lässt sich Gretels Bruder von Frau Holle, einer Hexe aus dem Stralsunder Stadtwald, verführen und fällt mit seinem Meister regelmäßig in einen zauberhaften Schlaf. Helmut Schulze hat das kleine Theaterstück extra für die Lange Nacht geschrieben.

Amüsant ging es auch im Musikhaus Sitte zu. Denn dort: „lag Dornröschen auf dem Lager und wurde mager. Sie verlor an Gewicht, denn sie aß ja nicht.“ Im atmosphärischen Innenhof wurden sowohl „Dornröschen“ als auch „Der Froschkönig“ neu erzählt und dabei musikalisch umrahmt. Apropos musikalisch. Auf dem Hof der Sparkasse kamen die Musikliebhaber voll auf ihre Kosten. Im Wechsel ließen es dort „Speedy‘s Company“ und die Trommler von „Soul Kitchen“ richtig krachen. „Eine tolle Nacht und genau das richtige, um Stralsund von seiner besten Seite kennen zu lernen“, fand dann auch Andrea Bauer aus Moosburg in Bayern, die derzeit hier Urlaub macht.

Miriam Weber

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