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Zweites Spalding-Porträt für Tribsees

Tribsees Zweites Spalding-Porträt für Tribsees

Hamburger schenkt das Bild dem Heimatverein und der Kirchengemeinde

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Wiegand Usarski (l.) bei der Übergabe des Gemäldes an Pastor Detlef Huckfeldt.

Quelle: Foto: Harry Lembke

Tribsees. Heimatverein und Kirchengemeinde Tribsees sind um ein hochwertiges Bild reicher. Wigand Usarski (82), Hamburger Ehrenmitglied des Heimatvereins, hat eine fotomechanische Replik des Gemäldes „Probst Johann Joachim Spalding im Hausrock“ als Geschenk überreicht. Dazu war er gemeinsam mit seiner Frau Christa nach Tribsees gekommen. Das Porträt wurde im Jahr 1800 von Anton Graff gemalt und zeigt den 1714 in Tribsees geborenen und inzwischen 86-jährigen bedeutenden evangelischen Theologen der Aufklärung. Das Original des Gemäldes hängt in der Nationalgalerie in Berlin.

Der Stettiner Flüchtlingsjunge Wigand Usarski lebte vorübergehend von 1945 bis 1947 zwei Jahre in Tribsees, bevor ihn der Fluchtweg seiner Familie weiter nach Hamburg führte, wo er auch heute noch lebt. Die kleine Stadt an der Trebel aber hat er nie vergessen. Nach der Wende suchte er neue Kontakte dorthin und nutzt seit 2007 jede Gelegenheit, immer wieder einmal vorbeizuschauen. Dabei kam er häufig nicht mit leeren Händen und übergab dem Heimatmuseum mehrmals Spenden und Geschenke.

Außerdem ist ihm unter anderem auch zu verdanken, dass Spalding, der weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt gewordene Begründer eines neuen Bewusstseins in der Theologie, der in der jüngeren Vergangenheit in seiner Heimatstadt Tribsees fast in Vergessenheit geraten war, heute aber in der Öffentlichkeit in Tribsees gewürdigt wird. So trägt eine Straße seinen Namen, gibt es eine Gedenktafel an seinem Geburtshaus, wurde ihm die Ehrenbürgerschaft verliehen, verfügt das Heimatmuseum über einen Ausstellungsbereich zu Spalding und nicht zuletzt ist er Ehrenmitglied im Heimatverein. Hinzu kommen die beiden 2015 und jetzt 2017 von Usarski geschenkten Bilder „Johann Joachim Spalding in Amtstracht“ und „Johann Joachim Spalding im Hausrock“. Das erste Bild hängt im Heimatmuseum, das zweite soll einen Platz in Spaldings Geburtshaus in der Papenstraße erhalten.

Johann Joachim Spalding war 1714 in Tribsees als Sohn eines Pastors im jetzigen Pfarrhaus geboren worden. Er gilt als einer der bedeutendsten Theologen der deutschen Aufklärung. Er hat über 30 Jahre in Berlin gelebt und war dort von keinem geringeren als König Friedrich II. als Propst an die St. Nikolai-Kirche und später zum Konsistorialrat berufen worden. Dort gewann Spalding bald schon durch seine Predigten an Einfluss und wurde weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

Spalding schloss in dieser Zeit Freundschaft mit den Schriftstellern Ewald Christian von Kleist und Johann Wilhelm Ludwig Gleim. Beruflich orientierte er sich an den Theologen August Friedrich Sack und Siegmund Jacob Baumgarten und wurde dadurch ebenfalls zum Vordenker der Aufklärung.

„Er war ein ganz großer seiner Zeit, hat sogar mit Gotthold Ephraim Lessing Streitgespräche geführt“, sagte Vorpommern-Kenner Dr. Gerd Albrecht, Direktor des Barther Museums, als Spaldings 300.

Geburtstag vor drei Jahren begangen wurde. In Barth war Spalding Pfarrer an St. Marien und ist in der Stadt ebenfalls Ehrenbürger. Und der Tribseeser Pastor Detlef Huckfeldt betonte damals: „Spalding gehört zu den Erneuerern der Kirche und hat sie zu seiner Zeit attraktiv gemacht.“

Harry Lembke

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