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Zwei Millionen für die Mehmel-Orgel

Stralsund Zwei Millionen für die Mehmel-Orgel

Die Restaurierung des Instruments soll nächstes Jahr beginnen / Der Förderverein hofft auf weitere Spenden

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Kerstin Jagusch, Projektleiterin bei der Stadterneuerunsgesellschaft, und Gerd Meyerhoff, Vorsitzender des Vorstandes der Stiftung Kulturkirche St. Jakobi, vor der Mehmel-Orgel. Die Restaurierung soll im nächsten Jahr beginnen. Fotos (3): Marlies Walther

Stralsund. Noch schweigt die Mehmel-Orgel in der Jakobikirche. Aber sie soll wieder erklingen. Auf dem Weg zur Verwirklichung dieses kulturellen Mammut-Projektes schreitet die Hansestadt jetzt ein kräftiges Stückchen voran.

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Die Restaurierung des Instruments soll nächstes Jahr beginnen / Der Förderverein hofft auf weitere Spenden

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„Wir haben im September von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien die Zusage über eine Förderung in Höhe von einer Million Euro erhalten“, sagte gestern Kerstin Jagusch, Projektleiterin der Stadterneuerungsgesellschaft. Eine weitere Million Euro will die Hansestadt Stralsund zur Verfügung stellen, so dass dem Baubeginn nächstes Jahr nichts mehr im Wege stehe. Allerdings ist die komplette Summe noch nicht beisammen. Die Gesamtkosten sind mit 2,8 Millionen Euro veranschlagt. In den nächsten Wochen sollen die Ausschreibungen für die Arbeiten am Orgelwerk und am Gehäuse erfolgen. Das Projekt soll bis 2018 laufen.

Die Orgel wurde im 19. Jahrhundert von Friedrich Albert Mehmel erbaut und verfügt über 69 Register. Das Instrument hatte Otto Wangemann als Begutachter im Abnahmeprotokoll am 7. November 1877 in höchsten Tönen gelobt: „An Wohllaut und Reichthum der Klangfarben und Intonation gehört diese Orgel zum Schönsten, was ich bisher kennen lernte.“

Seit dem Zweiten Weltkrieg ist die Mehmel-Orgel nicht mehr spielbar. Teile des Schnitzwerkes waren im Krieg ausgelagert worden, wobei 85 Prozent noch vorhanden sind, wie Gerd Meyerhoff, Vorsitzender des Vorstandes der Stiftung Kulturkirche St. Jakobi, erklärte. Das Orgelwerk selbst war zunächst in der Kirche verblieben. Viele Metall- und Holzteile fielen allerdings später Plünderungen zum Opfer.

In den 1980er-Jahren wurde der viermanualige Spielschrank von Vandalen zerstört.

In Vorbereitung auf den Wiederaufbau hatte die Stralsunder Herbert-Ewe-Stiftung 70 000 Euro für ein Restaurierungskonzept zur Verfügung gestellt. Ausgewählte Objekte wie eine Schmuckvase, eine Fruchtgirlande und ein Engel sind bereits restauriert worden und ein Muster für die weiteren Arbeiten, wie Kerstin Jagusch sagte. Von den 3500 Orgelpfeifen sind laut Meyerhoff aber gerade mal rund 300 erhalten geblieben.

Seit 1991 sind in St. Jakobi zum Umbau in eine Kulturkirche bereits über zehn Millionen Euro geflossen, nennt Kerstin Jagusch eine beeindruckende Zahl. Allein 2016 werden es zum Ende des Jahres rund 700000 Euro aus unterschiedlichen Fördertöpfen und städtischen Mitteln sein, die in den neuen Veranstaltungsraum investiert werden konnten. Mit dem Geld wurde unter anderem eine Temperierungsanlage installiert, mit der die Kirche frostfrei gehalten werden soll. „So ist es möglich, die Veranstaltungssaison bis in die kalte Jahreszeit hinein zu verlängern“, sagte Kerstin Jagusch. Die Temperaturen sollen mit Hilfe der Anlage bei etwa zehn Grad liegen. Das sei „substanzschonend“, mehr Wärme würde der Kirchenhalle einfach nicht guttun. Neu geschaffen wurden außerdem drei Windfänge.

Derzeit finden die letzten Fußbodenarbeiten statt. Die Männer der Stralsunder Firma von Edwin Rumpel sind gerade dabei Naturstein, so genannte Öland-Platten, zu verlegen, allerdings nicht in den Seitenkapellen und im Chor, der bereits früher einen neuen Boden erhalten hatte. Wieder hergestellt wurde in diesem Jahr auch die Sakristei. Dabei erfolgte die Freilegung eines verschütteten Wendelgangs, der ins Obergeschoss der Sakristei führt, wo Lagerflächen geplant sind. Ansonsten befinden sich in der Sakristei technische Anlagen, und der Raum ist künftig für Künstler als Backstage-Bereich hinter der Bühne gedacht.

Saniert wurden außerdem die Gewölbe in den Jochen 1 und 2. Dafür standen weitere rund 95000 Euro aus dem Programm „Invest Ost“ zur Verfügung.

Schwer gelitten

1303wurde die Jakobikirche erstmals erwähnt und ist damit die jüngste der drei großen Stralsunder Pfarrkirchen.

Über die Jahrhunderte hat die dreischiffige siebenjochige Pfeilerbasilika schwer gelitten: 1650 und 1662 schlug der Blitz ein. Unter Wallenstein trafen 30 Kanonenkugeln das Bauwerk. Im Ersten Weltkrieg schmolz man die Kirchturmglocken ein. Im Zweiten Weltkrieg wurden Einrichtungsgegenstände ausgebaut und später geplündert.

Spenden für die Mehmel-Orgel:

Förderverein St. Jakobi IBAN: DE64130910540001177400 BIC: GENODEF1HST Verwendungszweck: Mehmel-Orgel

Marlies Walther

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